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Wo kommen Ideen her?












Diese kleine Diskussion habe ich in einem anderen Forum geführt.
Die Namen der Schreibenden sind geändert.

rot eingefügte Zeichen in dem zitierten Text dienen der Fixierung der Bedeutung des Zitates auf jene Bedeutung, welche ich verstanden habe.
User 15 hat folgendes geschrieben:
Du meinst, dass man Glauben muß≈müsse, was die Kirche vorgibt?
Wie kommst Du denn auf so was?
Es ist nötig manches im Leben als gegeben anzunehmen, damit man überhaupt zu einer Handlung kommt.
Ohne eine Einschätzung der Umgebung aufgrund von Vergleichen mit bereits gemachten Erfahrungen und aufgrund von Informationen aus den Erfahrungen der Vorfahren müsste jeder Mensch neu für sich das Rad und den Umgang mit Feuer erlernen und wenn man sieht, wie weit es die Menschen mitsamt Grundschulbildung, Alfabeth und Kleinem Einmaleins bringen, dürfte man davon ausgehen, dass ein Verhalten aufgrund von Denken und Vernunft nicht überleben könnte von heute bis in einem Monat.

Wer seinen Instinkten vertraut glaubt zumindest mal an diese,
wer dann eine Erziehung durchlitten hat, welche ihm 90% der instinktiven Verhalten abtrainiert hat und mit unnötigen Ritualen ausgebildet wurde, welche vornehmlich der Erhaltung der Hierarchien in seinem sozialen Umfeld dienen, der glaubt dann eben an seine Erziehung, sofern der diesen Verhalten treu bleibt.

User 15 hat folgendes geschrieben:
Du denkst, dass man nicht durch lLesen und nNachdenken selber eigene Gedanken entwickeln darfdürfe?

Wieso sollte ich so etwas denken?
Ich war ein schlechter Schüler, denn irgendwann in einer der ersten Stunden nach Erlernen des Grundwerkzeugs Schrift und Zahlen, etwas Orthographie und Grammatik, hat mir eine ungemein sympathische Lehrerin gesagt:
ungemein sympathische Lehrerin hat folgendes geschrieben:
"LeoDan"
hat sie gesagt,
ungemein sympathische Lehrerin hat folgendes geschrieben:
Du musst Dir immer überlegen, wenn Dir jemand sagt, etwas wäre so, ob das auch stimmen könne.
und ich habe die Frau angeguckt, welche für mich das erste Weltwunder darstellte mit ihrem gottgleichen Gesicht, ihrer weichen Stimme und ihrer kräftigen Hand und die auf Füssen stand welche ich einer Königin zutraute und ich WUSSTE: Die Frau hat recht!
Also habe ich damit begonnen, jedes ihrer Worte auf den Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen von diesem ersten Satz an, welcher mir eingefahren ist als wie eine Droge.
Ich stellte so viele Fragen wie unser Freund, der Max im Religionsunterricht, welcher mit der Aussage "Fiat Lux" bereits schwer überfordert war:
Zitat:
Fiat Luchs, Opel Tiger

Katzen sind zum Bibelstudium nicht so sehr geeignet
kürzlich hatte sich beim Pfarrer folgendes ereignet:
der Pfarrer: "Gott sprach Fiat Lux" Max, DER war begeistert: Luchs !!!
und brüllte lauthals: "Opel Tiger", und wie man wohl meistert
als Pfarrer diese Lage denn am besten liebe Leute?
diesen Pfarrer wünscht ich mir doch gerne hier und heute.
Er sagte: "Lux meint hier das Licht und nicht die wilde Katze.
Fiat das heißt "Es werde", ist kein Auto lieber Maxe".

Maxens Begeisterung war dahin und damit auch sein Glaube
gerade machte Gott noch Sinn mit PS unter der Haube
und Luchse fand er wirklich toll mit ihren kurzen Schwänzen
so wollte er im Eifer nur den Fahrzeugpark ergänzen.
Was soll er da mit Licht und was dazu noch mit "Es werde"?
Zur Religion da führen ihn ab heute nicht zehn Pferde.
Er trat mit Zustimmung der Eltern aus jener Kirche aus
jetzt betet er allein für sich mit der Komputermaus.

Alternatives Ende:
............... . . . . . . . . . .ihn ab heute nicht zehn Pferde.
Er trat mit Zustimmung der Eltern aus aus jener Kirche
sein geistig Leben pflegt am Sonntag er mit einem Bierche.

User 15 hat folgendes geschrieben:
Ist das so richtig???

So ist es richtig, wie es der Maxe macht, nach meiner bescheidenen Ansicht und man sollte beim Bierche die Betonung auf einem belassen.


User 15 hat folgendes geschrieben:
Du willst also nicht selber denken.
Du willst nur annehmen was andere denken.
Du denskt selber nicht und willst das auch nicht.
Hab ich das richtig verstanden?

Nein, völlig falsch ist das verstanden.
Komisch, dass man einen Text so fehldeuten kann.

Allerdings fragt sich am Ende immer wieder: Wer macht meine Gedanken?
Woher kommen spontane Ideen und idiotische oder geniale Einfälle?
Wie entsteht die Begeisterung, welche nötig ist, aus Einfällen Handlungen werden zu lassen?

Alles nur das Resultat synaptischer Spannungsänderungen ohne Führung?

Das fällt schwer zu glauben, aber ein big Brother, der meine Gedanken lenkt ist mir auch unsympathisch.

Du sagst dann vielleicht ich mache die selbst, mit meinen unbewussten Teilen der Persönlichkeit. Und C.G.Jung findet dazu bestimmt einige gute Worte.

Ich weiß nicht, woher meine Gedanken kommen, jene, welche ich nicht bewusst schlussfolgere, aus Gedächtnis, Logik, aktuellem Eingang und Bedürfnislage.

Weißt Du, "User 15", woher Deine Gedanken kommen?

User 15 hat folgendes geschrieben:
Nein...
aber LeoDan dein Antwort ist sehr wichtig und interessant.
Wie bilden sich Gedanken?
Warum gehen sie in welche Richtung?
Die Frage woher meine Gedanken kommen ist existentiel..

Ein Teil davon ist sicher nicht schwierig zu ergründen, alles was einen Zusammenhang hat zu unserer Geschichte, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Diesbezüglich erweisen sich auch Legesysteme z.B. des Tarot als weise (dazu braucht man nicht an Kartenlegen glauben) aber sie fassen die Persönlichkeit auf als Geschichte + Bewusstsein + Umwelteinflüsse, welche letztere nicht isoliert sondern ebenfalls als Teil der Persönlichkeit gesehen werden können.
Jedes Bewusstsein stellt ein eigenes Universum dar und darin steht eine Rolle einem Gott zu oder einer adäquaten Komponente des Schicksals.

Aber egal, woher man an den Versuch herangeht, sein Leben zu verstehen, am Ende wird man immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen.
Das Leben kennt keine Lösung von außen, es ist selbst ein System geschlossener Art, beginnend bei der Zeugung und endend beim Stillstand aller neurophysiologischen Vorgänge.
Wenn keine einzige Synapse mehr feuert, kann man sagen ein Lebewesen ist tot.

Die Zygote verfügt natürlich noch nicht über Synapsen und wie weit Bewusstsein bei einem Einzeller angenommen oder vorausgesetzt werden kann ist nicht klar.
Der Ansatz der Rückführung, eine Entdeckung, welche gemacht wurde als man einfach unter Hypnose im Bewusstsein immer weiter zurück ging in der Absicht nicht aufzuhören, bis einfach nichts mehr kommt, und die Probanden immer noch etwas lieferten, selbst vor der Geburt und vor der Zeugung, führte zu einem esoterischen Aufschwung und zur Reinkarnationstheorie, bzw. -Therapie nach Thorwald Detlefsen, welcher damit etwa um 1970 herum Furore machte.

In die andere Richtung ging es mit der Sterbebegleitung nach Elisabeth Kübler Ross, welche von Sterbenden die letzten Eindrücke berichtete, die nun auch wieder versucht werden neurophysiologisch erklärt zu werden. Aber keine Variante ist beweiskräftig genug um als Realität angesehen zu werden, ein Stück Glaube bleibt und somit eine Entscheidung (welche ich persönlich nicht getroffen habe).

Ein Glaubensbekenntnis ist immer eine Entscheidung, ganz ähnlich wie ein Vertrag, z.B. bei einem Arbeitsvertrag garantiert der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer, ihn für eine bestimmte anpassbare Summe zu beschäftigen, während der Arbeitnehmer garantiert, in dieser Zeit für die Arbeit da zu sein.
Beim Glauben an einen Gott, garantiert man zwar nichts, aber man verzichtet darauf, die Existenz eines Gottes in Frage zu stellen,
genau dasselbe tut man beim Glauben an keinen Gott, man entscheidet sich dafür, dass es keinen geben könne, wofür genau gleich viel/wenig Beweise vorliegen wie dafür dass es einen gibt.

Beim Glauben um den Bereich der eigenen Person, nämlich ob die Psyche in/aus/mit dem Körper wachse, oder der Körper ein Fahrzeug für eine von der Raumzeit unabhängigen Größe (Seele) wäre besteht dieselbe Situation.

Der Buddhismus liefert in vielen Varianten Begründungen für Sinn und Zweck der vorkommenden Schicksale, vom Abort bis zum Sippenältesten gibt es für jedes Leben eine plausible "Erklärung", jedes Unrecht kann einen Sinn machen und jede Not hat ihren informativen und seelenbildenden Zweck.

Das Christentum bietet lediglich eine Pauschalamnestie und danach eine undefinierbare und unvorstellbare bedürfnisfreie Glückseligkeit.
Der Islam/Koran ist diesbezüglich fast identisch mit dem Christentum.

Ein Gott ist etwas sehr Praktisches und hat äußerst verschiedene Aufgaben, im Altertum hatte man für jedes Bedürfnis einen zuständigen Begötterten, heute hat man für jeden Belang einen zuständigen Beamten. So ungefähr natürlich.
Der griechische Götterhimmel scheint mir einem Beamtenstaat nicht unähnlich, wir wollen jetzt mal davon absehen, uns genauer über die Wunder in einem Amt zu informieren

Der katholische Heiligenstaat hat denselben Zweck wie der griechische Götterhimmel: Für jede Situation einen Spezialheiligen, welchen man um Hilfe anbeten kann.

Nun, die Frage, woher meine Gedanken kommen, ist ziemlich entscheidend dafür, ob ich einen freien Willen habe oder nicht, sehe ich das richtig?

Wenn meine Gedanken wachsen, ähnlich Pflanzen in einem Ökosystem "Bewusstsein", dessen Boden meine Vergangenheit ist und dessen Treibkraft (Sonne) die Hoffnung oder Lust, oder allenfalls noch die Angst, dann sehe ich wenig Freiheit und Willkür des Willens, nicht einmal die Lottozahlen werden wir frei ankreuzen können, sondern ist dem einen die Drei und dem anderen die Vier sympathischer und je nach Gemütslage wird er entsprechende Kreuze setzen und gewinnen oder verlieren.
Wer gar nicht Lotto spielt tut dies auch aufgrund aller vergangenen Einflüsse und aller strukturellen Gegebenheiten aus seinem Genom.
Da ist nichts frei!

Wenn ich aber jetzt ein Automat bin, der eigentlich nur die Illusion von Freiheit bekommt, dann kann das was meine Gedanken und Handlungen bestimmt sowohl ein Gott genannt werden als auch irgendwie anders. Für mein Leben spielt das kaum eine Rolle, mal abgesehen von gesellschaftlichen Opportunitäten, denn ich muss mich ja irgendwie einfügen oder mir ein Reich bauen, selbst wenn meine Gesellschaft aus Bäumen anderen Pflanzen und Tieren besteht.
Und Menschen können nicht ohne Gesellschaft groß werden, denn ein Neugeborenes geht ein ohne Mutter. Eine Antilope schafft es vielleicht nach den ersten paar Tagen, aber ein Primate ist nach wenigen Tagen nicht in der Lage, selbst etwas Energie umzusetzen und braucht ziemlich lange die Fürsorge der Eltern.

In der Zeit erlebt ein Bewusstsein aber schon sehr vieles, das programmatisch für seine Festplatte ist.
Wir können zwar sogar im Alter noch umlernen, was man vielen anderen Tieren nicht zumuten kann, sie können sich bald nicht mehr anpassen und wenn ihr Verhaltensprogramm nicht mehr adäquat ist sterben sie.
Nun, woher kommen aber die Geniestreichs, welche vollkommen losgelöst von Vergangenheit und Zukunft Erkenntnisse oder Erleuchtungen bringen, die so umwerfend sind wie die erste Liebe?

Biochemisch ist es genau dasselbe: PEA (= PhenyEtylAlanin) hält Verliebte wie Erleuchtete gefangen in einer Art Bewusstseinskäfig:
Wenn der/die Geliebte zu lang weg ist sucht man ihn/sie und holt sich den beruhigenden und befriedigenden chemischen Partner zum PEA, dessen Namen ich nicht kenne, oder man holt sich PEA-Nachschub aus der eigenen Hypophyse mittels des auslösenden Reizes des Liebespartners

ODER eben der Erinnerung an die Erleuchtung, was in meditativer Andacht immer möglich ist.

Daher kann die Lust an der Meditation rühren und daher kann auch, weil es so praktisch ist, eine Beziehung zu einem Gott kommen, welche (sofern sie überzeugend dargestellt wird) durchaus politische Tragweite und vor allem Pluspunkte für ein Individuum in der Rangordnung seines sozialen Systems bedeutet.




Oh, bisschen viel aufs Mal, Verzeihung, manches kann man eben schlecht isoliert darstellen, weil alles so vernetzt ist (auch ohne WWW)
"Es giebt immer noch harmlose Selbst-Beobachter, welche glauben, dass es 'unmittelbare Gewissheiten' gebe, zum Beispiel 'ich denke', oder, wie es der Aberglaube Schopenhauer's war, 'ich will': gleichsam als ob hier das Erkennen rein und nackt seinen Gegenstand zu fassen bekäme, als 'Ding an sich', und weder von Seiten des Subjekts, noch von Seiten des Objekts eine Fälschung stattfände. Dass aber 'unmittelbare Gewissheit', ebenso wie 'absolute Erkenntniss' und 'Ding an sich', eine contradictio in adjecto in sich schliesst, werde ich hundertmal wiederholen: man sollte sich doch endlich von der Verführung der Worte losmachen!
Mag das Volk glauben, dass Erkennen ein zu Ende-Kennen sei, der Philosoph muss sich sagen: "wenn ich den Vorgang zerlege, der in dem Satz "ich denke" ausgedrückt ist, so bekomme ich eine Reihe von verwegenen Behauptungen, deren Begründung schwer, vielleicht unmöglich ist, --- zum Beispiel, dass i c h es bin, der denkt, dass überhaupt ein Etwas es sein muss, das denkt, dass Denken eine Thätigkeit und Wirkung seitens eines Wesens ist, dass es beireits fest steht, was mit Denken zu bezeichnen ist, --- dass ich w e i s s, was Denken ist. [...]
Was den Aberglauben der Logiker betrifft: so will ich nciht müde werden, eine kleine kurze Thatsache immer wieder zu unterstreichen, welche von diesen Abergläubischen ungern zugestanden wird, --- nämlich, dass ein Gedanke kommt, wenn 'er' will, und nicht wenn 'ich' will; so dass es eine F ä l s c h u n g des Thatbestandes ist, zu sagen: das Subjekt 'ich' ist die Bedingung des Prädikats 'denke'. Es denkt: aber dass dies 'es' gerade jenes alte berühmte 'Ich' sei, ist, milde geredet, nur eine Annahme, eine Behauptung, vor Allem keine 'unmittelbare Gewissheit'. Zuletzt ist schon mit diesem 'es denkt' zu viel gethan: schon dies 'es' enthält eine A u s l e g u n g des Vorgangs und gehört nicht zum Vorgang selbst. [...] und vielleicht gewöhnt man sich eines Tages noch daran, auch seitens der Logiker ohne jenes kleine 'es' (zu dem sich das ehrliche alte Ich verflüchtigt hat) auszukommen. [...]
An einer Theorie ist wahrhaftig nicht ihr geringster Reiz, dass sie widerlegbar ist: gerade damit zieht sie feinere Köpfe an. Es scheint, dass die hundertfach widerlegte Theorie vom 'freien Willen' ihre Fortdauer nur noch diesem Reize verdankt ---: immer wieder kommt Jemand und fühlt sich stark genug, sie zu widerlegen. [...]
Gesetzt, Jemand kommt dergestalt hinter die bäurische Einfalt dieses berühmten Begriffs 'freier Wille' und streicht ihn aus seinem Kopfe, so bitte ich ihn nunmehr, seine 'Aufklärung' noch um einen Schritt weiter zu treiben und auch die Umkehrung jenes Unbegriffs 'freier Wille' aus seinem Kopfe zu streichen: ich meine den 'unfreien Willen', der auf einen Missbrauch von Ursache und Wirkung hinausläuft. [...] [Autor erläutert, dass Ursache und Wirkung menschliche Interpretationen sind, die mit den "Thatsachen" nichts zu tun haben müssen. Dass es ausserdem psychologisch gesehen viel über den Philosophen verrät, wenn er von 'Nothwendigkeiten', 'Gesetzen' und 'Zwängen' schwadroniert.] Der 'unfreie Wille' ist Mythologie: im wirklichen Leben handelt es sich nur um s t a r k e n und s c h w a c h e n Willen."

Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse.

Die [sic]s hab ich mir mal gespart, die Tippfehler schenk ich dir.

LG
Lisken
Danke Lisken,
war ja sicher nicht gerade einfach diesem antiken Deutsch mit neudeutsch geübten Fingern Folge zu leisten.
Ich werde mir die Thatsachen einrahmen.

Eine andere Erklärung, welche mir gerade denkt (deucht) ist der griechische Heiler, Arzt und Philosoph, der hierzulande unter "Daskalos" bekannt wurde, nach den Schriften von Kyriakos Markides. "Daskalos" bedeutet Lehrer, der Name des Mannes war anders und ist mir entfallen, zum Auffinden genügen aber die Angaben denke ich mal.

Er hatte eine Theorie, welche so aussieht:

Gedanken sind fähig, ohne ein Bewusstsein zu existieren und sie schweben frei in der Luft herum oder sammeln sich an manchen Orten, an anderen können sie schlecht existieren, und diese Gedankenwolken nannte er Elementale.
Natürlich werden Gedanken, welche immer wieder gedacht werden eine bestimmte Stärke erhalten, während einmalige Einfälle ohne Durchsetzungskraft kaum zur Realisation drängen.
An Orten wie Kirchen oder Gedenkstätten versammeln sich freie Elementale auch und bilden da eine spezielle Atmosphäre.

Viele seiner Patienten achteten ihn als Wunderheiler, da er vielen zur Heilung verhelfen konnte, welche von der Medizin aufgegeben worden waren.
Er arbeitete damit, dass er Elementale auflöste mit Gedanken und das unterstütze er lediglich durch leichtes Berühren an den kranken Stellen.
Natürlich müssen krankmachende Elementale stark sein oder gegenüber dem Individuum, das von ihnen besetzt wird eine starke Anziehung gegenseitig ausüben, denn andere werden ja in der Nähe nicht krank davon. (die Ansteckungsgefahr auf dem Weg von Gedanken sei eher gering, aber vorhanden.)

Ich habe seine Lehren um 1978 gelesen, schon weil das Ganze so praktisch einfach ist und nur wenig zu lesen gibt, das sind keine großen Wälzer sondern Taschenbüchlein mit 98 Seiten und davon etwa drei. An einem Vortrag kurz vor seinem Tod habe ich ihn auch mal gesehen, da war er schon um die 80, weiß nicht mehr so genau.
Ich weiß nicht, ob das noch erhältlich ist.

Die Variante ist bestimmt interessant und mag einiges erklären. Die Lösung bietet sie genau so wenig wie sonst jemand gesamthaft und wissenschaftliche nachweise für Elementale liegen nicht vor.

Ich bin kein profunder Kenner von Nietzsches Werk und hätte diese Stelle sicher nicht gefunden, danke schön!
1978 war ich noch gar nicht geboren - da haben sich gerade mal meine Eltern kennengelernt.

Es gab einen einheimischen Arzt (und Heiler), der eine ähnliche, wenn nicht gleiche, weil weiterentwickelte Theorie (und Praxis) ausarbeitete: Samuel Hahnemann. Hast du dich schon mal mit der Homöopathie beschäftigt?
Jeder Stoff, z.B. Pflanzen, hat einen 'Geist' (das englische Wort 'spirit' trifft es eher), dieser lässt sich mittels eines bestimmten Verfahrens herauslösen und verabreichen. Der Körper wird krank, weil ihm ein bestimmter 'spirit' fehlt, durch hinzufügen desselben kann er wieder gesund werden.
Homöopathische Medizin besteht nicht aus extrem verdünnten Wirkstoffen (wie von vielen fälschlicherweise angenommen), sondern aus potenziertem Geist.

Was Nietzsche angeht - ich bin auch kein profunder Kenner, aber dieses Buch lese ich gerade und was mich an seinen(?) Gedanken fasziniert ist die Möglichkeit _jede_ Philosophie zu zerbrechen. Er ist einer der wenigen Philosophen, die sich die Freiheit nehmen zu sagen: die sog. Wahrheit interessiert mich gar nicht, sowas werden wir nicht finden, weil wir gar keinen festen Ausgangspunkt haben, von dem aus wir die Suche starten könnten... die Frage sei eher: warum ist uns das so wichtig?
(Tippen geht zum Glück auch blind )

LG
Lisken
Ui, hab gerade bemerkt, dass du's bist, VanTast - was ist denn passiert?
Welcome back, schön dich wieder unter uns zu wissen

Ich habe heute beim Nähen und dabei Filmchen gucken (mein Prof hat zwar Nichts-Tun empfohlen, aber dabei komm ich mir so unproduktiv vor *g*) nochmal über diese Elementalsache nachgedacht...
Ich muss sagen, dass es mir schwer fällt, 'Gedanken', also Inhalte, sagen wir Software (dann weiss jeder, was gemeint ist) ohne einen Träger vorzustellen...
Was ist es, was sie trägt, was sie transportiert (wenn es nicht Bewusstsein ist, was dann, sind Gedanken, vielleicht manifestes Bewusstsein...?) - ? Nietzsche wehrt sich gegen die 'Feststellung', dass jede Software eine Hardware braucht. Sind es also diese Orte, die sie 'anziehen', die sie tragen, diese Gedankenwolken? Warum? Was macht bestimmte Orte 'anfälliger' als andere für bestimmte Arten von Gedankenwolken? Was ist es an diesen Orten, das diese Wolken 'bindet'? (Tragen Gedanken gar andere Gedanken?)
(Sind Gedanken vielleicht vom Wesen her dem Wasser ähnlich - in ihrer unbewussten Form gasförmig, in bewusster Form flüssig, in festgesetzter Form fest?)

Meine Erfahrung zeigt indes folgendes:
Ja, es gibt diese ganz speziellen Orte, an denen man 'auf andere Gedanken' kommt. In Kirche z.B. wird mein Geist immer sehr ruhig, es fühlt sich an wie leergefegt. Im Getümmel der Stadt hingegen rattert es in meinem Kopf als würde jemand Öl ins Feuer giessen, was aber nicht unbedingt heisst, dass etwas sinnvolles dabei rauskommt.
Ich habe ausserdem Erfahrungen mit einem Ort gemacht, an dem Gedanken eine solche Macht entwickelten, dass sie Wirklichkeit wurden. ("Wir brauchen bitte Trinkwasser", sagte ich zum Berg - und in der Nacht fiel Schnee. Das werd ich meinen Lebtag nicht vergessen...)
Ausser Orten haben aber auch bestimmte Menschen diese Wirkung auf mich. (Teilweise sogar noch stärker als die Orte selbst, sind es vielleicht die Menschen, die sie bevölkern - ?) Vielleicht sind Menschen starke 'Elementalerzeuger'? Sie überdecken alles, was sonst noch Elementale erzeugt. Darum ist es an menschenleeren Orten anders als z.B. in Städten...
Vielleicht gibt es Gedankenträger ersten und zweiten Grades - Menschen wären der erste Grad, Bücher und Filme der zweite? Aber es bliebe immer noch die Frage: was wäre Grad null? Nein, ich fang jetzt nicht mit Gott an... bleiben wir bei Nietzsche ("Gott ist tot." *ROFL*): muss da etwas sein, das denkt? Und falls nicht, was ist 'denken'? Ein Wort. Wir definieren 'denken', indem wir diesen Vorgang mit anderen Vorgängen in uns vergleichen (mit dem Wollen etwa oder dem fühlen) und ihn auf diese Weise abgrenzen.
Die Idee selbst kommt also von aussen (ist da), was wir wahrnehmen ist das, was sie im Inneren mit uns macht. Und das nennen wir dann 'denken'. Das beantwortet keine einzige Frage. (Gott sei Dank...) Aber woher kommt unsere(?) Fähigkeit das, was in uns vor sich geht wahrzunehmen und zu unterscheiden, zu unterteilen, zu klassifizieren und zu beurteilen?
Bewusstsein... Träger unserer Existenz?

"Um Physiologie mit gutem Gewissen zu treiben, muss man darauf halten, dass die Sinnesorgane n i c h t Erscheinungen sind im Sinne der idealistischen Philosophie: als soche könnten sie ja keine Ursachen sein! Sensualismus mindestens somit als regulative Hypothese, um nicht zu sagen als heuristisches Princip. --- Wie? und Andere sagen gar, die Aussenwelt wäre das Werk unsrer Organe? Aber dann wäre ja unser Leib, als ein Stück dieser Aussenwelt, das Werk unsrer Organe! Aber dann wären ja unsre Organe selbst --- das Werk unsrer Organe!
Dies ist, wie mit scheint, eine gründliche reductio ad absurdum: gesetzt, dass der Begriff causa sui etwas gründlich Absurdes ist. Folglich ist die Aussenwelt n i c h t das Werk unsrer Organe --- ?"
ebd.

LG
Lisken
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