|
|
|
| Zitat: |
| Sokrates sprach: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Es ist notwendig, immer bereit zu sein, seine Ansichten zu erweitern und gegebenenfalls auch umzustellen. |
Diese Bereitschaft, bisherige Überzeugungen in Frage zu stellen: Sind das nicht auch Zweifel?
| Zitat: |
| So sehe ich zwar die treibende Kraft des Gotteszweifels, doch ich schätze sie nicht. |
Der Glaube an eine Wahrheit ist eine Grundvoraussetzung für den Zweifel.
Der Atheist ist zum Beispiel kein Zweifler, er negiert Gott. Aber auch er kann an seinem "Glauben", seiner Überzeugung zweifeln.
| Zitat: |
| Andere sehen den Gotteszweifel als Stütze für ihr Leben, nehmen diese negative Kraft sogar positiv wahr. |
Zweifel und Neugier ist aller Suche Anfang.
| Zitat: |
| Ja, wenn es keinen negativen Pol gäbe, wie sollte dann Entwicklung vor sich gehen? Muss es denn einen Gott geben? |
Nur ein negativer Pol geht nicht. Entweder beides oder garnichts. *find*
Ich kann Schatten nicht sehen ohne eine Lichtquelle.
| Zitat: |
Pol und Gegenpol sind meiner Meinung nach eine Durchgangsstufe. Hell und Dunkel, Wärme und Kälte, Licht und Finsternis lösen sich einmal auf.
Nein nicht hier auf der Erde, aber im Jenseits. |
Womit der Tod ziemlich plastisch beschrieben wäre: Als Nichts.
| Zitat: |
| Hier auf der Erde machen wir unsere schmerzreichen aber notwendigen Lektionen durch, die natürlich wertvoll sind. Ich glaube, am Abschluss eines Erdenlebens ist ein Mensch wirklich kein weiches Ei mehr, bei dem weitere Inkarnationen unbedingt nötig sind. |
Das Leben besteht doch nicht nur aus harten schmerzhaften Lektionen. Ich lebe gerne. Ich freue mich über jeden Tag. Jedenfalls zur Zeit...
| Zitat: |
| Die Logik baut in Bezug auf ein nachtodliches Sein nur zwei Möglichkeiten auf: Entweder endet alles in ein absolutes Nichts oder das Leben setzt sich fort. |
Ich gebe zu, ich habe gewisse Probleme mit dem "Leben nach dem Tod"
Wieso wird eine Idee der Existenz einer Göttlichkeit fast zwangsläufig mit einem Leben nach dem Tod gleichgesetzt? Warum muß es irgendwie immer das Jenseits sein und nicht mal das hier und jetzt? Ins Jenseits kann man viel reinstopfen: Himmel und Hölle, Fegefeuer, Paradies, gestorbene Verwandte, die universelle Wahrheit usw.
| Zitat: |
| Zu diesem Bereich öffnen die Wissenschaftler vorsichtig ein wenig die Tür, aber eben nur einen winzigen Spalt. |
Tun sie nicht.
Die Wissenschaftler sind klug genug, zu erkennen, wo ihre Möglichkeiten aufhören. Ein naturwissenschaftlicher Beweis- einerseits wird Naturwissenschaft und Logik als Hindernis zur Erkennung der Wahrheit gesehen, aber andererseits: Welcher Esoteriker würde nicht ein Arm und ein Bein geben für eine naturwissenschaftliche Untermauerung seiner These...
Die Naturwissenschaft schließt ein Jenseits und einen Gott nicht aus, genauso wenig wie das ganze Spektrum der Emotionen und die Existenz eines Bewusstseins. Daß dieses schon als Zugeständniss gewertet wird, spricht für den Drang, dem Ganzen wenigstens den Anstrich von Seriösität zu geben.
Aber solange mediale Aussagen nicht reproduzierbar sind und man auch keine Meßgeräte im Jenseits aufstellen kann - muß man eben auf eine naturwissenschaftliche Untermauerung verzichten.
Ein glaubender Mensch braucht soetwas eh nicht.
Er weiß um Gott, so wie ich um die Liebe zu meinen Kindern weiß, zum Beispiel.
| Zitat: |
| Es gibt aber eine Menge Möglichkeiten und Methoden, Vorstellungen vom Jenseits zu bekommen. Die meisten Aussagen dazu geschehen aus der medialen Ebene. |
Fragt sich nur, wie subjektiv diese sind.
Jedes Medium sieht wahrscheinlich eine andere Realität von einer eventuellen Jenseitigkeit.
So wie ich aus dem Fenster gucke und völlig andere Zustände sehe als jemand, der in Deutschland aus dem Fenster guckt.
Vielleicht gibt es gewisse Ähnlichkeiten (auch hier gehen Menschen auf zwei Beinen und tags ist es heller als nachts), aber die Interpretationen über die Welt würden bei einem geneigtem Medium, daß durch meine Augen schauen würde, gänzlich anders ausfallen als bei Euch in Europa.
Ich gebe Dir soweit recht, als daß ich den Zustand des Zweifelns als einen unbefriedigenden Zustands des Nichtwissens empfinde, der - wie in anderen Fällen der Unsicherheit wie zum Beispiel der Eifersucht und der Angst - mit negativen Gefühlen einhergeht.
Ich sehe den Zweifel nicht als Lebensmotto, sondern als intellektuelle Auseinandersetzung mit einem Thema, das sich mir nicht erschließt.
Ich mag auf dem falschen Weg sein, aber das kann nur ich alleine entscheiden.
Astrella
|
|
|
|
@AStrella
| Zitat: |
| Wieso wird eine Idee der Existenz einer Göttlichkeit fast zwangsläufig mit einem Leben nach dem Tod gleichgesetzt? |
Kann es sein, dass das ein Ergebnis einer ungewollten oder unbewußten Indoktrination seitens der Kirche ist?
|
|
|
|
Guten Morgen allseits!
Vieles hängt von der Wissenschaft ab. Das meiste hängt aber davon ab, was der Einzelne in seinem Leben anstrebt. Vor vielen Jahren habe ich ein Buch von einer Frau gelesen, die Einblick in die Welt der tibetanischen Lamas erlangen und auch deren Meisterschaft erlangen wollte. Ich glaube, dieses Buch hieß Die Wettermacher im Tibet .
Darin beschrieb sie, welche strenge Entsagungen, Meditationen und Unterweisungen sie bei einzelnen Meistern auf sich nahm. Sie betonte, dass es nach Abschluss der Lehrjahre bei einem Meister notwendig war, wiederum 10 Jahre bei einem anderen Meister in die Schule zu gehen, wo gefordert wurde, alles Wissen und alle Belehrungen des vorigen Meisters abzulegen. Zuletzt galt es, alles Vorige zu vergessen und nur die freie Eigenständigkeit zu entfalten. Dies freie Eigenständigkeit musste so weit entwickelt sein, dass man entweder auf Wasser gehen konnte, mit der Kraft der Gedanken schwere Steine hob, in dünner Bekleidung so viel inneres Feuer entwickelte, dass Schnee und Eis im Umkreis von bis zu 10 Metern schmolz usw.usw.
Auch sie wurde Meisterin, die schlussendlich in der Lage war, mit der Kraft des Geistes ein "Wesen" zu erschaffen. Leider geriet dieses Wesen außer Kontrolle und sie hatte dann größte Mühe, dieses Wesen wieder aufzulösen.
Weiters berichtete sie, dass nur reinkarnierte Lamas die Leitung eines Klosters übernehmen durften. Dazu musste ein Lama einen Gegenstand, der in nur ihm gehörte und der in den Schriften des Klosters genau beschrieben wurde, so geheim verstecken, dass nur er allein das Versteck finden konnte. Es galt als erwiesen, dass ein Lama reinkarniert und somit der geeignete Leiter war, wenn der ins Kloster aufgenommene Knabe diesen versteckten Gegenstand, also seinen ehemaligen Besitz, zielsicher finden konnte. Durch die Aufzeichnungen konnte man feststellen, wie oft nun der Lama inkarnierte. Je öfter, desto schöner.
Ich dachte mir: Komplett uninteressant. Trotzdem blieb Reinkarnation ein Thema für mich. Obwohl ich nie in den Tibet reiste, nahmen aber auch bei mir die langen Lehrjahre bei einem "Meister" Gestalt an. Und zwar insofern, als ich mich mit Interessse oft über Jahre hinweg mit den Schriften eines Autors befasste, dann aber dieser Schriften gewisserart überdrüssig wurde. Dann kamen andere Autoren und andere Ansichten und Beschreibungen an die Reihe. Ich war aber bestimmt kein Mönch, ich stand normal im Berufsleben, interessierte mich Sport und anderes Vergnügen. Ich zog mich aber gerne etwas zurück, schaltete die Welt ein wenig ab und die geistige Beschäftigung an.
Und jetzt? Jetzt ruht alles in mir. Mir geht es nicht darum, mit Beweisen zu argumentieren. Mir geht es darum, andere so anzuregen, dass sie ihre eigene Gedankenwelt stärken und vielleicht auch ein wenig erweitern.
Liebe Grüße für heute.
reinwiel
|
|
|
|
Guten Morgen.
Die Essenz des Obigen liegt darin: Man lernt in Lebensabschnitten den Zweifel zu überwinden, sich zu erweitern und letztendlich Sicherheit zu gewinnen. Nagende Fragen, das planlose Galoppieren des Verstandes, die Verwirrung der Lebensgefühle geht langsam in ruhige Sicherheit über. Gott rückt heran, Gotteszweifel rücken in die Ferne. Das nur Haben-Wollen der Liebe geht über ins Geben-Wollen.
Liebe Grüße
reinwiel
|
|
|
|
Hallo reinwiel,
gehe ich richtig davon aus, dass sich Deine Aussagen auf der Basis bewegen, an einen reelen "überirdisch" vorhandenen Gott zu glauben?
|
|
|