zwiegespaltene Gefühlswelt...


Liebe Leser,

eigentlich habe ich mich immer davor gescheut, meine Probleme anzusprechen, da ich sie selbst kaum in Worte fassen kann, doch diese vielen vielfältigen Beiträge dieses Forums gaben mir schließlich doch den Mut, meine Ängste und Beklemmungen aufzuschreiben

Zu meiner Person, ich bin 20 Jahre alt, habe mein Abitur diesen Sommer
erfolgreich abgeschlossen und erscheine nach außen als eine starke Persönlichkeit, die das auch bekommt, was sie sich zum Ziel gemacht hat - soweit, so gut - innerlich fühle ich mich total unsicher und zerrissen.

Ich sehe, wie glücklich meine Freundinnen in ihrer Partnerschaft sind und wie schön es doch sein muss, einen netten Mann an seiner Seite zu haben, der einem das Gefühl von Vollkommenheit gibt, der einen mit einer Warmherzigkeit und Glückseligkeit anblickt und dessen Liebe einem neue Kraft gibt, das Leben wieder rosiger und heller zu sehen.
Viele Menschen scheinen kein Problem damit zu haben, sich in diese Verliebtheit zu bringen, sich voll und ganz diesem Gefühl zu öffnen und sich davon durchdringen zu lassen, für diese Menschen ist es scheinbar auch kein Problem, neue Menschen kennenzulernen und jemanden zu finden, der sie lieben kann.

...bei mir schaut das Ganze ein klein wenig anders aus. Natürlich hatte ich schon Männer, einige, und naiv wie ich war, habe ich mich auf ihren Charme, auf die falschen lieben Worte eingelassen, in der Hoffnung, ich würde Liebe finden.
Das Gegenteil war der Fall, von Liebe war keine Spur, diese Männer wollten auch nicht mit mir zusammen sein, sondern nur meinen Körper - und trotz der ganzen Andeutungen ihrerseits habe ich mich doch auf sie eingelassen und wurde danach buchstäblich kalt abserviert - letztendlich meine Schuld...
Auch gab es Männer, für die ich geschwärmt habe, die ich interessant fand und auf Gutreden von Freundinnen bzw. meinem kläglichen Optimismus habe ich sie angesprochen, wurde dann aber mit einem "Du bist nicht mein Typ" abgefertigt - natürlich unterließen diese Männer es dann auch nicht, sich darüber lustig zu machen, dass die "hässliche, dicke" sie tatsächlich angesprochen hat...

Seit diesen schlechten Erlebnissen lebe ich nun teils abgeschottet von den Menschen für mich. Ich weiss, ich bin noch jung, werden sich einige sagen, dennoch fühle ich mich so verletzt, dass ich keine Nähe ertragen kann, obwohl ich mir sehnlichst Nähe wünsche.
Jeder in meinem Freundes-/Bekanntenkreis hat keine Probleme, andere Menschen kennenzulernen und die meisten meiner Freunde leben in fester Partnerschaft, was mir jedes mal einen Stich versetzt, wenn ich sehe, wie glücklich sie doch sind - noch mehr setzt mir die Frage "Und wie siehts in deinem Liebesleben/Wie? Du bist noch Single?" zu.

Ich wünsche mir oftmals wirklich einen Menschen, den ich lieben und der auch mich aufrichtig lieben kann, doch gleichzeitig befällt mich wieder die Angst, mitsamt meinen Minderwertigkeitskomplexen, mich zu öffnen und jemanden einfach mal kennenzulernen.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich kann nicht geliebt werden, da etwas nicht mit mir stimmt - aber wie kann ein Mensch nach so vielen Abweisungen auch anders reagieren?

Auch wenn sich mein Problem belanglos im Vergleich zu großen Problemen erweist (ich möchte es auch gar nicht neben andere Probleme stellen...), doch dies ist leider gerade meins und sooft ich versuche, es zu verdrängen, es holt mich leider immer wieder ein..

Deswegen erhoffe ich mir hier, von irgendjemandem, vielleicht einen guten Rat oder ein paar aufmerksame Worte...obwohl ich eigentlich schon darüber froh bin, wenn sich überhaupt jemand meiner dahergefaselten Worte durchliest


Liebe Grüße,
Kaoru
Liebe Kaoru,

Also ich habe es durchgelesen und ich muss ehrlich sagen, dass mich deine Geschichte sehr berührt hat.
Ja, du hast Recht, es gibt sicher größere Probleme, aber wie du sagst, dieses betrifft dich ja und verdrängen hilft sicher nicht. Alles was verdrängt wird, kommt wieder mal nach oben. Du musst dich dem stellen und versuchen damit umzugehen.

Zitat:
Seit diesen schlechten Erlebnissen lebe ich nun teils abgeschottet von den Menschen für mich. Ich weiss, ich bin noch jung, werden sich einige sagen, dennoch fühle ich mich so verletzt, dass ich keine Nähe ertragen kann, obwohl ich mir sehnlichst Nähe wünsche.


Ja, ich kann dein Gefühl gut verstehen. Tiefgreifende Verletzungen verursachen oft, dass wir uns zurückziehen. Wir wünschen uns Nähe und haben gleichzeitig Angst davor. es ist die Angst wieder verletzt zu werden.

Zitat:
Ich wünsche mir oftmals wirklich einen Menschen, den ich lieben und der auch mich aufrichtig lieben kann, doch gleichzeitig befällt mich wieder die Angst, mitsamt meinen Minderwertigkeitskomplexen, mich zu öffnen und jemanden einfach mal kennenzulernen.


Um jemanden kennenzulernen kommst du nicht umhin, dich auch zu öffnen. Ich verstehe deine Ängste nur zu gut, aber auch du bist ein wertvoller Mensch und auch für dich wird es jemanden geben.

Mit Abweisungen musst du lernen umzugehen. Das ist nicht leicht ich weiß das. Vielleicht hast du ja jemanden der dich dabei unterstützt? Oder du könntest auch mit mit Seelsorge oder Therapeuten darüber reden, wenn du es alleine nicht schaffst.

Und immer daran denken: Auch du bist ein einzigartiger, wertvoller und auch liebenswerter Mensch, so wie jeder.

Liebe Grüße
Kiki


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Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist. (Mutter Theresa)
Ich kann mich dem Wort von Kiki60 nur anschließen.

Weiterhin bin ich der Meinung, das du den Kopf nicht hängen lassen sollst. Du bist für diese Einstellung etwas wirklich festes für etwas langes zu haben im falschen Alter. Die meisten toben sich in deinem Alter noch aus. Etwas festes wirkt leider bei den meisten in diesem alter abschreckend. Selbst in meinem Alter von 27 Jahren ist das noch so. Weiterhin kann ich dir noch sagen, das weibliche Kurven (auch die dickeren) nicht unbedingt die schlimmsten sind. Auch ich stehe drauf, wenn was an der Frau dran ist. Für mich ist das ganz und gar nicht häßlich Ich kann es verstehen das es schwierig ist, das man mitansehen muß, das die ganze welt an einem vorbei liebt. Und man sich nur noch wie ein Außenseiter vorkommt. In dieser Phase ist es sehr wichtig, das man Freunde hat. Die einem das nötige Selbstbewußtsein geben.
Vielleicht hilft es Dir auch, dich rinfach mal hinzustellen und Dir mal vorzuführen, was an Dir toll ist. Was du toll an Dir findest. Halte dich an diesen Punkten fest, und baue dich damit auf. Das hilft dir jedenfalls etwas zu mehr Selbstbewußtsein zu kommen.