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Schmerz












Er fühlte nichts als Schmerz. Der Schmerz war jedoch nicht körperlich Natur. Sondern gemeiner und hinterhältiger, wie ein Raubtier durchfuhr ihn der Schmerz. Ein Parasit, der sich im Herzen einnistet und täglich Unmengen an Ressourcen verbrauchte. Er wünschte sich ein Gramm Heroin und eine Spritze um endlich Schluss zu machen mit seinem kläglichen Dasein. Er dachte an seinen Ex-Freund und seine Kehle wurde rauh und trocken, der Alkohol betäubte ihn schon lange nicht mehr. Er der sein bester Freund und Geliebter gewesen war, hatten ihn hinterhältig verraten für Heroin im Wert von 40 Euro. Er spürte Druck und ein Ziehen in seinen Gedärmen. Wie kleine unsichtbare Hände, die nach ihm griffen und ihn innerlich zerreissen wollten. Er konnte sich weiss Gott nicht beschweren, hatte er doch alles was notwendig war zum leben. Jedoch der Verrat lastete schwer auf ihm. Er schluckte und zündete sich einen Sargnagel an um gierig die toxischen Gase einzuatmen und wenigstens eine Minute an etwas anderes denken zu können. Der Schmerz wurde kurz verdrängt, um noch stärker hervor zu brechen. Wer kann seinem Schicksal schon entfliehen? Er dachte an all die Versprechungen der verschiedenen Religionen, und in ihm stieg Bitterkeit auf, war doch das hier die eigentliche Hölle und die Auslöschung das einzige Ziel. Er liess seinen geistiges Auge schweifen und erkannte, dass es nichts gab ausser dem Schmerz.
Seine Gedanken kreisten wieder um ihn. Er hatte ihn geliebt und hatte die grösste Enttäuschung seines Lebens hinnehmen müssen. Ihm blieben Erinnerung und der unerträgliche Schmerz. Er schluckte und musste schal wahrnehmen wie sein Herz vergiftet war von der Hingabe zu ihm. All die Lügen, die Versprechungen, die Schläge waren umsonst toleriert worden. Er wünschte sich ihm einen Gefühlscocktail zu mischen und ihn zu kosten lasten, was er fühlte, nur für eine Minute. Er würde sich sicher in 4 Teile zerreissen und jeden Lebensmut verlieren, wie es ihm wohl erging? Er wünschte sich Rache, aber er wünschte sich viel mehr noch als alles andere, ihn noch einmal in die Arme zu schliessen für eine flüchtige Sekunde des wahren und reinen Glücks.
Er dachte und dachte. Plötzlich fiel ihm ein, dass er einen Lottoschein ausgefüllt hatte, dies würde ihn kurz auf andere Gedanken bringen und ein Gewinn würde ihm ermöglichen aufrechter zu gehen. Er musste lachen, wie sollte man von dem wenigen, was der Staat erlaubte leben können? Er dachte an all die Entbehrungen, wie er die letzte Woche jeden Monats nur Nudeln ass, wenn überhaupt etwas da war, aber daran hatte er sich schon längst gewöhnt. Er hoffte, dass sein neuer bester Freund endlich klingeln würde um ihn aufzuheitern und den Schmerz für eine kurze Zeit vergessen zu lassen. Der Schmerz war, was ihn bestimmte und er sah vor ihm auf lange Zeit keinen Sonnenschein. Er sah aus dem Fenster und das Wetter dort sah aus, wie seine Seele. Regen, grau, Wolken. Frustration, Tränen, Verdunklungen. Er schmunzelte eine Sekunde lang, um sich im selben Augenblick über die Wahrhaftigkeit des Schmerzes bewusst zu werden. Warum? Das fragte er sich bereits seit drei Monaten oder mehr? Er hatte Glück gesucht, es gefunden, um gleich darauf noch tiefer zu fallen. Er hasste sich dafür, dass er bereit gewesen war, seine Gefühlslosigkeit, Monotonie und Routine einzutauschen gegen das Glück. Er hasste das Glück immens, denn es war eine Giftspinne, die viel verspricht sich dann aber über die Gedärme hermachte.
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