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Guten Morgen allseits,
Die Annahme ist richtig, dass ich in der Vorstellung eines reellen Gottes lebe. Aber ich ging schon vom Gotteszweifel als notwendiger Voraussetzung aus, um mich Gott zu nähern.
Bei Gott gibt es ja auch nur zwei Möglichkeiten: Ja, es gibt einen und nein, es gibt keinen. Um etwas zu erklären, reicht das Werkzeug Zufall allemal. Wunderbar der Zufall: Zufällig gab es den Urknall, zufällig trafen sich meine Eltern, die mich in die Welt stellten. Es ist einmal zufällig alles so, wie es ist und aussieht.
In meiner eigenen Zeit des Gotteszweifels neigte ich sehr stark dazu: Nein, es gibt keinen Gott und religiöser Glaube ist ziemlich überflüssig. Ich sagte mir: Es ist besser, ehrlich in der Realität zu stehen, als mich irgendwelchen vagen Vorstellungen hinzugeben.
Ich muss aber sagen, dass ich für Fragen offen blieb. Hätte sonst auch nicht zu einem Buch wie dem obigen vom Tibet gegriffen. Es war die Zeit des Umschwungs, vielleicht auch deshalb, weil mich damals meine Schicksalskrankheit (Multiple Sklerose) in eine schreckliche innere wie äußere Krise führte. Ich befand für mich: Ich sollte nicht allein ehrlich die Gottverneinung ins Auge fassen, sondern mich auch ebenso ehrlich mit der anderen Möglichkeit der Gottesbejahung befassen.
Gott wurde mir nicht ein Werkzeug zum Erklären von Dingen, sondern einfach ein Halt. Darüber hinaus war und ist Gott ein Inhalt, über den es sich nachzudenken lohnt. Und daraus erschließt sich die Welt der Seele, die Welt des Lebenssinns. Hier gibt es weiterhin die Gültigkeit des Zufalls, der aber in höhere Zusammenhänge gestellt wird. Und ich sage: Mit dem Glauben an Gott lebt man einen ganz reellen Inhalt, der persönlich stützt. Der Einzelne darf das nur nicht in andere Menschen hineinpressen wollen. Fast muss man sagen: jeder ist seines Glückes Schmied, jeder sucht sich seinen Weg, jeder lebt nach seinem Muster. Nur manchmal - und das ist es ja eben: Die Welt scheint nicht im Guten zu liegen.
Ich weiß, ich bin ein Philosoph. Willst du mehr von mir, dann Google mit den Suchbegriffen Geistkultur als Lebensbalance, Sinnbelebung und schlage zu.
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Dies ist aber mein letzter Beitrag hier im Thema Gotteszweifel, denn ich denke mir, es wird für alle Gäste beschwerlich, wenn eine Diskussion zu lang wird. Ich werde dann wieder etwas anderes anregen.
Liebe Grüße und danke für die Beiträge
reinwiel
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