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Hi Dohimself!
Das klingt ja wirklich düster, was du da schreibst. Zunächst einmal: ich glaube, das ist eine Erfahrung, die jeder machen muss. Die einen früher - die anderen später. Jeder fragt sich irgendwann einmal ob sein Leben einen Sinn hat, ob es sich lohnt zu leben. Das du dir Gedanken darüber machst und dich nicht einfach vor die Glotze setzt und deine Gedanken und Zweifel ignorierst rechne ich dir hoch an (obwohl du eventuell deinen Bierkonsum ein wenig einschränken solltest )
Du bist schon einen gewaltigen Schritt gegangen, und der jetzt logischerweise folgende Schritt ist noch viel schwerer als der vorherige: du hast das Problem erkannt und musst nun etwas verändern. Zum Beispiel könntest du dir ein Hobby suchen, Fußball spielen, oder Schach, je nachdem was dich interessiert und was ein wenig Abwechslung in deine, wie du sagst, triste Alltagswelt bringt. Veränderungen im Leben sind immer schwirig und kosten viel Energie, aber danach geht es einem besser, versprochen. Versuche, deinemn Gefühlen freien Lauf zu lassen, mach das, woran du Freude hast, dann gewinnst du auch die Freude in deinem Leben zurück.
Wenn du ein paar Euros übrig hast, wie du sagst, dann fahre einmal in den Urlaub, oder kaufe dir etwas, das du schon immer haben wolltest. Das Geld auf die Hohe Kante zu legen nützt nichts, wer weiß denn schon, ob du überhaupt noch die Gelegenheit haben wirst es auszugeben? Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Geld allein nicht glücklich machen kann, sondern eher das Gegenteil bewirkt. Es macht unglücklich und vor allen Dingen einsam.
Zu den Freunden kann ich dir nur sagen: es ist sehr schwer wirkliche, echte Freunde zu finden, die einen komplett verstehen, dich kennen und auch noch in schlechten Zeiten zu dir halten. Aber es lohnt sich nach ihnen zu suchen. Beobachte die Menschen, die du Freunde nennst einfach einmal. Wie gehen sie mit dir um, wie reagieren sie, wenn du von deinen Problemen erzählst, und dann wirst du merken, wer dein Freund ist. Freunde laufen nämlich nicht einfach weg, sondern versuchen dir zu helfen, wenn möglich! Und: müssen sie wirklich "echte" Freunde sein? Mir reicht es meistens, wenn ich mich vernünftig mit den menschen unterhalten kann und sie nicht gleich Desinteresse zeigen wenn ich etwas erzähle. ich muss ja nicht gleich mein Innerstes vor ihnen ausschütten.
Was du über die negative Stimmung erzählst glaube ich dir sofort, denn wer in einer solchen Stimmung lebt, strahlt diese auch nach außen hin aus. Die Menschen merken es sofort wenn jemand von Grund auf negativ eingestellt ist. Versuch doch einmal, dich bewusst auch an kleinen Dingen zu erfreuen. Ein Spatz der auf einem Ast sitzt und sein Lied pfeift, ein Sonnenauf- oder -untergang, oder einfach nur ein Lächeln auf dem Gesicht eines netten Menschen. Es muss ja nicht gleich von heute auf morgen funktionieren, aber wenn man das bewusst am Tag drei oder viermalmacht, lächelt man viel häufiger, und die negative Einstellung wechselt fast automatisch. Man muss das natürlich auch wollen. Wenn man mit einem grimmigen Gesichtsuasdruck den Vogel anstarrt bis er vor Schreck vom Ast stürzt, hilft das natürlich nichts
Nun, um einfach chronlogisch deinem Beitrag zu folgen, im Grunde genommen ist es egal was die Menschen über dich denken, und wie du mit 80 aussehen wirst, denn jeder Mensch ist anders, aber auf seine Weise schön. Absolut jeder Mensch. Um das was die Gesellschaft sagt würde ich mir an deiner Stelle keinen Kopf machen, solange du dir und deinem Innersten, sprich deinen Gefühlen und Neigungen, treu bleibst, solange kann es dir egal sein was irgendjemand davon hält. Denn sich selbst treu zu bleiben, sich nicht von irgendwelchen angeblichen "Vorschriften", gesellschaftlich gesehen, verbiegen zu lassen, das ist (meiner Meinung nach) der einzige Weg um wirklich glücklich zu werden. Seine Position zu definieren, zu sagen ich bin hier und ich finde das gut was ich mache! Egal ob es zu den Ansichten der Gesellschaft passt oder nicht, das hilft dir, deinen inneren Frieden zu finden.
Und: Die Eltern sind immer Schuld
Nein, natürlich nicht! Klar, deine Eltern haben dich erzogen, aber wer sagt denn, dass du dich noch daran halten musst? Du bist doch ein relativ freier Mensch und kannst selbst entscheiden für welche Werte du stehst, welche Meinung du vertrittst, etc. Ich halte mich größtenteils auch nicht an das, was mir beigebracht wurde, obwohl ich sagen muss, dass meine Erziehung eigentlich gut in mein Leben passt, da hat meine Mutter schon einiges geleistet. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, dann änder etwas daran. Klar, es fällt schwer ursprünglich gelernte Denkmuster und so aufzubrechen, aber es geht, das habeich selbst festgestellt. Meine Oma wollte mir immer weis machen, die Russen seien böse! Lange Zeot habe ich gedacht das im Osten der böse Russe säße in seinem dunklen, ewig düsteren Land und nur darauf warten würde uns "Wessis" platt zu machen. Alles vollkommener Quatsch, aber so wurde es mir beigebracht. Mittlerweile weiß ich, dass acuh da nicht immer alles trüb und dunkel ist, sondern dass es dort wunderbare Landschaften gibt
Also, was ich damit sagen will ist, dass man sich durchaus auch aus seiner Erziehung befreien kann, wenn man will. Aber wie ich oben bereits erwähnt habe, kostet es sehr viel Kraft. Erheblich mehr Kraft als wenn man sich vor den Fernseher setzt und sich die Abendserien reinzieht, oder, so wie du, eine Flasche Bier zu öffnen. Aber es lohnt sich diese Kraft aufzubringen.
Was du brauchst, kannst nur du entscheiden. Das kann dir keiner sagen und da kann ich dir auch nicht helfen, außer: du brauchst, wie du sehr schön erkannt hast, eine Veränderung.
Ich habe mich in einer ganz ähnlichen Situation befunden wie du, nur dass mein Leben nicht so eintönig war wie du deines beschreibst, sondern dass ich mir viel zu viel aufgehalst hatte und vorne und hintennicht zurecht kam. Ich hatte ein halbes Jahr ständig schlechte Laune, bis ich gemerkt habe, wo das Problem lag. Dann habe ich vier Wochen intensi über Veränderungen nachgedacht und schweren Herzens ein paar Sachen fallen gelassen. Jetzt habe ich nicht mehr so viel zu tun und ab und zu auch mal einen Abend für mich, wo ich lese, Musik mache oder einem anderen Hobby von mir nachgehe.
Also ich kann dir wirklich nur raten: Mach den nächsten Schritt. Du bist so weit gekommen. Und wenn man erst einmal angefangen hat etwas zu verändern, fällt der Rest oft sehr leicht und plötzlich blickt man zurück und denkt: warum habe ich das nicht früher gemacht?
Jedenfalls: erst einmal ein Herzlich Willkommen hier im Forum und viele liebe Grüße,
Branwen!
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