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Hi,
wenn ich hier durch Threads lese, wie Beweise für Gott bzw. das Gottesdasein, da frage ich mich doch wirklich, was da unter Glaube verstanden wird! Wird Glaube zu einem Fakt, weil ich es als überzeugter Glaubender es möchte, oder lasse ich den glauben da, wo er ist, nämlich nict an Fakten gebunden?
Ein Glaube gliedert sich für mich in zwei Richtungen.
Ich kann an etwas glauben, wobei es für mich nicht zwingend sein muß, dass das, an was ich glaube, auch wirklich so ist.
Ich glaube an etwas (bspw an Gott) und gehe davon aus, bin davon überzeugt, dass diese Glaube wahr ist.
Zum Ersteren:
Die Frage, wo kommt das her, in dem wir leben? Ich nenne es mal eine Schöpfung. Unabhängig davon, von wievielen und welchen mathematschen, physikalischen biologischen usw Gesetzen das "Ganze" geregelt wird, wir Menschen können aus unserer Sichtweise eine Art Hierarchie aufzeigen:
"tote" Materie (auch sie lebt, Atome und Moleküle, die als Basisbausteine in Bewegung sind)
Pflanzen, Tiere, Menschen. Da hört es erst einmal für uns auf. Zugegeben, eine vereinfachte Darstellung, aber das soll auch kein Referat oder sonst etwas werden!
Warum soll es oberhalb der Linie des Menschen nicht noch weitere Stufen geben? Nur, weil wir sie nicht erfassen können? Also glaube ich persönlich schon daran, dass es da noch "etwas" gibt, das kann auch etwas "göttliches" sein, aber ich lasse es offen. Für mein Leben ist es zwar interessant, darüber zu erfahren, aber nicht lebenswichtig, weil ich letztendlich auch ohne eine solche Erkenntnis weiterlebe. Für mich dann eher der "Kompromiss", Anfang und Ende sind nicht erkennbar. Wozu auch, sie nutzen im täglichen Kampf des Lebens nichts. Soweit zu diesem Punkt.
Zum Zweiteren:
Ich mache den Tatbestand, dass ich an einen Gott glaube zu einem Faktum, einem festen Bestandteil in meinem Leben. Dabei spielen Art und Inhalt vorerst auch keine Rolle. Es ist auch zunächst kein Problem, ob Inhalte dieses Glaubens mit irgendwelchen wissenschaftlichen Neuerkenntnissen in Konflikt gerät, hier kann ich selber korrigieren. Wenn ich aber so stark in dieser Glaubensart verankert bin, dass ich diesen als den allein wahren und anzunehmenden Glauben hinstelle (schon eine gewisse Nähe zum Fanatismus kann nicht verleugnet werden), dann kann diese form des Glaubens zu einer kompletten Verblendung führen, da ich mir etwas zu eigen mache, was es im Grunde als solches doch wieder nicht gibt (logisch, sonst wäre es ja in wirklichkeit doch kein Gaube). Soweit zu diesem Punkt.
Wenn ich die zweite Ausführung betrachte, dann ist meiner Ansicht nach die Gefahr gegeben, aus einem Glauben heraus in eine von unserer Schöpfung her nicht erwünschte Abhängigkeit zu geraten. Dafür haben wir doch viel zu viel Selbständigkeit in uns aufgenommen. Die Freiheit des Denkens (und insbesondere des Denken könnens), ist das in unserem Leben nicht eine große Verantwortung? Unsere großen Weltreligionen, siehe Christentum, jetzt auch der Islam, haben in ganz bestimmten Zeitepochen (im Christentum nennt man es bekanntl. das Mittelalter) ihren eigentlichen Glauben dazu mißbraucht und anzufangen, Vöklermorde im Namen "ihres" Gottes zubegehen, Macht und Korruption begründet durch ihre wirtschaftl. Interessen sind bis heute die Folgen. Ist das Glauben, wie sie aus ihrer Urheberschaft zu verstehen war?
Aus diesem Grunde ist dieses gemachte (vermenschlichte) Gottesbild in meiner Sicht völlig irrational. Es kann nicht Bestandteil dieser Schöpfung sein, weil es zu einer Verblendung führt, die wiederum solche Verbrechen an der Umwelt hervorrufen.
Kann mir jemand zu diesem Gedankenbild konstruktive Kritik leisten? Bin auch für weitere (anderslautende) Anregungen sehr dankbar!
Liebe Grüße!
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