Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

jeder seines Schicksals Schmied












Oh, schon wieder einen Eintrag ins Klassenbuch
*zu Lisken flüster* Ich hab da noch einen im Paralleluniversum, der ist nicht infiziert

@Gralsbote
War nur Spass. So ernst nehme ich das wirklich nicht.

Es gibt natürlich "äussere" Einflüsse, die mitentscheiden, auf welcher "Seite" man steht.
Die, ob man überhaupt eine Wahl, eine Alternative hat und sich dessen auch bewusst ist.
Aber nichts im Leben ist in der Hinsicht "gerecht".
Frauen haben eine andere Ausgangsbasis als Männer,
Schwarze eine andere als Weiße,
Arme eine andere als Reiche
und Minderbemittelte eine andere als Genies.
Und?
Auf der "richtigen, angenehmeren" Seite zu sein ist aber nicht unbedingt eine bessere Vorraussetzung für Glück.

Ich glaube, die Schweiz liegt mit Selbstmorden an erster Stelle.
(Ok, vielleicht werden die Todesursachen in anderen Ländern nicht in der gleichen Art statistisch erfasst, daß man Vergleichsmöglichkeiten hätte.)
Nach der gleichen Studie - ich find leider die Quelle nicht mehr, ich glaub, es war im SPIEGEL - leben die glücklichsten Menschen in: *Trommelwirbel setzt ein*: Bangladesch!
Öh.
Das staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich.
Bangladesch - für mich das Synonym für Elend schlechthin.
Nur noch übertroffen von den Gebieten, in denen aktuell Krieg und Völkermord herrschen.
Joan Baez hat ein Song über diese Land geschrieben, um mit ihrem Finger in unserem Gewissen rumzubohren, daß wir angesichts des bodenlosen Elends dort haben sollten.

Was sind denn die Bedingungen für Glück?
Die Freiheit, zu wählen, was man mit seinem Leben macht?
Gesundheit? Wohlstand? Intelligenz? Bildung?
Ist es nicht mehr die innere Haltung, das "sich schicken können" in Dinge, die man selbst nicht ändern kann?
"Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist" war lange Zeit für mich die Weisheit schlechthin.
Aber dann gehöre ich leider nicht zu den Glücklichen...
Lisken hat folgendes geschrieben:
Lisken Beitrag Datum: 21.08.07, 10:15 Titel:
Ui. Noch einer, der schlechte Laune hat... wir sind keine Roboter, irgendwie werden wir auf Umwegen schon wieder auf das Thema zurückkommen .
Es geht ja darum bisher inwiefern (und warum) wir gegenseitig in unsere Schicksale eingreifen und Schicksale durch unser Verhalten konstruieren, die anders sein könnten, wenn wir uns anders verhalten würden... Oder so ähnlich.

LG
Lisken
Es geht um die Frage, ob jeder sein Schicksal selbst mache oder nicht. (jeder seines Schicksals Schmied)

Ganz einfach, unabhängig vom Wetter, Laune, Börsenstand der Währung im Geldbeutel, Haarfarbe des Lebensabschnittspartners, Druck auf Blase und im Blut sowie Genotyp, lauter kleine Details die unter Umständen maßgeblich an dem weiteren Verlauf eines Schicksals beteiligt sein können.

Ungeachtet der Umstände in die wir hineingeboren werden wie Land und Ort, Eltern, Geschwister und Stand der Familie.

Meine Antwort lautet: Ich habe den Eindruck, als könne ich an meinem Schicksal einzig das ändern, wie ich es auffasse und deute, die Facts sind gegeben und kaum abänderlich.

Zitat:
Warum sind die Fakten unabänderlich?
Denkst Du, du bist ein kleines Zahnrad im Gefüge des Universums, das genau so funktioniert, wie es vorhergesehen ist - aber aus einer grausamen Laune der Natur/Gott/wie-auch-immer mit einer Prise Selbsterkenntnis ausgestattet?
"Hubs, ich bin ja nur ein Zahnrad, also Augen zu und durch, den ändern kann ich nichts" ist meines Erachtens ein Stoff, aus dem depressionen gemacht sind...
Wahrscheinlich ist eben meine Fragestellung doch nicht so richtig wissenschaftlich angehbar.
Versuche mal auf einzelne Punkte den Stand meiner gegenwärtigen Ansichten dazu zu äußern:
Astrella hat folgendes geschrieben:
Es gibt natürlich "äussere" Einflüsse, die mitentscheiden, auf welcher "Seite" man steht.
Wenn man "Glück" mal als Naturereignis ansieht, ist es etwas wie das Wetter:
Wir haben ein Klima, das ist so ungefähr der Gesamteindruck täglich normalerweise zu erlebender Lust- und Frustmomente. Ein Mensch der die wachen Stunden seines Tages damit verbringt von einer Ekstase in die nächste zu torkeln dürfte sehr bald sehr schwer zu erfreuen sein.
Wenn der zum Frühstück die Botschaft seines Tagesgewinnes von gestern in Höhe von 2 Mio € bekommt, entfährt ihm vielleicht noch ein zufriedenes Lächeln und er geht zur Tagesordnung über, was immer das auch sein.

Eine gewisse in sich ruhende Zone des Befindens, welche unabhängig von Glück und Unglück ist, muss man für einen vernünftigen Alltagsbetrieb voraussetzen und gerade an Orten, an denen Menschen geschult werden, auf welche man sich 100% verlassen können will, wird tatsächlich damit geübt, dass man traumatische emotionale Erlebnisse kreiert und die Leute unter dem Effekt derselben ihre Höchstleistung beweisen lässt.

Astrella hat folgendes geschrieben:
Die, ob man überhaupt eine Wahl, eine Alternative hat und sich dessen auch bewusst ist.
Mir scheint, Du sprichst hier das Thema "Freier Wille" an.
Darüber entscheidet eigentlich, woher unsere Gedanken kommen.
Einerseits aus dem persönlichen Speicher, auf den die gegenwärtigen Sinneseinflüsse wirken und die allgegenwärtige Unbekannte, welche jede Mathematik so herrlich weiblich macht.

Ich denke, mein Wille ist nicht gerade sehr frei und unterliegt sehr vielen Sach- und Lust/frust-Zwängen.

Astrella hat folgendes geschrieben:
Aber nichts im Leben ist in der Hinsicht "gerecht".
Frauen haben eine andere Ausgangsbasis als Männer,
Schwarze eine andere als Weiße,
Arme eine andere als Reiche
und Minderbemittelte eine andere als Genies.
Und?
Auf der "richtigen, angenehmeren" Seite zu sein ist aber nicht unbedingt eine bessere Vorraussetzung für Glück.
Nein, dahingehend weisen alle Geschichten und Paradigmen stets darauf hin, dass Glück ein Zustand des Menschen ist, welcher nur höchst bedingt an materiellen Mitteln hängt. Dazu ist auch sinnvoll, einmal einen Fragebogen zu studieren, mit dem das momentane Gesamtbefinden aufgenommen werden soll.
Wenn ich einen finde zeig ich ihn Euch sonst mach ich vielleicht slber mal einen.

Astrella hat folgendes geschrieben:
Ich glaube, die Schweiz liegt mit Selbstmorden an erster Stelle.
Ob Suizid wirklich ein brauchbarer "Barometer" für Glück ist? Kann man nicht auch z.B. sagen: "Was Schöneres kann mir nicht mehr passieren, also soll mir nichts mehr passieren!"?

PENG!

Vielleicht nicht gerade an erster, ich lebe jedenfalls noch, aber:
http://www.catholic.net/global_catholic_news/print.phtml?news_id=20251 hat folgendes geschrieben:
Schweiz: Kongressaufruf für wirksame Suizidprävention
by Redacción
BERN, 7. Mai 2002 (ZENIT.org-RNA).- In der Schweiz sterben mehr Menschen durch Selbstmord als im Straßenverkehr. Eine im Rahmen des ersten nationalen Suizidkongresses am Dienstag in Bern lancierte Petition verlangt jetzt Abhilfe und vernetztes Denken. In Politik, Bildung und Forschung sollen Maßnahmen gegen den Suizid getroffen werden. An dem Kongress nahmen rund 600 Fachleute teil.

Zwar haben auch die Kirchen ihren Anteil an der Tabuisierung des Suizids, so war beispielsweise "Selbstmördern" eine kirchliche Bestattung lange verwehrt. Aber nun ist es der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) der mit seinem Institut für Sozialethik ISE und seiner Diakoniekonferenz unter der Mitwirkung der Caritas Schweiz diesen ersten interdisziplinären Suizidkongress der Schweiz durchgeführt hat (http://www.suizidkongress.ch./ ).

Wie der internationale Vergleich zeigt, gehört die Schweiz in der Suizidstatistik zur Spitzengruppe. Pro Tag nehmen sich durchschnittlich vier Menschen das Leben - es bestehe also dringender Handlungsbedarf, wurde am Kongress betont.

Astrella hat folgendes geschrieben:
(Ok, vielleicht werden die Todesursachen in anderen Ländern nicht in der gleichen Art statistisch erfasst, daß man Vergleichsmöglichkeiten hätte.)
Nach der gleichen Studie - ich find leider die Quelle nicht mehr, ich glaub, es war im SPIEGEL - leben die glücklichsten Menschen in: *Trommelwirbel setzt ein*: Bangladesch!
Öh.
Das staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich.
Bangladesch - für mich das Synonym für Elend schlechthin.
Nur noch übertroffen von den Gebieten, in denen aktuell Krieg und Völkermord herrschen.
Da kann ich alles nachvollziehen, allerdings müsste man "Glück" wirklich erst definieren.
Es sieht wirklich so aus, als würden wir hier eine Rechnung machen wollen mit lauter Unbekannten, das ist traditionell mathematisch wie philosophisch unüblich und verspricht keine Aussicht auf Erfolg.

Astrella hat folgendes geschrieben:
Joan Baez hat ein Song über diese Land geschrieben, um mit ihrem Finger in unserem Gewissen rumzubohren, daß wir angesichts des bodenlosen Elends dort haben sollten.

Geil Vorstellung, den Finger von Joanz Baez in meinem Gewissen stochern haben.
Astrella hat folgendes geschrieben:
Was sind denn die Bedingungen für Glück?
Die Freiheit, zu wählen, was man mit seinem Leben macht? Gesundheit? Wohlstand? Intelligenz? Bildung?
Ist es nicht mehr die innere Haltung, das "sich schicken können" in Dinge, die man selbst nicht ändern kann?
"Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist" war lange Zeit für mich die Weisheit schlechthin.
Aber dann gehöre ich leider nicht zu den Glücklichen...


Vergessen, was nicht zu ändern ist, bedeutet es zu institutionalisieren. Das sind dann die Facts.
Also wäre logischerweise jenes Bewusstsein am glücklichsten, welches sämtliche Fakts vergisst.

Ja, ich denke, damit kommen wir zur Lösung: Das Glück liegt im selbst redigierten Traumerleben.
Zitat:
Ob Suizid wirklich ein brauchbarer "Barometer" für Glück ist? Kann man nicht auch z.B. sagen: "Was Schöneres kann mir nicht mehr passieren, also soll mir nichts mehr passieren!"?

PENG!




Ich würde ja jetzt gerne einmal ein Medium mit eine Umfrage unter kürzlich verblichenen Selbstmördern hinsichtlich ihrer Motivation beauftragen....

Zitat:
Vergessen, was nicht zu ändern ist, bedeutet es zu institutionalisieren. Das sind dann die Facts.

Das, was passiert ist, ist für mich tatsächlich ein Fact.
Ganz im Gegensatz zu gewissen Dingen in der Zukunft.
Für manche Sachen, die unbeeinflussbar sind, wird man auch für die Zukunft vorhersagen können.
Aber alles andere: Ist noch frei. Prophezeihungen? Nicht mit mir...
Mein Willen, meine Gedanken sind nicht komplett frei, manche Sachen sind mir einfach nicht möglich, andere will ich einfach nicht.
Es ist genauso wie mit dem Körper: Ich kann mich entscheiden, ob ich gehe renne, bade, mit Essen zustopfe oder verhungern lasse.
Manchen Sachen kann ich nicht (fliegen/vier Augen haben), andere Sachen will ich nicht.
Meine Identität ist mehr als die Hormone/neuronalen Prozesse in meinem Gehirn, so wie ein Musikstück mehr ist als viele Noten oder ein Bild die Summe der Pinselstriche.
Forum -> Andere Themen

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20,
21, 22, 23, 24  Weiter
Ähnliche Themen
Bewiesen, dass jeder Mensch eine Seele hat?
Hat eben jeder so seine Meinung über Gott und die Welt
FILM - "Jeder siebte Mensch"
Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten
Hat immer Recht Vater seines Kindes zu sein
Nach Namen seines Sohnes gefragt
Teil seines Experimentes
Freund seines Kumpels
Jeder Einzelne dieses Volkes
Jeder Mensch will Leiden vermeiden