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Geist, Ego und Erleuchtung












Hallo Inanna,

mache ich doch gerne, kannst mich auch außerhalb ein Fadens gerne via PN was fragen. Buddhismus kann ne harte Nuss sein, wenn es um Geist, Ego und Erleuchtung geht.

Ja, das in der Flasche ist das Ich, das Bedingte. Das Flaschenexperiment kannst Du auch ganz praktisch anwenden. Setzt dich einfach bequem hin, schließe die Augen und konzentriere Dich auf den Atem an deiner Nasenspitze. Wenn Du Dich ein wenig beruhig hast, Du kannst zum Beispiel wenn es hilft deine Atemzüge zählen, dann wirst Du immer wieder feststellen wie Gedankenfetzen/blitze auftauchen ganz verrückte Sachen zum Teil, wie ich muss ja noch das Auto voll tanken oder sowas - das ist Dein Ego das unbeständig plappert, der Teil der es betrachtet, das ist Geist.

Wer schreib das hier - gute Frage.
Der Geist hat zum Beispiel die Funktionen wahrzunehmen - hast Du Dich schonmal gefragt warum rot rot aussieht oder grün für uns grün ist, wenn es doch nur das Feuern von Neuronen ist? Das ist eine Eigenschaft des Geistes. Oder generell das konzeptionelle Denken.
Nehmen wir an Du siehst ein Bild. Zuerst wird es von deinem visuellem Bewusstsein erfasst, Farben und Formen. Im zweiten Schritt macht der Geist daraus ein Gemälde, das sofort dualistisch kategorisiert wird - schön, schlecht, dunkel, hell usw. Dieses Denken führt dann zu Anhaftungen, Begierden etc. dem von dem man sich als Buddhist versucht zu lösen, indem versucht zu erkennen, dass der Geist in Wirklichkeit rein und frei davon ist und nur ein bisschen verwirrt rumläuft

Wer schreibt hier nun...Das Ego ist nicht wirklich zu großen Geistesblitzen fähig, es ist einfach der von äußerlichen Umständen bedingte Teil, das Ding was dauernd "Ich will....!" schreit. Der Geist liefert in seiner verwirrten Form also die Nahrung für das Ich indem er sagt: 'Oh, was ein schönes Bild.' Dann kommt das Ego: Schön! Muss ICH haben, dann bin ICH glücklich. Und hau nebenbei den Verkäufer übers Ohr, dann habe ICH Geld gespart."
Ein geschulter Geist wiederum erkennt, dass da wieder eine von diesen Blasen wie in einem Glas Mineralwasser nach oben gestiegen ist und denkt sich nichts dabei. Lässt diese Gier einfach gehen wie sie gekommen ist und beachtet sie nicht weiter, wertet sie nicht einmal.


Zitat:
ch schreibe seit Jahrzehnten Tagebuch und finde es immer wieder rasend interessant, wer ich mal war vor 10 oder 20 Jahren. Eine ganz andere! Aber auch damals hatte ich ein Ich, war eine Persönlichkeit. Schon spannend.


Das sind so die riesigen Sachen die einem auffallen, wenn man in die eigene Vergangenheit guckt, dann ist das wie als wäre das jemand anders.
Ego funktioniert aber sogar im kleineren Rahmen, wie oben gezeigt.



Zitat:
Was sind die Voraussetzungen, um Erleuchtung zu erlangen - und sag mir jetzt nicht, nimm mal LSD.


Um Gottes Willen nicht! Kleiner Scherz am Rande Drogen helfen Dir nicht weiter. Als Buddist arbeitet man direkt mit dem Geist, den er ist die Ursache für für die wiederkehrenden Inkarnationen solange er verwirrt ist und nur das erkennen seiner Klarheit und seiner Unbegrenztheit bringt wirklich Erleuchtung. Drogen verändern nur das sensorische Bewusstsein, das hilft nicht.
Sei dem ich meditiere finde ich Drogen in keinster Weise mehr attraktiv, sogar ein leichter Schwips ist schon manchmal zu einer fast schon unangenehmen Erfahrung geworden - wo ich doch so gerne Weizen trinke.

Vorraussetzungen: Buddha sagte der einzige Unterschied zwischen ihm und einem normalen Menschen sei nur der, dass er mehr meditiert hat. Es heißt jeder Mensch hat in sich die Buddha-Natur, jeder kann insofern er mit seinem Geist arbeitet erleuchtet werden.

Zitat:
Irgendwo habe ich gelesen, Buddhisten müssen nicht zwangsläufig in einer Art Gemeinschaft, Kirche sein. Die meisten Buddhisten würden völlig alleine ohne Anbindung an eine Gemeinschaft leben. Ist das so?


Es gibt sooo viele Formen von Buddhismus, die meisten kenne ich also nur in den Grundzügen.
Prinzipiell braucht man keinen Lehrer, keine Institution - die hatte Buddha ja schließlich auch nicht.
Je nachdem wie man gepolt ist hätte man aber gerne einen, denn schließlich kann das den Lernfortschritt beschleunigen, wie bei allem anderen. Deswegen hat Buddha zu Lebzeiten noch einen Mönchsorden und eine Laienorganisation gegründet und die individuellen Bedürfnisse zu befriedigen - Erleuchtung finden man in beiden, auch wenn einige Linien das anders sehen. Von kein Kontakt bis zum Mönch also alles dabei.



Zitat:
Sie brauchen aber doch einen Lehrer?


ZEN wurde gegründet indem Buddha seinem Jünger Bodhidharma eine Blume überreichte und der verstand die Botschaft, dass das ganze Universum und damit auch die Lehre Buddhas in dieser kleine Blume Platz finden, es braucht also noch nicht einmal mündliche Übertragungen.


Bei Unklarheiten immer her damit Hier oder PN.
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