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Hallo Hana,
Ja, ich hab viel kleine Kinder, meine älteste Tochter ist 5 und mein Kleinster 9 Monate.
Ich habe 2 Freundinnen, richtig enge Freundinnen, die abgetrieben haben, und bevor ich eigene Kinder hatte, stand ich dem ganzen Thema eher ein bißchen ambivalent gegenüber.
Ein ungewolltes Kind auszustragen, noch dazu wenn es das Erste ist, ist ja doch ein Ereignis, was wirklich das ganze Leben auf den Kopf stellt.
Ich stand also vor meinen Kindern auf dem Standpunkt: Jede Frau muss es für sich entscheiden, knallig finde ich es aber nicht gerade. Und auch für mich habe ich es eigentlich nicht generell ausgeschlossen.
Dann habe ich meinen Mann kennengelernt und wir haben 5 Jahre versucht ein Kind zu bekommen. Als es dann endlich klappte, hatte ich eine Fehlgeburt.
Dieser Embryo mit seinen 10 Wochen war MEIN Kind, es hatte schon einen Namen, das Herz hat geschlagen, ich habe es geliebt. Und dann starb es und ich habe sein Sterben gemerkt. Ich kann noch heute den eisigen Griff um mein Herz merken, als ich fühlte, das etwas nicht in Ordnung war.
Eine ganze Zukunft ausgelöscht.
Ich habe grenzenlos getrauert.
Ich habe lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen.
Erst mein 3. Kind hat mich "versöhnt", weil ich das Gefühl hatte, die Seele wäre in ihm wiedergekommen, praktisch als 2. Versuch. Obwohl ich eigentlich nicht an sowas glaube...
Ich würde nie abtreiben, aber das gilt nur ganz für mich persönlich.
Ich würde kein behindertes Kind abtreiben, nicht bei einer Vergewaltigung (das Kind wäre trotzdem ja noch zur Hälfte meins), ich glaube sogar, wenn mein Leben gefährdet wäre nicht.
Mein Leben habe ich schon gelebt, das Kind hätte noch seine vor sich, egal ob es mich als seine leibliche Mutter noch gäbe.
Aber ich spreche nur für mich.
Ich habe zudem das Privileg, in einer stabilen Partnerschaft zu leben und kann mir die Kinder "leisten" ohne auf Unterstützung angewiesen zu sein.
Ich habe nur eine Frau bisher kennengelernt, deren Motive ich zutiefst verabscheut habe. Sie hatte die 4. Abtreibung hinter sich, und auf meine Frage, wie denn sowas 4 Mal passieren könnte, meine sie nur lapidar: Eine Pille wäre zu teuer, aber die Abtreibung bezahle die Krankenkasse....
Ich bin aber der Meinung, dass der überwiegende Teil der Frauen, der sich zu so einem Schritt entschließt, sich Gedanken macht und wahrscheinlich auch Schuldgefühle hat.
Unsere Gesetzeslage halte ich momentan für die Sinnvollste, weil die Frauen, die abtreiben wollen (die Abbruchrate beträgt ungefähr 20% aller Schwangerschaften, und zwar weltweit), diese in der Regel auch tun, ob nun verboten oder nicht. Ein Verbot würde nicht zu einer Reduzierung der Abbrüche führen, sondern lediglich die Frauen in die Illegalität treiben. Und das hätte dann Einfluss auf die "Qualtität" der Eingriffe, d.h. die Frauensterblichkeit würde ansteigen.
Es ist wie gesagt ein heikles Thema, und zwischen dem, was wünschenswert ist und was dann aber praktikabel ist liegen Welten.
Astrella
Hast du schon einen Namen?
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