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Erfahrungen der Vorfahren












Diese kleine Diskussion habe ich in einem anderen Forum geführt.
Die Namen der Schreibenden sind geändert.

rot eingefügte Zeichen in dem zitierten Text dienen der Fixierung der Bedeutung des Zitates auf jene Bedeutung, welche ich verstanden habe.
User 15 hat folgendes geschrieben:
Du meinst, dass man Glauben muß≈müsse, was die Kirche vorgibt?
Wie kommst Du denn auf so was?
Es ist nötig manches im Leben als gegeben anzunehmen, damit man überhaupt zu einer Handlung kommt.
Ohne eine Einschätzung der Umgebung aufgrund von Vergleichen mit bereits gemachten Erfahrungen und aufgrund von Informationen aus den Erfahrungen der Vorfahren müsste jeder Mensch neu für sich das Rad und den Umgang mit Feuer erlernen und wenn man sieht, wie weit es die Menschen mitsamt Grundschulbildung, Alfabeth und Kleinem Einmaleins bringen, dürfte man davon ausgehen, dass ein Verhalten aufgrund von Denken und Vernunft nicht überleben könnte von heute bis in einem Monat.

Wer seinen Instinkten vertraut glaubt zumindest mal an diese,
wer dann eine Erziehung durchlitten hat, welche ihm 90% der instinktiven Verhalten abtrainiert hat und mit unnötigen Ritualen ausgebildet wurde, welche vornehmlich der Erhaltung der Hierarchien in seinem sozialen Umfeld dienen, der glaubt dann eben an seine Erziehung, sofern der diesen Verhalten treu bleibt.

User 15 hat folgendes geschrieben:
Du denkst, dass man nicht durch lLesen und nNachdenken selber eigene Gedanken entwickeln darfdürfe?

Wieso sollte ich so etwas denken?
Ich war ein schlechter Schüler, denn irgendwann in einer der ersten Stunden nach Erlernen des Grundwerkzeugs Schrift und Zahlen, etwas Orthographie und Grammatik, hat mir eine ungemein sympathische Lehrerin gesagt:
ungemein sympathische Lehrerin hat folgendes geschrieben:
"LeoDan"
hat sie gesagt,
ungemein sympathische Lehrerin hat folgendes geschrieben:
Du musst Dir immer überlegen, wenn Dir jemand sagt, etwas wäre so, ob das auch stimmen könne.
und ich habe die Frau angeguckt, welche für mich das erste Weltwunder darstellte mit ihrem gottgleichen Gesicht, ihrer weichen Stimme und ihrer kräftigen Hand und die auf Füssen stand welche ich einer Königin zutraute und ich WUSSTE: Die Frau hat recht!
Also habe ich damit begonnen, jedes ihrer Worte auf den Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen von diesem ersten Satz an, welcher mir eingefahren ist als wie eine Droge.
Ich stellte so viele Fragen wie unser Freund, der Max im Religionsunterricht, welcher mit der Aussage "Fiat Lux" bereits schwer überfordert war:
Zitat:
Fiat Luchs, Opel Tiger

Katzen sind zum Bibelstudium nicht so sehr geeignet
kürzlich hatte sich beim Pfarrer folgendes ereignet:
der Pfarrer: "Gott sprach Fiat Lux" Max, DER war begeistert: Luchs !!!
und brüllte lauthals: "Opel Tiger", und wie man wohl meistert
als Pfarrer diese Lage denn am besten liebe Leute?
diesen Pfarrer wünscht ich mir doch gerne hier und heute.
Er sagte: "Lux meint hier das Licht und nicht die wilde Katze.
Fiat das heißt "Es werde", ist kein Auto lieber Maxe".

Maxens Begeisterung war dahin und damit auch sein Glaube
gerade machte Gott noch Sinn mit PS unter der Haube
und Luchse fand er wirklich toll mit ihren kurzen Schwänzen
so wollte er im Eifer nur den Fahrzeugpark ergänzen.
Was soll er da mit Licht und was dazu noch mit "Es werde"?
Zur Religion da führen ihn ab heute nicht zehn Pferde.
Er trat mit Zustimmung der Eltern aus jener Kirche aus
jetzt betet er allein für sich mit der Komputermaus.

Alternatives Ende:
............... . . . . . . . . . .ihn ab heute nicht zehn Pferde.
Er trat mit Zustimmung der Eltern aus aus jener Kirche
sein geistig Leben pflegt am Sonntag er mit einem Bierche.

User 15 hat folgendes geschrieben:
Ist das so richtig???

So ist es richtig, wie es der Maxe macht, nach meiner bescheidenen Ansicht und man sollte beim Bierche die Betonung auf einem belassen.


User 15 hat folgendes geschrieben:
Du willst also nicht selber denken.
Du willst nur annehmen was andere denken.
Du denskt selber nicht und willst das auch nicht.
Hab ich das richtig verstanden?

Nein, völlig falsch ist das verstanden.
Komisch, dass man einen Text so fehldeuten kann.

Allerdings fragt sich am Ende immer wieder: Wer macht meine Gedanken?
Woher kommen spontane Ideen und idiotische oder geniale Einfälle?
Wie entsteht die Begeisterung, welche nötig ist, aus Einfällen Handlungen werden zu lassen?

Alles nur das Resultat synaptischer Spannungsänderungen ohne Führung?

Das fällt schwer zu glauben, aber ein big Brother, der meine Gedanken lenkt ist mir auch unsympathisch.

Du sagst dann vielleicht ich mache die selbst, mit meinen unbewussten Teilen der Persönlichkeit. Und C.G.Jung findet dazu bestimmt einige gute Worte.

Ich weiß nicht, woher meine Gedanken kommen, jene, welche ich nicht bewusst schlussfolgere, aus Gedächtnis, Logik, aktuellem Eingang und Bedürfnislage.

Weißt Du, "User 15", woher Deine Gedanken kommen?

User 15 hat folgendes geschrieben:
Nein...
aber LeoDan dein Antwort ist sehr wichtig und interessant.
Wie bilden sich Gedanken?
Warum gehen sie in welche Richtung?
Die Frage woher meine Gedanken kommen ist existentiel..

Ein Teil davon ist sicher nicht schwierig zu ergründen, alles was einen Zusammenhang hat zu unserer Geschichte, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Diesbezüglich erweisen sich auch Legesysteme z.B. des Tarot als weise (dazu braucht man nicht an Kartenlegen glauben) aber sie fassen die Persönlichkeit auf als Geschichte + Bewusstsein + Umwelteinflüsse, welche letztere nicht isoliert sondern ebenfalls als Teil der Persönlichkeit gesehen werden können.
Jedes Bewusstsein stellt ein eigenes Universum dar und darin steht eine Rolle einem Gott zu oder einer adäquaten Komponente des Schicksals.

Aber egal, woher man an den Versuch herangeht, sein Leben zu verstehen, am Ende wird man immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen.
Das Leben kennt keine Lösung von außen, es ist selbst ein System geschlossener Art, beginnend bei der Zeugung und endend beim Stillstand aller neurophysiologischen Vorgänge.
Wenn keine einzige Synapse mehr feuert, kann man sagen ein Lebewesen ist tot.

Die Zygote verfügt natürlich noch nicht über Synapsen und wie weit Bewusstsein bei einem Einzeller angenommen oder vorausgesetzt werden kann ist nicht klar.
Der Ansatz der Rückführung, eine Entdeckung, welche gemacht wurde als man einfach unter Hypnose im Bewusstsein immer weiter zurück ging in der Absicht nicht aufzuhören, bis einfach nichts mehr kommt, und die Probanden immer noch etwas lieferten, selbst vor der Geburt und vor der Zeugung, führte zu einem esoterischen Aufschwung und zur Reinkarnationstheorie, bzw. -Therapie nach Thorwald Detlefsen, welcher damit etwa um 1970 herum Furore machte.

In die andere Richtung ging es mit der Sterbebegleitung nach Elisabeth Kübler Ross, welche von Sterbenden die letzten Eindrücke berichtete, die nun auch wieder versucht werden neurophysiologisch erklärt zu werden. Aber keine Variante ist beweiskräftig genug um als Realität angesehen zu werden, ein Stück Glaube bleibt und somit eine Entscheidung (welche ich persönlich nicht getroffen habe).

Ein Glaubensbekenntnis ist immer eine Entscheidung, ganz ähnlich wie ein Vertrag, z.B. bei einem Arbeitsvertrag garantiert der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer, ihn für eine bestimmte anpassbare Summe zu beschäftigen, während der Arbeitnehmer garantiert, in dieser Zeit für die Arbeit da zu sein.
Beim Glauben an einen Gott, garantiert man zwar nichts, aber man verzichtet darauf, die Existenz eines Gottes in Frage zu stellen,
genau dasselbe tut man beim Glauben an keinen Gott, man entscheidet sich dafür, dass es keinen geben könne, wofür genau gleich viel/wenig Beweise vorliegen wie dafür dass es einen gibt.

Beim Glauben um den Bereich der eigenen Person, nämlich ob die Psyche in/aus/mit dem Körper wachse, oder der Körper ein Fahrzeug für eine von der Raumzeit unabhängigen Größe (Seele) wäre besteht dieselbe Situation.

Der Buddhismus liefert in vielen Varianten Begründungen für Sinn und Zweck der vorkommenden Schicksale, vom Abort bis zum Sippenältesten gibt es für jedes Leben eine plausible "Erklärung", jedes Unrecht kann einen Sinn machen und jede Not hat ihren informativen und seelenbildenden Zweck.

Das Christentum bietet lediglich eine Pauschalamnestie und danach eine undefinierbare und unvorstellbare bedürfnisfreie Glückseligkeit.
Der Islam/Koran ist diesbezüglich fast identisch mit dem Christentum.

Ein Gott ist etwas sehr Praktisches und hat äußerst verschiedene Aufgaben, im Altertum hatte man für jedes Bedürfnis einen zuständigen Begötterten, heute hat man für jeden Belang einen zuständigen Beamten. So ungefähr natürlich.
Der griechische Götterhimmel scheint mir einem Beamtenstaat nicht unähnlich, wir wollen jetzt mal davon absehen, uns genauer über die Wunder in einem Amt zu informieren

Der katholische Heiligenstaat hat denselben Zweck wie der griechische Götterhimmel: Für jede Situation einen Spezialheiligen, welchen man um Hilfe anbeten kann.

Nun, die Frage, woher meine Gedanken kommen, ist ziemlich entscheidend dafür, ob ich einen freien Willen habe oder nicht, sehe ich das richtig?

Wenn meine Gedanken wachsen, ähnlich Pflanzen in einem Ökosystem "Bewusstsein", dessen Boden meine Vergangenheit ist und dessen Treibkraft (Sonne) die Hoffnung oder Lust, oder allenfalls noch die Angst, dann sehe ich wenig Freiheit und Willkür des Willens, nicht einmal die Lottozahlen werden wir frei ankreuzen können, sondern ist dem einen die Drei und dem anderen die Vier sympathischer und je nach Gemütslage wird er entsprechende Kreuze setzen und gewinnen oder verlieren.
Wer gar nicht Lotto spielt tut dies auch aufgrund aller vergangenen Einflüsse und aller strukturellen Gegebenheiten aus seinem Genom.
Da ist nichts frei!

Wenn ich aber jetzt ein Automat bin, der eigentlich nur die Illusion von Freiheit bekommt, dann kann das was meine Gedanken und Handlungen bestimmt sowohl ein Gott genannt werden als auch irgendwie anders. Für mein Leben spielt das kaum eine Rolle, mal abgesehen von gesellschaftlichen Opportunitäten, denn ich muss mich ja irgendwie einfügen oder mir ein Reich bauen, selbst wenn meine Gesellschaft aus Bäumen anderen Pflanzen und Tieren besteht.
Und Menschen können nicht ohne Gesellschaft groß werden, denn ein Neugeborenes geht ein ohne Mutter. Eine Antilope schafft es vielleicht nach den ersten paar Tagen, aber ein Primate ist nach wenigen Tagen nicht in der Lage, selbst etwas Energie umzusetzen und braucht ziemlich lange die Fürsorge der Eltern.

In der Zeit erlebt ein Bewusstsein aber schon sehr vieles, das programmatisch für seine Festplatte ist.
Wir können zwar sogar im Alter noch umlernen, was man vielen anderen Tieren nicht zumuten kann, sie können sich bald nicht mehr anpassen und wenn ihr Verhaltensprogramm nicht mehr adäquat ist sterben sie.
Nun, woher kommen aber die Geniestreichs, welche vollkommen losgelöst von Vergangenheit und Zukunft Erkenntnisse oder Erleuchtungen bringen, die so umwerfend sind wie die erste Liebe?

Biochemisch ist es genau dasselbe: PEA (= PhenyEtylAlanin) hält Verliebte wie Erleuchtete gefangen in einer Art Bewusstseinskäfig:
Wenn der/die Geliebte zu lang weg ist sucht man ihn/sie und holt sich den beruhigenden und befriedigenden chemischen Partner zum PEA, dessen Namen ich nicht kenne, oder man holt sich PEA-Nachschub aus der eigenen Hypophyse mittels des auslösenden Reizes des Liebespartners

ODER eben der Erinnerung an die Erleuchtung, was in meditativer Andacht immer möglich ist.

Daher kann die Lust an der Meditation rühren und daher kann auch, weil es so praktisch ist, eine Beziehung zu einem Gott kommen, welche (sofern sie überzeugend dargestellt wird) durchaus politische Tragweite und vor allem Pluspunkte für ein Individuum in der Rangordnung seines sozialen Systems bedeutet.




Oh, bisschen viel aufs Mal, Verzeihung, manches kann man eben schlecht isoliert darstellen, weil alles so vernetzt ist (auch ohne WWW)
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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