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Die große Reise












Mittwoch, den 20.06.2007

3 Sat

22:25 Uhr

Roadmovies

Die große Reise



Ein junger Franzose marokkanischer Herkunft muss seinen streng gläubigen Vater auf eine Pilgerfahrt nach Mekka begleiten. Auf der langen Reise voller Generations- und Kulturkonflikte lernen sich Vater und Sohn immer besser kennen und tolerieren. - Das einfühlsam erzählte und schön fotografierte Road-Movie von Ismaël Ferroukhi gewann 2004 in Venedig den Preis für den besten Debütfilm.

Reda, als Sohn marokkanischer Einwanderer in Frankreich geboren undaufgewachsen, steht kurz vor dem Abitur, als ihn sein Vater auffordert, ihn auf eine Pilgerreise nach Mekka zu begleiten. Weil sein Bruder den Führerschein verloren hat, ist es nun an Reda, den Vater zu fahren, denn ein Flug kommt für den alten Mann nicht in Frage. Im Gegensatz zu seinem Vater interessiert sich der in Frankreich aufgewachsene Reda kaum für die muslimische Tradition und Religion. Er hat nur wenig Verständnis für die Pilgerreise seines Vaters, zumal er kurz vor den Prüfungen steht und sich nur ungern von seiner Freundin Lisa trennt. Allen Einwänden zum Trotz machen sich Vater und Sohn in dem alten, klapprigen Kombi des Bruders auf den Weg. Ihre Reise führt sie quer durch Europa und Nahost, in weite Landschaften und fremdartige Städte. Zufällige Begegnungen mit Einheimischen sorgen zeitweise für Abwechslung auf der langen Fahrt. So steigt bei Belgrad eine alte Frau unaufgefordert in den Wagen, und es gelingt den beiden nur schwer, die schweigsame Alte wieder loszuwerden. Und als es an der türkischen Grenze Probleme mit Redas Pass gibt, hilft ihnen Mustapha, ein französischsprachiger Türke weiter, der sich spontan den beiden Pilgern anschließt. Redas Vater ist damit nicht einverstanden, und sein Misstrauen wird bestätigt, als Mustapha eines Morgens mit ihrem Geld verschwindet. Viele Stunden auf engstem Raum miteinander konfrontiert, bleiben Konflikte nicht aus: So wirft der Vater eines Nachts heimlich das Handy seines Sohnes in den Müll, weil es ihn stört, dass Reda zwar körperlich anwesend, aber mit den Gedanken woanders ist. Doch im Laufe der Reise lernen Vater und Sohn sich immer besser kennen und tolerieren.

Vor dem Hintergrund der faszinierend weiten Landschaften des Balkans und des Nahen Ostens erzählt Ismaël Ferroukhi in seinem autobiografisch inspirierten Spielfilmdebüt von einer schwierigen Vater-Sohn Beziehung und davon, wie Assimilationsprobleme von Einwanderern der zweiten Generation, die zwischen zwei Welten stehen, zu Konflikten in der eigenen Familie führen. Zugleich gewährt Ferroukhi mit beeindruckenden Bildern von der Pilgerstadt Mekka sowie der überzeugenden Darstellung seiner Protagonisten einen interessanten Einblick in eine andere Kultur und Religion. Zehn Jahre dauerte es, bis der Autodidakt die finanziellen Mittel für seinen ersten Spielfilm "Die große Reise" zusammen hatte, der unter anderem 2004 in Venedig mit dem Luigi-De-Laurentiis-Preis für den besten Debütfilm ausgezeichnet wurde.

Quelle: http://www.3sat.de/
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