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Eine Welt ohne Religion












Lisken hat folgendes geschrieben:
Ich bezweifle, dass es die erste Kategorie überhaupt gibt.
(Gemeint ist: 1. Es gibt Menschen, die glauben weil sie glauben müssen. )
Nun, wo jemand durch die Eltern in eine Glaubensgemeinschaft gezwungen wird und beim Austreten die Todesstrafe droht oder auch keine Todesstrafe aber die Androhung einer „ewigen Hölle“, da herrscht ein Zwang zum Glauben, dem sich nur die mutigsten entziehen.
Hi Martin,

Hier kommt wieder der Unterschied zwischen Kirche und Glauben ins Spiel: jemand kann sich den Regeln einer solchen Gemeinschaft unterwerfen ohne an Gott zu glauben. Das nennt sich dann Heuchelei.
Ich glaube, das was du meinst ist, dass man glaubt, weil das so üblich ist, ohne zu hinterfragen... das hat mit müssen aber wieder nichts zu tun. Wir tun vieles, weil wir es nie hinterfragt haben.

Hi vietor,

du klingst jetzt fast wie Platon in der Politeia - seine Idee vom Philosophenstaat. *kopfwieg* Das klingt tatsächlich alles sehr gut, auch in meinen Ohren. Doch leider macht die Praxis der Theorie einen Strich durch die Rechnung.
Denn wo immer es eine Mehrheit gibt, die sich über die Grundsätze einig ist, wird es eine Minderheit geben, die meint, es besser zu wissen. Das ist im Prinzip genau das, was jetzt in aller Welt passiert - wir haben diese Gruppe, die sich über die Grundsätze einigermassen einig ist, die Grundsätze sind ja auch nicht schlecht, aber ein paar wenige sind damit nicht einverstanden und machen einen Aufstand.
Es ist die eigene freie Natur des Menschen, die eine Utopie auf lange Sicht verhindert. Wir können uns dem Ideal nur annähern, es aber nie gänzlich verwirklichen. Denn dann müssten wir diejenigen, die dagegen sind (egal wogegen) zwingen, einsperren oder töten und da hätten wiederum welche (mit Recht!) was dagegen... usw.
Das Übersinnliche kann denen, die dagegen sind genauso eine Begründung liefern wie eine völlig religionsfreie Ideologie - in dem Moment, wo eine Religion für politische Zwecke missbraucht wird, hört sie auf Religion zu sein und wird zur Ideologie. Und wenn genug Leute daran glauben, wird die herrschende Ideologie durch eine andere abgelöst - aber nicht für lange... es ist ein Kreislauf.
Es gibt diese ideale Gesellschaftsordnung nicht, weil es den idealen Menschen nicht gibt.

Religion (das 'Übersinnliche') an sich ist und bleibt ein Werkzeug. Ein Mittel zum Zweck (und auf keinen Fall der Zweck selbst, wie 90% der Gläubigen meinen!), es kommt darauf an, was man für den Zweck hält, also wofür man dieses Mittel einsetzt.
Wie du sagtest, setzen es die meisten dazu ein, mehr Sicherheit und Gewissheit und Geborgenheit in dieser Welt zu suggerieren. Andere für Erkenntniss (dazu gehöre ich), obwohl ich zugeben muss, dass mir ein Gebet in einer schwierigen Situation enorm hilft - es macht mich ruhiger und gibt mir Gewissheit, dass schon alles gut wird, weil Gott auf mich aufpasst .
Und es gibt leider Menschen, die setzen dieses Werkzeug dazu ein und andere Menschen als ihr Werkzeug für ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele missbrauchen zu können. Kurzum: Es geht tatsächlich um Macht. Allerdings hat die Geschichte gezeigt, dass nicht nur Religion sich gut für geistige Kontrolle einsetzen lässt. Die Religion abzuschaffen, würde dieses Problem also nicht beheben!

Ich habe Messer in der Küche - schöne, scharfe. Ich schneide Salat damit und Brot und mache lecker Essen... in einem anderen Haus hat einer dieselben Messer in der Küche, aber er benutzt sie eines Tages um jemanden damit umzubringen oder sich selbst die Pulsadern aufzuschneiden. Messer sind ein Machtwerkzeug! Sollten wir sie nicht lieber abschaffen, weil die Welt ohne Messer besser dran wäre?

Das ist echt kein Vergleich von Äpfeln mit Birnen! Es ist beides ein Werkzeug - eine Religionslehre ist auch ein Werkzeug, man kan damit zur Erleuchtung gelangen, wenn man es richtig anwendet. Aber es ist eben auch gefährlich... Es ist mir wichtig, dass beide Seiten gesehen werden und nicht nur eine. Die meisten Menschen sehen aber leider nur eine. Und sind blind für die andere und das regt mich masslos auf, weil genau diese halbseitige Blindheit es ist, die einer funktionierenden Utopie (für eine Zeit lang zumindest) im Wege steht! Und nicht die eine oder die andere Seite!

So, das war das Wort zum Freitag . Bin gespannt auf deine Antwort und natürlich die Ideen aller anderen, die das hier mitverfolgen!

LG
@Lisken
Zitat:
Hier kommt wieder der Unterschied zwischen Kirche und Glauben ins Spiel: jemand kann sich den Regeln einer solchen Gemeinschaft unterwerfen ohne an Gott zu glauben. Das nennt sich dann Heuchelei.


Seit wann denn das? Eine Unterwerfung unter eine Tradition kann auch aus einer bedingten Überzeugung entspringen. Was soll das dann mit Heuchelei zu tun haben?
@positiv:

Lass es bitte.
Was soll ich lassen?
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