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"Wenn es also so ist, wenn Gott in allem und in jedem ist, so ist Gott tatsächlich der Allernächste, der dem Menschen immer ganz nahe ist. Der Mensch kann nirgends hinblicken, nichts erfassen, weder irgend etwas noch sich selbst anschauen, ohne Gott zu begegnen. Denn alles ist göttlich. Überall ist Gott und - man könnte sagen - nur Gott. Alles, was ist, ist eine Ausprägung, eine Ausgestaltung, eine Individualisierung Gottes, das Menschliche ebenso wie alles Lebendige, das materiell Grobstoffliche ebenso wie das Feinstoffliche, das Seelische ebenso wie das Geistige.
Die Mystiker formulieren dies poetisch und tiefsinnig: Gott ist die Liebe, der Liebende und die Geliebte zugleich.
Der Mensch aber, der dies erfaßt hat, muß nicht an besondere Orte, in die Versammlung , in die "Gemeinde Gottes", ja nirgends hingehen, will er Gott begegnen. Er kann in die Natur gehen oder für sich still sein, er kann unterwegs sein oder sich vergnügen; dennoch kann er immer und überall in seinem "Kämmerlein" sein, überall und zu jeder Zeit Gott erfahren. Gott als Vater; Gott ist nicht nur der Jenseitige, er ist sowohl beim Menschen als auch im Menschen in greifbarer Nähe. Dies gehört ebenfalls zum Kern der Botschaft JESU.
JESU überbrückt die unüberbrückbare Kluft zwischen dem Jenseitigen Gott und dem Menscheen, "unüberbrückbar" für Menschen der unteren Stufen. Er zeigt, daß Gott auch diesseitig ist, dem Menschen nahe , jedem Menschen erreichenbar. Er ist nicht bloß durch bestimmte Gebetsformeln, sondern direkt ansprechbar, er hört hin und er hört an, er nimmt alles zur Kenntnis und weiß bereits immer alles, ist er doch im wahren Sinne GOTT. "
"GOTT ist, wenn auch freilich nur scheinbar, jenem Menschen "fern", der Gott mit seiner eigenen Vorstellung zudeckt. JESUS kämpfte zwar gegen die Starre der Orthodoxie, ebnet aber gerade dadurch den Weg, auf dem der Mensch zu seinem Himmlischen Vater gelangen kann."
Gott liebt also jeden Menschen, denn alle Menschen sind Gottes Gedanken, Gottes Kinder. Sie machen nur verschiedene Entwicklungen durch und deshalb:
"Der Gott, den Jesus verkündet, ist ein liebender Gott , er ist vollkommen. Ein liebender und vollkommener Gott aber ist kein Despot und tut ausschließlich das, was für den Menschen gut, undzwar wirklich gut, also im Hinblick auf seine Entwicklung sinnvoll ist. Denn er handelt ausschließlich aus Liebe. So sind ihm jede Willkür, geschweige jeder Rachegedanke, jede Vergeltung oder auch nur Strafe fremd."
"Die Annahme eines vollkommenen Gottes würde für die Menschen der Orthodoxie eine unbotmäßige Überforderung bedeuten. Der Mensch kann seine eigene Mentalität nicht übersteigen., er muß über die entsprechende Entwicklungsstufe organisch hinauswachsen.
Das Festhalten an einem projektiv Gottesbild bietet dem Menschen, vermeintlich wenigstens, mehr Sicherheit als die Annahmen eines wirklich gütigen und lieben Vater-Gottes. Gibt er nämlich das projektive Gottesbild auf, so muß er im Grunde einen Teil von sich selbst aufgeben, und wird innerlich verunsichert. Das Festhalten an einem Gottesbild hingegen, das nach dem Muster des irdischen Vaters , das heißt aber, aufgrund der eigenen Mentalität, erstellt wird,ermöglicht ihm, "er selbst zu sein" und nach seinen inneren Bedürfnissen zu leben. Er kann also strafen und vergelten und sich dabei unter Berufung auf sein Gottesbild mühelos rechtfertigen. Und dies gibt ihm Sicherheit. Er müßte sich geradezu vergewaltigen, wollte er auf das Ausleben dieses Bedürfnisses verzichten. "
ISBN 3-89385-402-9
http://www.amazon.de/Das-Vaterunser.....r-Gosztonyi/dp/3893854029
| Zitat: |
Der Autor interpretiert das christliche Gebet auf eine neuartige, undogmatische Art, so dass auch heutige kirchenferne Menschen den tiefen Gehalt des Vaterunsers empfinden können. Neu für das traditionelle Christentum ist der Einbezug des Gedankens der Reinkarnation. Nach Gosztonyi durchläuft jeder Mensch eine sehr lange Entwicklungszeit. Während unzähligen Inkarnationen lernt er die Licht- und Schattenseiten des Menschseins kennen und wird immer einsichts- und liebesfähiger. Mit den Worten aus dem Vaterunser: "Dein Reich komme." zeigt Gosztonyi, wie der Mensch dem Reich entgegenwächst, oder wie das Reich in ihm wächst. So lernt der Mensch immer mehr zu sehen, dass in allem, was gechieht, Gottes Wille waltet, auch wenn sog. Böses geschieht. Das gehört auch zum Entwicklungsprozess. Das Böse, zum Beispiel das Leiden, dient u.a. zum Abtragen von Karma, als Lerngelegenheit und als Läuterung. Dadurch, dass der Mensch immer bewusster die Facetten und Möglichkeiten des Menschseins im guten wie im bösen Sinne erfährt, hat er Teil an der Vergeistigung der Erdsphäre. Er erfüllt seine ihm vom Gott zugedachte Aufgabe. Im "Vaterunser" geht der Autor näher auf die hier nur engedeuteten Gedanken ein und entwickelt sie aus dem christlichen Gebet. Er lotet es bis in ungeahnte Tiefen aus und gibt dadurch Antworten, auf welche die Kirche keine weiss. Er lüftet Geheimnisse, die jeder einmal erfahren und erleben wird. Zum Beispiel ist der Mensch fähig, je älter er innerlich ist, umso intensiver in direkten Kontakt mit Gott, mit dem Göttlichen zu treten und zu seinen Geistigen Führern eine stete Beziehung aufrechtzuerhalten, indem er betet. Dabei wird alles zum Gebet:der ganze Tageablauf, alle Tätigkeiten, die Arbeit wie das Vergnügen, und immer kann der Mensch im Vertrauen auf die höhere Macht leben. |
Hier finde und fand ich die Antworten auf meine Fragen. Das genügt. Das Übrige kommt aus mir selbst.
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"Immer, wenn sich der Mensch anmaßt, an Gottes Stelle zu reden und zu handeln, immer, wenn er sich anschickt, es besser zu wissen und besser zu machen als Gott, entheiligt er seinen Namen.
Dostojewski hat dies in seiner Erzählung vom "Großinquisitor" schlagend vor Augen geführt.
Denn jedesmal, wenn der Mensch Gott für sich, für seine Zwecke beansprucht, sei es für seine eigene Rechtfertigung, sei es für seine Machtansprüche, entthront er Gott. Selbst, wenn er glaubt, er würde Gott inthronisieren, entthront er ihn und entheiligt seinen Namen, Denn wenn er Gott selbst inthronisiert, so will er im Grunde nur sich selber krönen."
Seite 62 - Der heilige Name Gottes - Die Entheiligung
| Zitat: |
Der Roman entfaltet eine Fülle tiefer Gedanken über die christliche Religion und die in ihr aufgehobenen menschlichen Grundfragen nach Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Liebe und Versöhnung. Dabei gibt die Figur des Starzen Sosima Dostojewski die Möglichkeit, seine eigenen religiösen Überzeugungen zu vermitteln. Iwan steht für den intellektuellen, westlich denkenden Zweifler an Gott und allen Werten, der sozusagen an der Aufklärung erkrankt ist. Seine Zweifel treiben ihn bis an den Wahnsinn, bis er sich von einem sehr mittelmäßigen Teufel verspottet glaubt. Er muss erkennen, dass er Smerdjakow den Anlass zu dem Mord gegeben hat und in Wirklichkeit dessen Gebieter war. Doch vor Gericht will ihm niemand Glauben schenken, da er in einer Art Fieberwahn spricht und weil die anwesenden Ärzte von seinen Visionen wissen. Vielmehr wird seine Aussage von der Anklage nur als Ausdruck seines Edelmuts gedeutet, da man ihm unterstellt zu lügen um den Bruder zu entlasten.
Dostojewskis Formulierung des Theodizee-Problems in der berühmten Legende vom Großinquisitor darf als eine der tiefgründigsten Auseinandersetzungen mit dieser Frage in der Literaturgeschichte angesehen werden. |
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de
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