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Glaube und Ratio












Zitat:
Das kann er machen. Viele Wege fuehren nach Rom. Die Loesung selbst aber muss objektiv nachvollziebar sein.


Klar, wenn die Lösung nicht logisch nachvollziehbar wäre, hätte das nichts mit Wissenschaft zu tun, hier liegt natürlich nicht die Subjektivität. Subjektiv sind die Momente, in denen der Wissenschaftler entscheidet wie er vorgehen will und welche Richtung er einschlagen will und wie er mit Unbekannten umgehen will. Und wie du selber schon sagtest, hat seriöse Wissenschaft nicht den Anspruch die Wirklichkeit erklären zu können, darum führen schon mal nicht alle Wege nach Rom, und das ist das entscheidende.

Wenn der Wissenschaftler davon ausgeht, dass in bestimmten Situationen keine übernatürliche Manipulation vorliegen kann und darf, dann ist das rein subjektiv entschieden, weil das nicht beweisbar ist. Die Theorie, die dabei rauskommt, kann völliger Humbug sein, selbst wenn sie keinen logischen Fehler enthält, nur weil er von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist.

Natürlich muss man sich immer mal für eine Seite bzw. Richtung entscheiden, aber wenn man von vornherein eine Seite pauschal schon mal ganz ausschließt, dann ist das nicht sehr klug.
Hallo Nebulös

Zitat:
Wenn der Wissenschaftler davon ausgeht, dass in bestimmten Situationen keine übernatürliche Manipulation vorliegen kann und darf, dann ist das rein subjektiv entschieden, weil das nicht beweisbar ist.

Auch wenn ich nicht genau weiss, was du meinst mit übernatürliche Manipulation, so ist doch sicher auch hier ein entscheidende Kriterium, ob sich der Vorgang jederzeit und ueberall reproduzieren laesst.
Ist das der Fall, so handelt es sich um ein erklaertes Phaenomen, fuer das man zur Erklaerung Hypothesen aufstellen kann. Sollten nun auf Basis der Hypothese zusaetzlich noch Prognosen erstellbar sein, so wird aus der Hypothese eine Theorie.
Es gibt wiele Dinge, fuer die es keine Theorie gibt. Die Naturwissenschaften aber auch die Psychologie sind voll von solchen Phaenomenen. Sie jedoch als übernatürliche Manipulation von Bekanntem zu bezeichnen halte ich jedoch fuer gewagt.
Ist ein Vorgang nicht reproduzierbar, so hat er per se keinen wissenschaftlichen Wert.
Wohl aber hat es oft einen psychologischen Wert.
Wenn eine Person meint, das immer dann, wenn sie alleine im Zimmer ist Elvis oder ET zu sehen sind, aber wenn jemand kommt diese immer verschwinden, so ist dieses Phaenomen inhaltlich sicherlich relativ wertlos, als solches ist es jedoch ein moeglicher Indikator fuer eine veraenderte Hirnfunktion und damit vieleicht von hoher Beweiskraft.

Allgemein:
Ein Wissenschaftler, speziel ein Forscher kann und darf ueberhaupt nicht annehmen das es übernatürliche Manipulation gibt. Wuerde er dieses tun, muesste er sofort aufhoeren zu forschen, da seine Arbeit sinnlos waere.

Zitat:
Die Theorie, die dabei rauskommt, kann völliger Humbug sein, selbst wenn sie keinen logischen Fehler enthält, nur weil er von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist.

Ganz so einfach ist das nicht, Nebulös. Jeder Forscher entwickelt seine Theorien in einem bestimmten Raum (z.B. Deutschland / Berlin ...str....) zu einer bestimmten Zeit (z.B. 01.01.1700 12:12) mit den in der jeweiligen Zeit verfuegbaren Mitteln (z.B. Fernrohr und Sternkarte).
Mit diesen kommt er zu Ergebnissen, die vollkommen den Wissenschaftskriterien entsprechen.
300 Jahre Spaeter haben wir anderen Raum, andere Zeit und andere Moeglichkeiten und kommen deshalb auch zu vollkommen anderen Ergebnissen obwohl die gleichen Kriterien gelten.

Natuerlich ist es vor allem in der Antike und im Mittelalter viel zu oft so gewesen, dass sogen. "Erkenntnis" eben NICHT der Wissenschaftstheorie genuegte, und deshalb zu den absurdesten Ergenissen fuehrte.

LG
Zitat:
Ein Wissenschaftler, speziel ein Forscher kann und darf ueberhaupt nicht annehmen das es übernatürliche Manipulation gibt. Wuerde er dieses tun, muesste er sofort aufhoeren zu forschen, da seine Arbeit sinnlos waere.


Das ist es ja, was ich sage, mit dieser Einstellung verhindert man, dass das Übernatürliche überhaupt erkannt werden würde, falls es existieren sollte. Man ignoriert diese Möglichkeit von vornerein völlig, weil sie nicht in das Bild passt. Und dass die Arbeit eines Wissenschaftlers dann nichts wert wäre, stimmt doch nicht, denn ob er jetzt irgendwelche abstrusen Behauptungen aufstellt, die zwar natürlich sind aber genau so wenig zu beweisen sind, wie eine übernatürliche, ist doch egal, nur führt sie in eine andere Richtung. Man kann auch mit der Annahme übernatürlicher Einflüsse logische und vernünftige Theorien aufstellen.

Das ist so, als würde man einem Zauberer zusehen und seine Zaubereien mit absoluter Vernunft erklären wollen und Theorien aufstellen, wie es möglich ist, eine Person schweben zu lassen, anstatt einfach mal davon auszugehen, dass der Zauberer einem vielleicht nur was vormacht und mit einem Trick manipuliert hat.
Das halte ich für ziemlichen Blödsinn, dass ein Forscher sofort aufhören muss wenn er an etwas übernatürliches glaubt.

Ich muss die Frage immer wieder stellen.... Was bitte soll etwas übernatürliches sein? Die Natur ... ich rede hier nicht von der allgemein bekannten belebten Natur, wobei man sich hier auch wieder streiten kann, wo die belebte Natur aufhört und wo sie anfängt, sondern ich rede hier von dem Kosmos und alles was dazugehört.

Wenn es sowas wie eine Seele gibt, dann ist sie Teil dieses allumfassenden Systems. Wenn es ein Leben nach dem Tod geben sollte ... dann ist dies Teil eines Systems. Es hat, wenn es existiert, eine Struktur und eine Systematik. Wenn es dies nicht hätte - dann bräuchte man nicht von einem Leben nach dem Tod zu reden und müsste sagen, dass man im totalen Chaos aufgeht und keinerlei Muster von einem übrig bleiben.

Wenn dies der Fall ist, dann wäre man wirklich bescheuert, es noch als ein Leben nach dem Tod zu bezeichnen.


Es wird doch überhaupt nicht ignoriert. Es sind nur leider keine nachvollziehbaren Erklärungen vorhanden.

Unien
Hallo Unien,

Zitat:
Das halte ich für ziemlichen Blödsinn, dass ein Forscher sofort aufhören muss wenn er an etwas übernatürliches glaubt.


Natuerlich!
Ich schrieb ja deshalb praeziser, das er genau dann aufhoeren muesste, wenn er an übernatürliche Manipulation (seiner Erkenntnisse) glaubt. (Nicht an Uebernatuerliches im Allgemeinen)

Wuerde er an sie glauben, so waere seine Aussage etwa:
"Ja ich habe da etwas erkannt und bewiesen, aber da das Erkannte ja jederzeit übernatürlich manipulierbar ist, kann ich keinerlei sichere Prognose aus meinen Forschungsergebnissen ableiten."

Damit ist aber ein wesentlicher Punkt der Erkenntnistheorie nicht erfuehlt.
Somit waere ein solcher, an übernatürliche Manipulation glaubender Forscher, per se niemals in der Lage Theorien aufzustellen und waere somit seines Arbeitsauftrages beraubt.

LG
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