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Hola Astrella,
Das ist wahr, Menschen, die lange unterdrückt wurden, neigen dazu sich zu unterwerfen: unter die Regierung, die Umstände, Krankheiten... wir, die wir es gewohnt sind unsere Ansprüche zu verteidigen, etwas, was uns nicht gefällt entweder zu ändern oder dafür zu sorgen, dass es geändert wird, können das wohl am wenigsten verstehen.
Viele Leute hier gucken wie Autos, wenn ich ihnen erzähle, was ich alles durch blosses Insistieren erreicht habe (die meisten würden es nicht mal versuchen und wissen gar nicht, was möglich ist, wenn man sich stur stellt und auf seinem Ding besteht).
Was du über die Situation der Frauen schreibst, geht mir an die Nieren. Frauen gehören respektiert. Und eine Regierung, die Frauen dermassen vernachlässigt, wird über kurz oder lang schwer an den Konsequenzen tragen (ich denke, die wissen das auch, zumindest fangen sie an zu reden).
Dass du deine Privilegiertheit erkannt hast und jetzt mehr den je zu schätzen weisst, das ging mir genauso. Andererseits weiss ich jetzt kleine Dinge oder die Basis auch viel mehr zu schätzen. Ich denk z.B. nicht: "Verdammt, ich will einen Kühlschrank!" Ich denk: "Gut, dass so viel Essen da ist und auch vom guten."
Man kann es in beide Richtungen gewaltig übertreiben: überhöhte Ansprüche und totale Anspruchlosigkeit (bis zur Selbstaufgabe), aber genau das ist die Vielfalt der Welt. Es ist genauso die grosse Aufgabe der Menschen in Dt. bescheidener zu werden, wie es die Aufgabe der Menschen in Angola ist, ihren Stolz wiederherzustellen und den Glauben, dass sie an ihrer Lage etwas ändern können. (Denn das ist die Voraussetzung, dass sie tatsächlich etwas ändern können.) Das kann Jahrzehnte dauern, aber wenn es gelingt, geht es in die Geschichte ein und bringt die Menschheit als Gesamtheit weiter. (Wir entwickeln uns, wie ein grosser Organismus.) Ich habe darum kein Mitleid, sondern grossen Respekt vor allen Völkern, die vor solchen Aufgaben stehen. Und ich glaube, dass wir diese nur gemeinsam lösen können, indem wir uns gegenseitig etwas davon abgeben, was der eine hat und dem anderen fehlt.
Es ist darum wichtig, dass du dort bist und ich hier. Es fehlt an Brücken zwischen den Welten. 'Botschafter' sind enorm wichtig.
Darf ich fragen, was du in Angola machst?
LG
Lisken
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