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Was bedeutet es an G'tt zu glauben?












Hallo Inanna,
ich kann Dir noch nicht einmal sagen, ob ich auf der Suche bin oder nicht.
Ich lese gerne Bücher, die sich mit dem Glauben, mit Religionen beschäftigen sehr gerne.
Ab und zu gibt es auch Momente, in denen ich die Zeit zurücksehne, in der ich noch glauben konnte.
Es ist viel Wehmut dabei, viel Unschuld und Geborgenheit ist damals den Bach runtergegangen.
An meinen "alten" Gott glauben kann ich nicht, es käme mir so vor, als würde ich versuchen, wieder an den Weihnachtsmann zu glauben.
Der Glaube an den Gott hat mich nicht getragen, als ich es am Nötigsten brauchte.
Ich kann meinen Kopf nicht so abstellen und mein Herz so weit machen, dazwischen gibt es zuviele Fragen nach dem Warum.
Vielleicht habe ich erst wieder Zugang, wenn ich nicht mehr suchen und finden will.
Vielleicht ist es mit dem Glaube an Gott wie mit dem Schlaf: Kinderleicht, aber nicht zu erzwingen.
So viele "Vielleichts".
Ich weiß es nicht.
Ich bin ein bißchen ratlos mit Leuten, die mir erzählen, wie sehr ihnen Gott schon geholfen hätte, wie er im letzten Augenblick noch die Hand über sie gehalten hätte und sie davor bewahrt hat, in irgendein Auto/Flugzeug zu steigen.
"Und was ist mit den Anderen?" frage ich mich insgeheim, "was ist mit denjenigen, die auf der Strecke geblieben sind? Warum hat Gott die nicht gewarnt? Warum sollte Gott einen Menschen retten und Millionen andere verhungern, verdursten, werden gequält."
Ich kann nicht mehr an einen eingreifenden Gott glauben, und das war mein Gottesbild, daß ich hatte.
Und ein anderes hat sich mir noch nicht eröffnet.
Vielleicht muß man ja auch gar keines haben...
Ich finde es schön, daß Du Deinen Glauben wiedergefunden hast. Auch wenn dein Weg hart war. Ich beneide Dich um deine Gewissheit, Du strahlst eine Ruhe und eine Zuneigung aus, die ich Dir glaube.
Ich habe leider nie ein so spirituelles Erlebnis gehabt wie Du - doch, zwei habe ich gehabt - aber auch an denen zweifel ich, weil beide unter Extremsituationen waren und ich die genauso gut unter Halluzinationen einordnen kann.
Ich bin im Moment ein wenig ratlos und traurig, weil ich von einigen Seiten, deren Meinung mir sehr wichtig ist - unter anderem auch Deine - gesagt bekomme, daß mir etwas fehlt. Nicht direkt - eher so ein bißchen "hintenrum" und geduldig.
So in der Art: Du wirst schon sehen...
Werde ich?
Kann ich?
Kann es nicht sein, daß ich auf Grund meiner Skepsis "versage"?

Eine ratlose Astrella
Hallo

Ich denke Gott kann man nicht suchen oder finden.
Gott kann man nur erfahren.

Als Freidenker glaube ich auch nicht an einen Gott.

In unserem Dorf hatten wir erst kürzlich eine Gebetswoche, also da wurde
eine Woche lang durchgebetet ohne Unterbruch, alle zwei Stunden war
jemand anders dran.

Ist doch schön oder nicht...?

Obwohl es ein kleines Dorf ist, wo jeder auf den anderen schaut und alle sich
kennen, kommt niemand auf die Idee mich zu diskriminieren...
Und auch ich finde es in Ordnung, dass gebetet wird. Auch der Pfarrer grüsst
mich immer herzlich, auch wenn ich nicht in die Kirche gehe.

Ob jemand an Gott glaubt und was es für ihn bedeutet muss jeder für sich
selber wissen - denk ich einmal.

Ich gebe Liebe und versuche niemanden etwas Böses zu tun - das ist meine Religion.

Mit Grüssen Gralsbote
@Astrella
Zitat:
So in der Art: Du wirst schon sehen...


Das ist doch die alte übliche Art, einen Glauben beim Anderen "erzwingen" zu wollen, - nach dem Motto: wenn Du nicht glaubst, bekommst Du irgendwann die Konsequenz zu spüren....

Wo bleibt da die Tolernaz und Freiheit?
@Alwin
So negativsehe ich das gar nicht. So oder so ähnlich äussere ich mich auch meinen Kindern gegenüber, wenn sie nach Dingen fragen, die man nicht erklären kann sondern selbst erfahren muss.

@Inanna
Ich habe gestern noch einmal im Bett über mein Verhältniss zu Glauben nachgedacht und "weiss" jetzt wieder, wieso ich es nicht kann.
Ich kann mich leichter mit Zufall oder Schicksal abfinden, das blind in unser Leben eingreift und es beeinflusst.
Es ist halt so und gut (oder eben nicht).
Wenn ich von einem Gott ausgehe, werde ich ihn auch "zur Rechenschaft" ziehen.
Was "macht" denn Gott?
Verströmt unendliche Liebe.
Gut.
Schade nur, daß einen diese Liebe gerade dann nicht erreicht, wenn man sie am Nötigsten hat.
Ihn zu spüren, wenn es mir sowieso blendend geht ist keine Kunst.
Ich habe mich damals im Stich gelassen gefühlt. Dieser Gedanke war fast genauso unerträglich wie das, was passiert ist.
Mit so einem Gott konnte (und kann) ich nicht leben, so einen Gott gibt es nicht, also habe ich beschlossen, daß es eben diesen Gott in meinem Leben nicht mehr gibt.
Versuchen, ihm mein Herz zu öffnen würde alte Wunden aufreißen, denn die Frage nach dem "Warum?" steht immer noch im Raum.
Wie gesagt, ich kann mich eher mit unglücklichen Umständen anfreunden.
Es lässt mich leichter und friedlicher leben und vergiftet mein Herz nicht mit Wut, Enttäuschung und Minderwertigkeitsgedanken.

So, und dann konnte ich wieder gut schlafen.
@Astrella
Zitat:
So oder so ähnlich äussere ich mich auch meinen Kindern gegenüber, wenn sie nach Dingen fragen, die man nicht erklären kann sondern selbst erfahren muss.


Richtig, da ist dann eine ganz normale Eltern-Kind Beziehung in Aktion.

Steht also in einem ganz anderen Kontext....
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