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Lieber momokid,
da hast Du mich aber sehr falsch verstanden, wenn Du denkst, es sei ein Trost, wenn es jemand anderem schlechter geht.
Wer denkt denn derart quer!
Kennst Du den Vergleich mit dem halbvollen oder dem halbleeren Glas?
Es ist eine Frage der Sichtweise: ich kann mich freuen über mein halbvolles Glas, oder ich kann traurig sein über das halbleere Glas. Im einen Fall bin ich dankbar, im anderen enttäuscht. Tatsächlich handelt es sich aber immer um dieselbe Menge.
Und damit hast Du Recht: es kommt darauf an, was ich fühle. Aber auch meine Emotionen kann ich steuern. Vielleicht nicht immer, aber sehr oft.
Also noch einmal: nehmen wir als Beispiel Jades Spruch. Ich bin nicht traurig, weil ich keine Schuhe habe, denn mein Nachbar im Krankenhausbett, der keine Füße hat, zeigt mir, auf was es ankommt im Leben, was wirklich wichtig ist. Und ich bin dankbar dafür, dass ich meine Füße noch habe.
Sind wir jetzt einig?
Inanna
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