Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Impressum | Suche

Überlebenstrieb












Wenn ich lebe, wie kann ich mir wirklich sicher sein, das die Welt in einer ähnlichen Form existiert wie ich sie wahrnehme? Wie kann ich wissen das mein Bewusstsein Real ist und kein physikalisches Produkt des Überlebenstriebes anpassungsfähiger DNS? Bilde ich mir nur ein zu existieren? und wenn ja, was würde sich mit dem Tod ändern? Meine Existenz wäre definitiv vorbei, die Frage ist ob im selben Körper unter denselben Umständen, noch einmal das selbe Bewusstsein entstünde. Oder wäre es ein anderer? Angenommen das Universum dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen, dann dehnt es sich erneut aus und kommt irgendwann an den Punkt an dem alle Faktoren dieselben sind wie zu Beginn meiner Existenz. Würde ich noch einmal leben oder wäre es ein anderer? Davor steht die Frage nach der tatsächlichen Existenz des Zufalls. Angenommen es gäbe im kleinsten Quantenmasstab auf jede physikalische Aktion nur eine mögliche Reaktion (die Wissenschaft bestreitet es tendenziell) so hiesse das, das von dem Moment an da Bewegung in das Universum geriet, seine Entwicklung bis in alle Ewigkeit vorherbestimmt wäre, rein theorethisch könnte man die Zukunft ausrechnen. Wenn dem so wäre, wäre es auch nicht unwahrscheinlich, das das Universum immer wieder demselben Bewegungsmuster von Ausdehnung und Kontraktion folgt. Das hiesse dann defakto das mein Leben immer und immer wieder in identischen Bahnen verläuft, bis in alle Ewigkeit. Ist das der gnadenlose Sinn des Lebens? Bis in alle Ewigkeit zu existieren? In diesem Fall gehe ich von der Existenz des Schicksaals aus und es erscheint mir von meinem menschlichen Standpunkt unwahrscheinlich das das Leben ohne Grund entsteht. Vielleicht hat es in diesem Entwurf seinen festen Platz. Vielleicht ist es sogar die Aufgabe des Lebens letztlich dafür zu sorgen, das sich der Kreislauf des Universums wiederholt, und kein Bewusstsein wirklich stirbt. Die Andere Möglichkeit ist die, das der Zufall als solcher existiert. Das hiesse, das der Freie Wille wirklich existiert (was im ersten Entwurf nicht der Fall wäre, da alles vorherbestimmt ist) trotzdem bliebe die Frage, ob wir mit diesem freien Willen die Realität beeinflussen können oder ob wir nur beeinflusst werden. Ausserdem bliebe die Frage nach der Entwicklung des Universums. Gehen wir wieder von Ausdehnung und Kontraktion bis in alle Ewigkeit aus, hiesse das, das es nach unendlich vielen Kombinationen wieder zu einer Konstellation käme, die meinen Körper entstehen liesse, in diesem Fall würde mein Leben aber jedesmal anders verlaufen können. Wäre es dennoch ich oder wäre es ein anderer in meinem Körper? Bin ich heute derselbe wie vor zwei Jahren? Oder ist mein Bewusstsein in jedem Moment ein anderes geworden? Wie könnte ich wissen ob ich durch einen identischen Klon mit meinen Erinnerungen ersetzt wurde? Ist die Erinnerung der tote Schatten des früheren Bewusstseins einer Gegenwart? Laut dieser Theorie existiert also nur die Gegenwart (die gegenwärtige Konstellation von Masse und Energie), die Zukunft würde sich in jedem Moment neu entscheiden, und der Betrachter ist gezwungen ebenfalls in der Gegenwart zu existieren, Wenn es also weder Vergangenheit noch Zukunft gibt, wie kann der Mensch wissen in einem anderem Moment zu existieren als genau diesem?
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


Ähnliche Themen
Überlebenstrieb und andere beschis sene Sachen