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Doch, Hesse wird noch gelesen, ich glaube, viele Menschen, die sich für den Buddhismus interessieren, sind durch ihn angeregt worden.
Wie kann jemand erleuchtet sein und trotzdem noch seine Macken haben? Ich finde das einen Widerspruch in sich. Aber vielleicht kann man ja nicht dauerhaft erleuchtet sein. Vielleicht ist das Erleuchtet sein kein Zustand, der im Alltag erstrebenswert ist.
Ich habe auch manchmal "hellsichtige" Momente, in denen ich mich eins fühle mit allem.
Trotzdem würde ich das nie als Erleuchtung oder Erwachen ansehen. Es ist eine andere Sichtweise, sie ist schön, und man muß sie sich leisten können.
Im täglichen Leben würde mein Mann und auch die übrige Gesellschaft schnell an meinem Verstand zweifeln, wenn ich mit vier Kindern am Hosenbein plötzlich von "wir sind alle Eins " anfange zu faseln.
Natürlich - unser Leben ist nichts, ist nicht wichtig.
Guck zu den Sterne, und Dir wird bewußt, wie unendlich winzig die Zeitspanne ist, in der wir leben.
Das Licht eines Sternes, den wir jetzt sehen, verließ ihn vielleicht, als es noch Dinosaurier gab.
Selbst die gesammte Menschheitsgeschichte - das ganze Erdzeitalter ist nur ein Wimpernschlag in der Ewigkeit.
Nichts desto trotz finde ich mein Leben für mich wichtig. Ich habe nur dieses eine, davon gehe ich jetzt einfacherhalber mal aus.
Ich habe nicht den Wunsch nach Unsterblichkeit. Ich habe den Wunsch nach einem glücklichen, erfüllten Leben ohne Leiden.
Ich kann mir Gedanken machen über alles Mögliche, aber letztentlich wird sich im Ganzen durch mich nichts verändern.
Kein Buch, kein Gemälde wird die Ewigkeit überdauern.
Wir sind Sternestaub gewesen und werden es wieder sein, aber dazwischen war ich einmal wenigstens bewusster glücklicher Sternenstaub.
Ist doch auch schon mal etwas.
Ich werde weiter den Hintern meiner Kinder putzen und nachts ihre kleinen rosigen anbetungswürdigen Zehen streicheln, ihrem leisen Schnarchen lauschen und sicher sein, daß mein Glück genau hier ist, nicht in irgendeinem Gott, nicht im Auflösen meines Bewusstseins, sondern in solchen profanen alltäglichen, aber trotzdem perfekten Momenten. Sicher, irgendwann werden diese Momente vorüber sein, genau wie alles im Leben.
Leben ist Wandel, auch wenn ich manches gerne festhalten will. Und Leben ist mit Sterben verbunden.
Also wird meine Seele, die lebendig ist, genauso sterben wie mein Körper.
Astrella
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