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Im April des Jahres 1987 wurde Max Julian geboren. Man sagte ihm später er sei einen Monat zu spät gekommen. Max Julian war das egal. Er kam oft zu spät. Im Alter von vier Jahren stellte man fest, das Max Julian ein aufgewecktes Kind war. Man stellte auch fest, das er ein seltsames Kind war, aber das behielt man für sich. Man lobte seine frühkindlichen Analysen und beschloss ihn in den Kindergarten zu stecken. Der Kindergarten blieb Max Julian in traumatischer Erinnerung. Hier entwickelte er seine Abneigung gegen fette Frauen und den Namen Steffi, die er nie wieder ganz los wurde. Die fette Steffi war die Wärterin die aufpasste das kein Kind nur spielte. Die fette Steffi passte auf das man nur mit Klötzchen und Figürchen spielte. Wer sich nicht daran hielt wurde mit Lernpuzzles bestraft. Max Julian entwickelte auch früh eine Aversion gegen Lernpuzzles, und wer weiss wie die Dinge sich entwickelt hätten, hätte er nicht seinen Leidensgenossen, Max Josef getroffen. Max Josef war genauso angekotzt, und so suchten sich die beiden einen leicht behinderten Zuschauer und kletterten dann nacheinander über den Zaun. Der Zaun wurde daraufhin erhöht, aber das wussten die beiden noch nicht. Sie liefen und lachten, sie hatten den Geschmack der Freiheit gekostet. Bald darauf standen sie vor Max Julians Haus und wenig später erfuhr seine Mutter, das man vom Verschwinden der beiden nichts bemerkt hätte (der Freigang war seit fast einer Stunde vorbei und die Kinder spielten wieder mit Klötzchen und Figürchen) Man liess die Sache auf sich beruhen, abgesehen davon natürlich, das Max Julian und Max Josef nie mehr ohne Bewachung nach draussen durften und das die Lokalzeitung das Thema aufgriff, was zur Erhöhung des Zaunes führte. Aber Max Julian und Max Josef arrangierten sich. Sie fanden ein Sofa im Flur auf dem sie die meiste Zeit sassen und den dümmeren Kindern von ihrer Zeitmaschine erzählten. (Nachdem Max Julian zuerst sogar Max Josef von der Existenz dieser Maschine überzeugte, was dieser später bestritt) Manchmal rollten sie auch auf Schiebewagen durch die kleine Turnhalle aber sie mussten ständig auf der Hut sein vor der fetten Steffi. Ein Erlebnis blieb Max Julian in besonderer Erinnerung: Es war auf einem Ausflug, als die fette Steffi eine Dose Pfefferspray fand und natürlich testete. Max Julian der gerade links hinter ging, konnte bestätigen das die Dose voll war. Er hatte das Bedürfnis dieses fette Säugetier zu schlagen oder zu treten, aber er war zu klein und ausserdem konnte er nichts mehr sehen. Man liess die Sache abermals auf sich beruhen, da sich die Kindergartenzeit dem Ende zuneigte. Endlich raus aus diesem Irrenhaus dachte der sprachgewandte Max Julian für sich. Kindergarten war echt scheisse, sagte sein bester Freund Max Josef laut und deutlich. Die Kinder in der Schule waren fast genauso dumm, aber lauter und frecher. Das gefiel den beiden, das hier war Revolution, das hier war der place to be, aber sie sprachen natürlich noch kein Englisch. Max Julian konnte aber gut pfeifen, und so legte er sich gemütlich unter den Tisch und pfiff ein Liedchen, während Max Josef die dümmeren Kinder verscheuchte. Hier wurde Max Julian zum ersten mal mit der nackten Wut eines männlichen homo sapiens konfrontiert, und er beeilte sich unter dem Tisch hervorzukommen. Dieser Mann war nicht sein Freund, soviel stand fest. Max Julian war fortan ein Exempel. Dennoch war es Max Josef, den der Lehrer als ersten auf den Gang schickte. "Will noch jemand gehen?" fragte er mit boshaft, ironisch, rhetorischem Tonfall und Max Julian verstand. "Ich" sagte er dennoch mit fester Stimme und verliess den Raum. Ein Blick genügte und sie wussten was zu tun war. Laufen. Das Ende vom Lied, eine fette aber ungewöhnlich schnelle Hortwächterin fing sie ein noch bevor sie den Schulfof verlassen hatten. Zurück in die Klasse. Nach zwei Wochen teilte man Max Julians Mutter mit ihr Sohn sei ungewöhnlich sprachbegabt und habe beachtliche analytische Fähigkeiten aber er würde jetzt erstmal die Vorschule besuchen. Warum? fragte seine Mutter, und der Lehrer sagte, Ach, der kleine Max Julian passt nicht so gut in unsere kleine Gruppe. Der kleine Max Julian hatte seine Autorität untergraben, erfuhr er später, als er einen Wurm in seinem Apfel fand und dies der Klasse mitteilte, die daraufhin in Aufruhr geriet und sich um Max Julians Tisch versammelte. "Haut ab ihr Spinner" sagte Max Josef, aber keiner hörte auf ihn. Eines der dümmsten Kinder stolperte und brach sich einen Finger. "Du warst der Anstifter" sagte der Lehrer zwei Jahre später zu Max Julian. Max Julian schwieg wohlwissend, dass er grosses Glück gehabt hatte die Klasse zu verlassen. Ein anderer Lehrer nahm ihn nach einem Tag Vorschule in seine Klasse. Max Josef indes hatte weniger Glück. Er blieb vier traumatische Jahre in der c- Klasse ohne das er dort einen Freund fand. Max Julian stand ein Jahr unter Schock. Zu Anfang machten die Anderen Kinder in der Pause Jagd auf Max Julian und Max Josef und sie verschanzten sich in einem Busch. bald jedoch schlugen sich ein paar Mädchen aus Max Julians Klasse auf ihre Seite und einer ihrer schlimmsten Feinde wurde schliesslich Max Julians erster Freund in der Klasse. Es stellte sich auch heraus das die Mädchen Max Josef gar nicht mochten und sein neuer Freund genausowenig. Max Julian verrriet seinen besten Freund und wurde ein Teil seiner Klassengemeinschaft. Max Julian dachte damals Max Josef habe ebenfalls neue Freunde gefunden, er erfuhr erst viel später, das es nicht so war. Sie sahen sich immer seltener, während Max Julian immer besser in der Schule wurde, und zu Begin des zweiten Schuljahres wieder anfing im Unterricht zu sprechen, ohne sich vorher gemeldet zu haben. Der Lehrer hielt dennoch grosse Stücke auf ihn, obwohl er immer nur zweitbester Schüler blieb. Der beste musste täglich viele Stunden lernen und der Lehrer wusste das. Max Julian lernte eigentlich nie, aber er wusste viel, und begann Bücher zu lesen. Mit dem Besten verstand er sich auch sehr gut. An Max Josef dachte er kaum noch.
Eigentlich wurde alles sogar immer besser und am Ende der vierten Klasse war er voller Zuversicht, geschätzt und respektiert. Er wechselte auf ein Gymnasium "Max wenn du nicht lernst zu tun tun was dir keinen Spass macht wirst du dort scheitern" Sein neuer bester Freund (sein dritter) kam auf dieselbe Schule, zusammen mit einem Mädchen das Max Julian viele Liebesbriefchen zum ankreuzen geschenkt hatte. Max Julian verpasste später seine Chance. Alles lief hervorragend, und er war wieder zweitbester in der Klasse aus dem selben Grund, aber diesmal knapp hinter einem sehr ehrgeizigen Mädchen. Einer von Max Julians späteren Kumpeln würde sie später entjungfern, aber davon war noch keine Rede. Max Julian merkte langsam das sein bester Freund ein falsches Spiel spielte und ihn benutzte um sich vor anderen zu profilieren. Er suchte sich daraufhin wieder einen anderen Freund, allerdings war er gezwungen jeden Tag mit dem Bus zu fahren, und sich auch hier einzuordnen, wollte er nicht erbarmungslos untergehen. Man könnte sagen er war recht beliebt aber viele trieben auch ihre Spässe mit Max Julian, er hatte einen unbestimmten Platz in der wilden Hierarchie des Busses. Aber alles in allem ging es ihm gut, bis er im Alter von 13 Jahren einen folgenschweren Entschluss fasste. Er wollte endlich durch und durch cool sein. Er kleidete sich neu ein und begann im unterrich öfter den Kopf auf den Tisch zu legen und immer seltener seine Hausaufgaben zu machen. Er dachte, das gehöre dazu. Er hatte sich getäuscht. Cool wurde er erst Jahre später als sich herumgesprochen hatte, das Max Julian Hasch rauchte. Er hatte zwischendurch seinen vierten und wie er anfangs dachte fünften besten Freund gefunden. Für den vierten hatte Max Julian vor lauter coolness bald keine Zeit mehr und mit dem fünften schwänzte er die Schule. Der fünfte hiess Ilker und war ein Türke. Ilker schrieb weiterhin gute Noten und lernte für die Schule, während Max Julian, dem noch der Ruf der scharfen Analyse anhaftete das für unnötig hielt. Er hielt es sogar für nötig sich ein bisschen dumm zu stellen, und er hielt es für nötig zusammen mit ein paar anderen coolen Jungs Hasch zu rauchen. Max Julian blieb in der neunten Klasse sitzen. Er lebte nur noch für die Pausen. Er sprach mit keinem aus seiner Klasse, rauchte Zigaretten oder Joints in den Pause. Max Julian hatte in eine andere Klasse gewollt, aber ein seltsamer Zufall hatte es verhindert. Max Josef kam auf die Schule, und ihm wurde der einzige freie Platz in der Klasse zugeteilt auf die Max Julian spekuliert hatte. Max Josef hatte ein anderes Gymnasium verlassen müssen, sein Ruf als Bauernsohn war ihm dort zum Verhängnis geworden. Der Hof seines Vaters hatte einen Wert von geschätzten 12 Millionen Euros. Wenige Tage später rauchte Max Julian einen Joint mit einem Kollegen aus dem Ort. Max Josef kam dazu und brachte seine frisch-gekaufte Wasserpfeife mit. Es war die Erneute Verbrüderung. Bald verschwand der Kollege und ein Punk gesellte sich zu ihnen. Sie waren drei Brüder lose verbunden durch tägliches Kiffen. In der Schule schlief Max Julian wenn es sich einrichten liess, nachmittags rauchte er Grass mit verschiedenen Leuten. Max Josefs Kusine unter anderem, die auf dem Nachbarhof lebte. Zuvor hatte sich Max Julian nicht für besonders attraktiv gehalten und verdrängt das er seiner intelligez gegenüber eine Schuldigkeit besass. Max Josefs Kusine verliebte sich sofort in ihn und Max Julian konnte es nicht fassen weil sie ein so schönes und kluges Mädchen war. Und sie rauchte gerne Hasch. Max Julian wähnte sich im Himmel wenn er bei ihr war. Das Gefühl faszinierte ihn und er sah lange keinen Anlass schon den nächsten Schritt zu tun. Sie hatten sich noch nicht einmal geküsst. Max Josefs Kusine dauerte das offenbar zu lang, und obwohl sie später beteuerte sie habe "von niemandem so lange was gewollt wie von dir" traf Max Julian sie eines Tages auf einem Spielplatz wo sie mit ihrer besten Freundin (die Max Julian zugunsten von Max Josefs Kusine verschmäht hatte) darauf wartete das sich der süsse Typ bei ihr meldete. Der süsse Typ war fünf Jahre älter als Max Julian und blieb ein Jahr mit ihr zusammen. Später hörte Max Julian das Max Josefs Kusine ein wahres Sexmonster sei. Er hatte es geahnt. sie war danach nie länger als kurz solo und wie sie sagte "in einer Beziehung gehe ich nicht fremd" Max Julian widmete sich fortan verstärkt dem Hasch und musste das Gymnasium verlassen. Er kam auf Bemühen seiner Mutter auf eine Waldorfschule, wo er sofort mit offenen Armen willkommen geheissen wurde. Er verstand es inzwischen sich als coolen Typen darzustellen und das Freizeitkiffen machte ihn interessant. Er hatte ein Mädchen mit exorbitant grossen Brüsten, doch es dauerte nur kurz. Um ihr aus dem Weg zu gehen schwänzte Max Julian einige Tage die Schule, als er wiederkam war sein Schulvertrag bereits gekündigt. Max Josef war inzwischen auch vom Gymnasium geflogen, wurde aber von seinen Eltern auf ein Internat geschickt. Max Josef hatte seinen Eltern in den letzten 2 Jahren ca. zwanzigtausend Euro gestohlen ohne das die es gemerkt hätten. Vielleicht ahnten sie es. Das Geld wurde zu 95 prozent in Haschisch investiert, und deckte etwa ein drittel von Max Julians Bedarf. 100 Prozent von Max Josefs natürlich. Er kam aufs internat und Max Julian suchte sich eine Gesamtschule. Er hatte sich zu diesem Zeitpunkt mit Haschischtransfer von Holland zum Endverbraucher ein beträchtliches Kapital geschaffen. Auf seiner neuen Schule stieg er schnell zum König der (zahlreichen) Kiffer auf. Max Julian hatte einfach mehr Grass als jeder andere. Auch seine Handgerollten Dreadlocks (Eine Erinnerung an das Mädchen mit den grossen Brüsten) machten ihn bekannt. Sein Haar verfilzte immer weiter und pünktlich zu seinem achtzehnten Geburtstag schmiss ihn seine Mutter von Zuhause raus "dann kannst du deine Kifferkumpels zu dir einladen, mich interessiert das dann nicht mehr" So bezog Max Julian eine kleine Wohnung in der Nähe seiner Schule und machte glänzende Geschäfte. Bis zu dem Tag als die Kripo eine Razzia in seiner Wohnung veranstaltete und 98 gramm Marihuana mit 16 prozent thc Anteil fand. Er wurde zu 2 Jahren auf Bewährung verurteilt, doch das erfuhr er erst ein halbes Jahr später. In der Ausnüchterungszelle schmiedete Max Julian bereits Pläne wie er sein Geschäft wieder aufbauen könnte. Sein Geld war bis auf 200 Euro ebenfalls beschlagnahmt worden. Er ging nur noch ein einziges mal zur Schule um seine wertloses Zeugnis abzuholen und den Reden von grosser Zukunft zu lauschen. Sein Direktor sagte etwas das nur Max Julian verstand, und das rechnete er ihm hoch an. Doch es war zu spät. Max Julian dealte noch ein paar Monate weiter, bevor er begann sich an die Zeit vor dem Kiffen zu erinnern. Max Josef war sein bester Kunde. Doch meistens war Max Julian allein in seiner Wohnung hing Traumbildern nach und rauchte grosse Mengen Haschisch.
Irgendwann kam er zu dem Schluss, das er aufhören müsse solange er noch etwas davon hätte. Max Julian hörte auf Haschisch zu rauchen, er nahm an, das ein erneutes Interesse an irgendwelchen Dingen sich von allein entwickeln würde, stattdessen verbrachte er den ganzen Tag mit Büchern und Fernsehen. Die Arbeitswelt und die Leistungsgesellschaft waren ihm nach wie vor unsympathisch, und nach einem halben Jahr war in seinem Leben wirklich überhaupt nichts passiert. Er begann wieder Grass zu rauchen. Er begann den Zivildienst in einem Krankenhaus und wurde wieder einmal rausgeschmissen. Er besuchte dreimal eine Abendrealschule bis ihm klar wurde, das er keiner von ihnen war. Er besuchte für wenige Wochen eine Andere Waldorfschule, aber er fühlte sich wie das böse, das von der Strasse in diese heile welt eingedrungen war. Max Julian blieb zuhause, er blieb die meiste Zeit allein, bezog immer weniger Sozialhilfe, bis diese ihm schliesslich ganz entzogen wurde. Max Julian verlor seine Wohnung und stand mit zwanzig Jahren vor dem aus seiner Existenz. Deshalb hat Max Julian eine Botschaft an alle Kiffer unter zwanzig: Macht eure Hausaufgaben und fangt erst Abends an zu kiffen.
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