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@Gabriele
Ja, ich kann ungefähr nachvollziehen, was Du meinst.
Ich war lange Zeit ein typischer Bücherwurm, jedes Buch zu einem Thema, das mich interessierte, wurde verschlungen und ich habe viele der Meinungen einfach für mich übernommen, einfach weil es in den Büchern so plausibel und schlüssig dargestellt wird...jedenfalls in guten Büchern, und ich war immer tierisch beeindruckt von Autoren und ihrem Wissen.
Ganze Weltanschauungen habe ich so adaptiert.
Aber irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem ich merkte, daß das Lesen auch etwas Passives ist. Passiver jedenfalls, als zu leben, als selbst Erfahrungen zu sammeln und zuzuhören.
Ich finde es nur zu menschlich und verzeihlich, wenn Menschen versuchen, sich an irgendetwas zu klammern, was ihnen vielleicht Sinn geben mag.
Der Weg zum eigenen Sinn, zur eigenen Spiritualität und zur eigenen Realität kann aber niemand anderes für mich finden. Nur ich selbst.
Es gibt für mich keinen vorgekauten Instant-Glauben.
Mit Religionen kann ich nicht viel anfangen.
Ich weiß auch nicht, ob es jemals einen Endzustand gibt, denn es würde bedeuten, daß ich aufhöre, mich zu entwickeln.
Ich kann mir gut vorstellen, daß es Menschen gibt - Medien - die Zugang zu einer anderen Sichtweise unserer Realität haben.
Nur - wie weit kann man diese Sichtweise "objektiv" vom Medium getrennt sehen?
Soviele Medien (ist der Plural so richtig?) sehen so viele unterschiedliche Sachen. Entweder ist 90% davon Humbug, oder aber sie sehen eine Realität, die so unterschiedlich sein kann wie Deine und meine.
Unserer beiden Realitäten sind nichtsdestotrotz ja real. *davon ziemlich überzeugt sei*
Aber trotzdem nicht allgemeingültig.
Ich befinde mich momentan in einer ziemlichen spirituell/rationalen Schieflage, ich habe dadurch keinen Zugang mehr zu meiner Kreativität, was mich besonders bedrückt.
Am Beispiel meiner Tochter (5) sehe ich das, die mir heute morgen ein Straßenbild aus Kreide präsentierte, auf dem sie den "Himmel über dem Himmel" gemalt hatte in einer so reichen bunten gemusterten verschnörkelten klaren Schönheit, da ist mir ganz anders geworden.
Kein Gott mit Rauschebart. Kein Engel mit Flügelchen.
Als ich sie fragte, ob sie nich traurig sei, wenn das Bild im Verlauf des Tages zerstört werden würde meinte sie nur: "Ach Mama, das kann ich immer wieder malen, das Bild ist doch da drinnen" und zeigte auf ihr Herz.
(Ich war früher auch so.*seufz* Ich bin immer noch kreativ, aber nicht mit dem Herzen.)
DAS war für mich spirituell, schöpferisch, göttlich, das kann ich für mich annehmen.
| Zitat: |
Wenn Gottes Geist alles durchströmt, dann tun wir nur, was Gott will, weil der Geist Gottes in uns arbeitet und uns lenkt.
Es steht auch geschrieben: ohne Gott wären wir nicht, sind wir nicht - alles, was wir sind, ist auch Gott und ohne Gott passiert nichts und Gott weiß von allem, was passiert. Er ist das, was alles durchdringt, selbst unsere Gedanken werden durch Geist geleitet und so also bleibt nur der Schluß: daß wir sowieso das tun, was Gott will. Er lenkt uns auf weiteren Wegen. Eine seltsame Art der Gedanken, nicht wahr ? |
Ja und Nein.
Ich glaube, daß Menschen frei in ihrem Willen sind.
Durchdrungen zu werden ist etwas anderes, als gelenkt zu werden, und ich glaube nicht, daß wir in unserem Handeln gelenkt werden.
Ich glaube, daß es ein paar Voraussetzungen gibt, seine Spiritualität zu leben zu können.
Es gibt Menschen, die sich gegen den Einfluß wehren.
Es einfach nicht zulassen können, so wie ich momentan. Durchströmt zu werden. Ich sehe mich ungern als durchströmtes Objekt.
Wer sich nicht entfalten kann, der ist meiner Meinung nach auch "abgeschnitten".
Es gibt harherzige, verkümmerte, ängstliche Seelen, auch da wird nicht mehr viel stömen. Leider.
Man muß schon in die Sonne gehen, um von ihren Strahlen erwärmt zu werden. Ihr Licht ist zwar überall, aber man kann auch dunkle Zimmer aufsuchen und künstliches Licht anschalten....
Es ist leider so, das man Spiritualitat bei sich selbst erzwingen kann.
Je mehr man es sich wünscht, um so hartnäckiger entzieht es sich einem, dabei ist es wahrscheinlich so einfach und so kompliziert wie das Einschlafen.
Ich habe mit dem "Sich-fallen-Lassen" in einen Glauben schlechte Erfahrungen gemacht, bin einmal kurzzeitig in den Einfluß einer Sekte geraten (bis sie mich dann angesichts meiner Fragerei und der daraus resultierenden Verunsicherung anderer Anhänger vor die Tür gesetzt haben*gacker*) und seitdem höllisch vorsichtig, mich irgendwem/irgendwas anzuschließen, was ich nicht 100% verstehe... *sfz*
Aber bis jetzt habe ich alles immer irgendwie hingekriegt *unheilbarer Optimist sei*
Ich finde es wirklich schön, mit Dir zu schreiben.
Ich hatte ein ganz anderes Bild von Dir und bin froh, daß ich mit meinen Vorurteilen *schäm* unrecht hatte.
Liebe Grüße
Astrella
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