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In der Nacht vom 28.7.2006 auf 29.7.2006 träumte ich:
Mir ist, als würde ich vor einer lebendigen Computer-Animation sitzen, in die plötzlich dreidimensional eingebunden werde. Jemand führt mir etwas vor, und zwar die größte Kunst.
Ich lese einen Schriftzug: "Die größte Kunst ist, das Richtige falsch zu machen".
Es taucht ein Kreis auf mit dem Titel: Es ist keine Kunst, dass ein Kreis rund ist, weil das richtig ist. Die wahre Kunst liegt darin, einen Kreis anders sein zu lassen: Als irgendetwas, was wie ein Dreieck, dann wie ein eingebuchtetes Fünfeck. Das sei vollendet. So wird etwas Rundes verzogen, kantig, unregelmäßig. Ein normales Quadrat erscheint. Es darf aber keine quadratische Figur sein, es wird zu einem Etwas, das aussieht wie das Sägeblatt einer Kreissäge.
Zweite Station: Eine lange gerade Linie oder Straße wäre in richtiger Weise gerade. Als wahres Falsches schlängelt sich die vorgeblich gerade Straße in ein Ungewisses dahin und die gerade Linie nimmt einen zittrigen und holprigen Verlauf. Ich bekomme zu sehen: Linkskurven von Straßen nehmen nach rechts die Richtungsänderung vor und führen in ein nebeliges Gelände von Hügeln. Und eine Rechtskurve ist eine linksdrehende Spirale irgendwo hinunter oder hinauf. Das ist wahre Kunst.
Dritte Station: Auf diesen Straßen flitzen aufgeregt Autos in und durch alle Richtungen. Aber was für Autos. Bei ihnen drehen sich die Räder nicht in Fahrtrichtung. Nein, bei diesen Fahrzeugen ist es so, dass sich die Räder quergestellt in die Radkappe drehen. Die Leute, die steif im Gastraum sitzen, sehen dementsprechend als Fahrtrichtung das, was an ihnen vorüber gleitet. Diese Autos haben auch eine Farbe: Aber hier darf rot nicht rot sein, weil das richtig wäre. Ein rotes Auto ist deshalb grün mit der Täuschung, rot zu sein. Aus blau wird orange, aus gelb wird eine beliebige Farbe. Alles ist so bedeutsam in dieser Falschheit.
Vierte Station: Es tauchen nun andere bedeutsame Bewegungen auf. Eine Bewegung nach vorwärts würde richtig ja nach vorwärts gehen. Nein, in dieser großen Kunst ist sie nach rückwärts gerichtet. Eine Bewegung nach rückwärts führt so ins Vorwärts. Was zukünftig eintreten soll, das ist als Vergangenes zu erleben - und die Vergangenheit ist die wirkliche Zukunft.
Fünfte Station: Eine junge weibliche Gestalt ruft mir zu, ich solle ihre große Kunst bewundern. Dann springt sie von einer Art Turm mit Händen und Kopf voraus kerzengerade hinunter in ein dunkles, sumpfiges Wasser. Vollständig untergetaucht kehrt sich die Bewegung um in eine schillernde, breite, aufwärts fließende Wasserkaskade, in der die Gestalt mit ausgebreiteten Armen nach oben getragen wird. Und eine aufrechte Säule, die in die Höhe nach oben wachsen will, sinkt kraftlos in sich zusammen und zerfließt am Boden.
Sechste Station: Ich will herumblicken. Aber die zuerst klare Aussicht wird irgendwo vom Nebel verhüllt. Aus dieser unbestimmten, undurchsichtigen Ferne werden an einem Seil schwebend blitzschnell Gestalten in den Vordergrund gerückt, die zur Klarheit führen wollen. Sie rufen: "Kommen Sie zu uns, hier können sie immer etwas Tolles erleben. Hier finden Sie Vergnügen! Nur unser Park wird Ihnen etwas bieten! Bei uns ist immer offen, kommen Sie, kommen Sie!"---
Dieser Zynismus ist mir unangenehm und ich breche den Traum ab, indem ich aufwache. Aber ich denke nach. Es war kein schöner Traum.
reinwiel
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Also, reinwiel, damit das gleich klar ist, ich habe überhaupt keine Lust, mit Dir oder sonst mit jemandem zu streiten aber wenn ich Deinen Traum so darstelle, wie es sich mir aufdrängt, dann musst Du mich danach mindestens sehr für unsympathisch halten.
Natürlich kannst Du mir dann auch sagen, ich verstehe von der ganzen Sache nichts, aber ich glaube das wäre nicht Dein Stil.
Der Traum scheint ein wenig wie eine Persifflage auf das "Theater, nur für Verrückte" aus dem Steppenwolf von Herrmann Hesse.
Du nimmst die Lehre selbst vorweg, das wird Deine gegenwärtige Erkenntnis sein :
| Zitat: |
| "Die größte Kunst ist, das Richtige falsch zu machen". |
und diesen Satz versuchst Du nun zur Perfektion zu bringen.
ABER
Du bist Zuschauer und Du machst überhaupt nichts, und genau darin liegt für mich die Hauptaussage des Traums:
Du beteiligst Dich nicht am Leben, hockst auf der Autobahnkreuzung und wartest auf den nächsten Crash.
Nicht einmal um da zu helfen, Du würdest wohl Statistik betreiben über die Geschwindigkeiten in Korrelation zu der Schwere der Verletzungen.
Also, langer Botschaft kurzer Sinn:
Hör mal auf zu theoretisieren und alles zu verkünsteln. Es ändert nichts am Wesen der Welt, wenn man sie auf den Kopf stellt, die Menschen bleiben ein eifersüchtiges, egoistisches verlogenes Pack, das man einfach liebhaben muss, sogar wenn man nicht dazu gehörte, aber Du gehörst nun mal dazu, auch wenn Du Dich auf den höchsten Elfenbeinturm der Erde setzt.
Nur mit Verstehen ist schon viel erreicht, aber wenn man nicht danach noch handelt, nützt das ganze Verständnis nichts.
In meinen Augen sagt Dein Traum: "reinwiel, schalt endlich Deinen Kasten ab und geh zum Dancing, sei nett zur Tanzpartnerin und tanze mit ihr statt für sie oder geh lieber an eine Party wo man noch schmust.
Gut drück! Und putz erst die Zähne, das küsst sich angenehmer.
PS. Ich habe sonst noch nichts von Dir gelesen, habe zwar Deine Vorstellnummer gesucht aber nicht gefunden und was Du über Gott schreibst ist nicht interessant für die Deutung des Traums, denn dieser Traum weist auf Deine Position gegenüber dem Leben und gegenüber all den verrückten Menschen die alles verkehrt machen.
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Guten Morgen LeoDan!
Ich freue mich sehr, dass Du zu meinem Traum Stellung nimmst. Nehme Dir überhaupt nichts übel und wenn Du den Traum als Persiflage auf Hermann Hesses "Theater nur für Verrückte" empfindest, soll mir das recht sein. Ich kenne von Hermann Hesse ausschließlich Das Glasperlenspiel.
Zur Aktivität: Das war ein Traum. Ich träume nur selten echt bedeutungsvolle Träume und habe sonst die größte Mühe, mich an einen Traum zu erinnern. In meinen Träumen bin ich nie aktiv, kann dort auch nicht ins Geschehen eingreifen, es sei denn, ich bekomme Angst oder es ist etwas unangenehm, dann wache ich auf.
Diesen blöden Traum wollte ich schnell vergessen. Gelang nicht. Dann schrieb ich mir alles auf, weil gleich darauf ein anderer Traum folgte, den ich als Antwort auf diesen Karusell-Traum empfand.
Wenn Du hier im Forum mehr von mir wissen willst, dann gehe bei Gott zum Thema Gotteszweifel und lies die Beiträge. Jetzt beteilige ich mich am Dialog Wir sind alle Gott.
Lieber VanTast und jetzt LeoDan, wenn Du nicht darauf ausgelegt bist, Dich allein in kritischer Betrachtung zu erschöpfen, eine dicke fette Meinung zu den Beiträgen abzuliefern, und wenn Du Dich wirklich mit dem Sinn des Lebens befassen willst, dann solltest und könntest Du eventuell auch mein nicht unkritisches Büchlein lesen. Ich würde mich ausgesprochen freuen, Deine wirklich inneren Gedanken und Inhalte sagen wir vielleicht stärken oder verbeitern zu können. Mein Buch könntest Du direkt bei mir auf meiner Homepage bestellen. Und diese Homepage findest Du mit den angeführten Kennwörtern meiner Signatur bei Google.
Als alten Fuchs in diesem Forum wird Dich mein Buch kritisch anregen können.
Liebe Grüße
reinwiel
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Schön. Danke für deine Aufmerksamkeit.
Meine Empfehlung aufgrund dessen was Du über Dein Träumen sagst bleibt dieselbe: Lass Dich aufs Leben ein.
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