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Ägypten: Konvertitin nach Misshandlungen an Islamisten ausgeliefert
IGFM fordert den Schutz von in Deutschland lebenden Konvertiten
Alexandria / Frankfurt am Main (25. Juli 2007) – Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lieferte die ägyptische Polizei die am 16. Juli in Alexandria verhaftete 26jährige Konvertitin Eman Muhammad el-Sayed am 23. Juli an ihre islamistische Familie aus. Frau el-Sayed war in der vergangenen Woche von Familienangehörigen körperlich angegriffen und mit dem Tode bedroht worden, nachdem ihr Glaubenswechsel zum Christentum bekannt geworden war. Die herbeigerufene Polizei nahm jedoch nicht die Angreifer, sondern die junge Frau in Gewahrsam, angeblich zu ihrem eigenen Schutz. Auf der Bab-Sharky-Polizeistation wurde sie stundenlangen Verhören, Demütigungen und Folter ausgesetzt.
Die IGFM sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass Konvertiten in Ägypten kein sicheres Leben führen können und daher nicht in ihr Heimatland abgeschoben werden dürfen, sondern von den deutschen Behörden geschützt werden müssen. Die IGFM fordert außerdem die rechtliche Gleichstellung von Nicht-Muslimen in Ägypten, insbesondere von Kopten, die im Zuge der Radikalisierung von Muslimen immer häufiger Opfer von Diskriminierungen und Schikanen durch Islamisten, die ägyptische Polizei, die Justiz und andere Behörden werden.
Anstatt die volljährige Frau einfach zu entlassen oder ihren Ehemann über die bevorstehende Freilassung zu informieren, kontaktierten die ägyptischen Behörden die Peiniger von Frau el-Sayed: Die islamistischen Familienangehörigen, die sie geschlagen und ihr mit dem Tod gedroht hatten. Nach Augenzeugenberichten wurde die Frau von Familienmitgliedern vom Gelände der Polizeistation gezerrt, geschlagen und gezwungen, in den Minibus der Familie zu steigen, mit dem sie schließlich gewaltsam abtransportiert wurde.
Obwohl die Polizei von der Bedrohung durch ihre Angehörigen wusste, aus deren Händen die Beamten die junge Frau auf Druck von Passanten gerettet hatten, kontaktierte die Polizei eben diese Angehörigen. Die IGFM verurteilt das Vorgehen der Polizeibehörden, sowohl bezüglich der Folter als auch der verantwortungslosen Auslieferung der jungen Konvertitin, auf Schärfste: „Wir verlangen von den ägyptischen Behörden, sich unverzüglich für die Sicherheit von Frau el-Sayed einzusetzen und die verantwortlichen Beamten strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen“, so die IGFM.
Vorgeschichte:
Wie die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsgesellschaft am 20. Juli berichtete, wurde die zum Christentum konvertierte junge Frau zusammen mit ihrem Ehemann, ebenfalls ein Konvertit, am Nachmittag des 16. Juli auf einem Markt in Alexandria von ihrem Bruder und weiteren Verwandten überrascht und angegriffen. Ihre islamistischen Angehörigen schlugen auf sie ein, versuchten sie in ein Auto zu zerren und drohten ihr, sie umzubringen.
Die von Passanten herbeigerufene Polizei nahm Frau el-Sayed, das Opfer dieses Angriffs, in Gewahrsam, während ihrem Ehemann die Flucht vor den Angreifern gelang. Auf der Polizeistation wurde sie gewaltsam entkleidet und nackt fotografiert. Die Polizei übergab sie zur weiteren Befragung an Staatssicherheitsbedienstete. Nach Informationen der IGFM wurde sie auch von Angestellten der ägyptischen Staatssicherheit wiederholt schwer gefoltert. Wie der Nachrichtendienst Compass mitteilte, wurde sie unter anderem mit Stromschlägen an sensiblen Körperbereichen misshandelt.
Quelle:http://igfm.de/index.php?id=384&tx_ttnews[tt_news]=708&tx_ttnews[backPid]=20&cHash=a8e726ec01
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