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Oh, wir haben geschwatzt.
Das gibt jetzt bestimmt einen Eintrag ins Klassenbuch!
Also Augen nach vorne und zurück zum Thema
Wie war doch gleich das Thema? Gotteszweifel?
| Zitat: |
| Es wäre schade, wenn eine Lebenserfahrung nur als Argument gegen eine andere Lebenserfahrung oder eine andere Einsicht benutzt wird. |
Was ist daran schade?
Auf meinen Beitrag bezogen war es mehr eine Erklärung als ein Argument.
Ich versuche hier niemanden von meiner Sicht der Dinge zu überzeugen, weil ich (noch) keine festgelegte Sicht habe.
Ich halte alles für möglich, daß es etwas Göttliches/eine schöpferische Kraft gibt genauso wie das Gegenteil.
Ich weiß es nicht.
Womit ich meine Probleme habe, ist der Glaube an einen eingreifenden Gott. Es wirft zu viele Fragen auf.
Wenn Gott eingreift, was ist dann seine Motivation?
Gibt es einen göttlichen Plan? Warum gibt es immernoch das Böse?
Ist es Teil seines Planes?
Damit es zu keinem Stillstand kommt?
„Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht, denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wär's, daß nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element.“
(Mephisto aus Goethes "Faust")
Ist das der Plan? Der Wandel?
Astrella
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@Astrella
Deine Fragen sind echt faszinierend! Unsere Gesellschaft braucht kritische Menschen.
Ohne kritische Einstellung keine neue Versionen. Bleib dran, bitte!
Gruß alwin
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Schönen guten Morgen!
Ich finde das Zitat aus Goethes Faust passt ausgezeichnet, um einen Gotteszweifel zu leben. Gott macht nach dieser Philosophie nichts richtig, ist ohne Widersacher eigentlich ohne Wert. Doch meiner Meinung nach ist gerade dieser Zweifel geeignet, sich der Frage Gott zu nähern.
Über vielen Dingen liegt ein Paradoxon, so etwa darin, dass Gott im Tun, Sein und Wirken des Mephisto, des Teufels mit seinen Machenschaften, Gutes schafft. Also: Böses und Schlechtes ist deshalb da, damit sich die Welt zu Gott hin entwickelt. Von Gott gewollt.
Und genau das könnte man als das Eingreifen Gottes in alles Geschehen deuten. Dieser Kunstgriff Gottes scheint immer widersinnig, denn wir suchen das Verständliche. So verstehen wir nicht, warum es bei einzelnen Heilungen zu einem klaren Eingriff Gottes kommt, andere Leute aber sterben müssen. Das ist offensichtlich planlos.
Ja, es ist planlos für uns, nicht aber für Gott und die handelnden Geistwesen, die sich um den Menschen bemühen. Die haben andere Ziele.
Eine These: Der Plan Gottes ist, dass jeder Mensch ein unendlich starkes Ebenbild zu Ihm wird, das weitgehend selbstständig ist und dabei über unfassbar große Kräfte verfügt. Manche Autoren sprechen vom gleichwertigen Du Gottes.
Dieses starke Wesen also soll mit allem bis ins Letzte vertraut sein: Mit dem Unfrieden des Bösen, mit Leid, Schmerz, Trauer, mit dem Widerwillen gegen Gott. Das starke Wesen muss auch zu Tugenden finden: zur Geduld, zum demütigen Ertragen, zum eigenständigen Denken, zur kritischen Überlegung, zur Kraft der Liebe und Verzeihung.
Doch die Kenntnis davon soll sich der Mensch nicht wie beim Lesen eines Buches erwerben, da muss der Mensch in einem Erdenleben durch. Ob er will oder nicht. - - Nach meinem "Wissensstand" inkarniert der Mensch aber mit dem Wunsch, diese schwere Schule durchmachen zu dürfen. Vielfach je härter desto besser.
Welche Visionen könnt ihr dazu entwickeln? Liebe Grüße
reinwiel
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| Sprichst du hier auf die Dualität an?
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| Zitat: |
| Über vielen Dingen liegt ein Paradoxon, so etwa darin, dass Gott im Tun, Sein und Wirken des Mephisto, des Teufels mit seinen Machenschaften, Gutes schafft. Also: Böses und Schlechtes ist deshalb da, damit sich die Welt zu Gott hin entwickelt. Von Gott gewollt. |
Nicht nur "so etwa", sondern "genau so":
Mephisto: "Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will, und stets
das Gute schafft."
Wenn man eine sich wandelnde Welt als Plan/Ziel Gottes sieht, ist das Prinzip des Todes/der Zerstörung unabdingbar. Gleichgültig, ob man das Böse personifiziert oder als Kraft sieht. Sie ist der Gegenpol zur schöpfenden Kraft, und diese schöpfende Kraft wäre wiederum auch nur ein Teil Gottes.
| Zitat: |
| Dieser Kunstgriff Gottes scheint immer widersinnig,... |
Ja, einen Umweg über das Böse zum Guten würde ich genau so beschreiben.
Und das wäre doch die logische Schlußfolgerung:
| Zitat: |
| Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten, sagt ein englisches Sprichwort. Anders formuliert: Eine gute Gesinnung schafft noch lange keine bessere Realität. Niedere Motive dagegen mögen zwar eine schlechte Presse haben, aber sie wirken oftmals überraschend segensreich. Quelle: Das Mephisto-Prinzip |
Ach ja, ein logisches Herangehen ist beim Erkennen von Gott nicht so gefragt...
| Zitat: |
| Nach meinem "Wissensstand" inkarniert der Mensch aber mit dem Wunsch, diese schwere Schule durchmachen zu dürfen. Vielfach je härter desto besser. |
Inkarniert? Oder Reinkarniert? Im ersten Fall bin ich eines dieser seelischen Weicheier, die ein bequemes Leben gewählt haben.
Im zweiten Fall wird zumindesten der ganze christliche Religionskomplex vor die Tür gesetzt (bei anderen maße ich mir wegen Unwissenheit kein Urteil an), denn eine Reinkarnation gibt es dort nicht. Selbst der Gedanke der Inkarnation setzt eine Präexistenz der Seele voraus, und meines Wissens nach sind Leute, die so etwas proklamiert haben, wegen Häresie verurteilt worden.
Aber gut, wer sagt denn, daß sich dein Glaube auf einen christliches Gottesverständnis bezieht.
Also spielen wir weiter Schnitzeljagd...
Astrella
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