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Was bedeutet es an G'tt zu glauben?












Da war ja was los heute Nacht und heute Morgen!


Ich kann gar nicht mehr auf alles eingehen, was mir wichtig erscheint. Ein paar Anmerkungen will ich aber doch machen:

Zuerst an Astrella: ich war nie in einer Kirche, wenn man aber im christlichen Abendland aufwächst, dann kriegt man Christentum massiv mit. Einer der wichtigsten Punkte meiner Lösung von dieser Religion war - wie bei Dir - die Abwertung der Weiblichkeit. Ich war dann jahrzehntelang in einem matriarchalen Zirkel und habe die Göttin angerufen. Wunderschön!

Dann wurde mir deutlich - nicht nur im Kopf - dass ich einfach eine männliche Gottheit gegen eine weibliche Gottheit ausgetauscht hatte, auch die Rituale waren anders, vieles war anders. Aber für mich war es keine neue Qualität mehr, sondern einfach das Andere.

Heute bin ich so etwas wie eine Pantheistin, eine Mystikerin. Für mich ist alles Gott, alles Bewusstsein, alles Liebe. Meine Aufgabe heute sehe ich darin, mein Bewusstsein so weit zu entwickeln, dass es die Trennung zwischen Gott/dem Sein/dem Kosmos und mir aufheben kann, dass es wieder zurückfindet zur Einheit.

Mein "Umweg" über eine weibliche Religiosität war aber sehr wichtig, erstens wunderschön, zweitens habe ich aber auch gelernt, dass Religionen etwas anderes sind, als das, was ich brauche.

Inanna
@Astrella
Zitat:
Das Christentum ist für mich eindeutig kopflastig, und die ganze Religion, das ganze Christentum ist körper- und sinnesfeindlich.


Da kann ich Dir nur Recht geben!
Aber wer hat denn hauptsächlich die ganzen Religionen geformt? -Männer...
Und viele mit Komplexen bis weit über den Bauchnabel. Mit dem Formapparat Religion wurden sie dann kompensiert. - Kontrolle schafft Macht, und das ist dann der Ersatz.
Lieber Gralsbote,

Du gestattest mir, dass ich über Deine Auslassungen zu den Gebeten leise den Kopf schüttele. Siehst Du das nicht etwas zu oberflächlich?

Es ist ja in Ordnung, wenn Du für Dich selbst nichts mit Gebeten anfängst, glaubst Du aber wirklich, dass Du genug weißt darüber, was Gebete sind?

Wenn Du hier im Forum auf das blaue Wort Gebet klickst, dann kommst Du zu einer Definition. Zuerst kommen lange die Aussagen der Bahai zum Gebet, dann kommt auch noch die Definition von Wikepedia.

Gebet ist nämlich nicht nur eine Bitte an eine Gottheit, es kann auch Kontaktaufnahme sein, es kann Aussprache sein, es kann Stille in der Gegenwart Gottes sein.

Z.B. Mantras sind eine Form von Meditation. Aber auch der katholische Rosenkranz ist ein Mantra. Jeder Katholik wird Dir aber sagen, dies ist ein Gebet. Die Grenze zwischen Gebet und Meditation ist fließend.

Für Dich sind Gebete ein Hilfeschrei: "Lieber Gott, mach, dass ich im Lotto gewinne". Und wenn ich dann nicht gewinne, dann habe ich den Beweis, dass Gebete nichts fruchten. Oh je!

Gralsbote, immer wenn wir urteilen und abwerten, wirklich immer dann, liegen wir falsch. Denn es steht uns nicht zu, etwas abzuwerten, was wir nicht kennen.
Und Du sagst ja selbst, dass Du Gebete nicht kennst, Du kennst ja gerade mal eine Form, das Bittgebet. Steht es Dir dann zu, alle Gebete der Menschen abzulehnen?

Ein bißchen mehr Toleranz steht uns allen sehr gut. Ein bißchen mehr Achtung vor der Spiritualität anderer Menschen ist dringend erforderlich. Bei Spiritualität gibt es kein richtig oder falsch. Jeder Mensch ist anders und jeder hat seinen eigenen individuellen Weg zur Gottheit. Das ist doch schön so, bunt und vielfältig.

Es gab schon genügend Religionskriege und was heute in Teilen des Islam geschieht, ist ein Zeichen dafür, wohin Intoleranz führt. Das brauchen wir nun wirklich nicht.

Inanna
@Inanna
Zitat:
Aber auch der katholische Rosenkranz ist ein Mantra

Das ist aber sehr weit geholt. Eigentlich ist der Rosenkranz dafür gedacht gewesen, für alle Anliegen (ohne individuell darauf einzugehen) zu bitten und durch die Wiederholung eine Art Verstärkung herzuleiten.

Auch das enthaltende Lob dient der Verstärkung der Bitte.

Natürlich wandelte sich im Laufe der Zeit dieser Gedanke.

Aber zum Gebet zurück. Wenn Du mit Gott über ein "Gebet" in Kontakt treten willst, außer dem expliziten Danken wollen ist doch überall eine Bitte zumindest "versteckt" enthalten.

Gruß
alwin
Hallo Inanna!

Ich denke auch nicht, daß die Anbeteung einer Göttin mich wirklich weiterbringt - wie Du schon richtig bemerktest, deckt auch dieses nur einen Teil von allem ab.
Ich finde es nur schade, das die Körperlichkeit so ausser acht gelassen wird. Diese gilt es zu "überwinden", als wenn der Körper ein störendes Element ist. Und das gilt leider auch für den Buddhismus, Alwin.
Ich sehe meinen Körper auch als Ausdruck meiner Persönlichkeit, ich bin mit ihm verhaftet, ich will nicht ohne ihn sein, jedenfalls jetzt noch nicht.
Ein Körper ist etwas Wundervolles und mindestens ebenso "perfekt" wie die Seele.
Und das leben nach dem Tod in allen Ehren - ohne körper macht so ein leben doch nur halb so viel Spaß

Astrella
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