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In meiner Jugend Selbstmordgedanken












Hi Engelsblut!

Herzlich Willkommen hier!

Das was du erzählst klingt ziemlich schrecklich.

Was ich gut verstehen kann, ist die Angst vor dem Tod. Ich bin vor ca. 6 Wochen auch knapp daran vorbeigeschrammt und hatte die erste Zeit fürchterliche Angst davor, dass mir soetwas nochmal passieren kann. Auch ich habe mich in meiner Jugend mit Selbstmordgedanken herumgeplagt, stand sogar einmal, bereit zum Springen, auf einem Hochhaus.

Aber: Ich glaube nicht, dass die Menschen, die Selbstmord begehen, das erreichen, was sie sich wünschen. In den allermeisten Fällen ist das Erlösung! Ich kenne deine Gründe nicht genau, aber leiden musste jeder in seinem Leben schon mal. Der eine mehr, der andere weniger.

Das du deinen Großvater gesehen hast, der verhinderte, dass du schon von dieser Erde gehen musst würde ich als ziemlich eindeutiges Zeichen werten, dass du hier auf Erden noch etwas zu erledigen hast, eine Aufgabe zu erfüllen hast.

Friedhöfe sind krafvolle Orte mit einer ganz bestimmten Aura. Hier haben viele Menschen abschied von geliebten Menschen nehmen müssen. Kannst du dir nicht einen Platz suchen, der auch ruhig ist, der aber nicht so viel Leid ertragen musste? Eine Lichtung im Wald zum Beispiel.

Wenn du viel auf Friedhöfen arbeitest, und auch noch die Geschichten zu den Gräbern kennst, ist deine Verbindung natürlich sehr eng. Aber kam dir dein Großvater traurig vor? Vielleicht sind diese Menschen jetzt an einem Ort, an dem es mindestens genauso scön ist wie hier, ich wage sogar zu behaupten, dass es dort besser ist.

Ich kann dir nur empfehlen dir dieses Buch zu kaufen:

Joachim Faulstich: Das innere Land

Als Taschenbuch kostet es bei Amazon, aber in jeder größeren Buchhandlung auch, 8,95€. Mir hat es sehr geholfen, auch die Angst vor dem Tod zu verlieren.

Ich habe irgendwann begriffen, dass Selbstmord nur der Versuch ist, vor seinen Problemen wegzulaufen. Versuche dir doch erst einmal darüber klar zu werden, was dein Hauptproblem ist. Nur ein einziges Problem, das du dir "herauspickst", oder das hervorsticht. Und das versuchst du zu lösen, irgendwie. Aus deinem geschriebenen entnehme ich, dass es etwas mit deiner Kindheit zu tun hat. Vielleicht kannst du da ansetzen?

Ich weiß nicht genau, ob dir das jetzt hilft oder nicht, ich hoffe es zumindest, denn ich weiß wie unheimlich groß die Gefühle sind, die einem zum Selbstmord treiben und wie schlecht man sich vorher fühlt. Man sieht einfach keinen anderen Ausweg mehr, weil man denkt, die Probleme, die Angst oder die Wut treiben einen in den Wahnsinn, wachsen einem über den Kopf. Aber so ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Man muss nur ein Problem, ein Auslöser der Angst, oder der Wut, als einzelnes sehen. Nicht den Berg, sondern nur einen Kieselstein zum Beispiel.
Egal was dich dazu treibt so zu denken, splitter es auf in kleinere Häppchen, so ist es einfacher zu ertragen und zu lösen.

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt:
Der Mann, der den Berg abtrug
war auch derselbe,
der anfing, kleine Steine wegzutragen.


Liebe Grüße und hoffentlich zumindest etwas Trost,

Branwen
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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