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Interessantes Thema...
Mit Enttäuschungen kann ich ganz schlecht umgehen, habe in der Hinsicht eine Charakterschwäche. Ich flippe dann meistens aus und versuche alles sofort wieder so hinzubiegen, wie ich es gerne hätte. Sehr typisch natürlich auch: einen Schuldigen suchen und draufhauen!
Tatsächlich ist es so, dass damit es zu einer Enttäuschung kommen kann, erst eine Täuschung vorliegen muss. Deshalb sind auch unterschiedliche Menschen von unterschiedlichem Enttäuscht und zwar immer dann, wenn etwas ihren Vorstellungen von dem wie es sein sollte nicht entspricht. Dahinter steckt Arroganz und Selbstüberschätzung.
Warum sollte sich die Welt, ein anderer Mensch oder die jeweiige Situation so verhalten, wie ich es von ihnen erwarte? Das müssen sie nicht!
Mir ist das klar, aber in einem Moment der Enttäuschung werde ich wütend darüber. Ich habe wohl die magische Sicht eines Kindes noch nicht abgelegt, nach der sich alles nur um mich dreht und es deswegen ein Gewitter gibt, weil ich meinen Teller nicht aufgegessen habe.
Bei den Diktatoren - Hitler, Stalin, Pinochet usw. - stell ich mir das so vor: sie sind getrieben von einer Macht, die grösser ist, als sie selbst (so wie wir alle bis zu einem gewissen Grad). So wie alle Vergangenheit eins ist mit dem Schicksal und die Ereignisse hätten nicht anders geschehen können, so ist das auch bei sehr sehr schlimmen Dingen die geschehen sind und die Personen, die daran beteiligt (dafür verantwortlich) waren, hätten sich nicht anders verhalten können.
Enttäuscht ist man von dieser Art Menschen genau deshalb, weil man von ihnen erwartet sich anders verhalten zu haben oder nach Erklärungen sucht, warum sie taten, was sie taten. (Oder hatten sie wenigstens ein schlechtes Gewissen?) Wir hätten sowas nicht getan! Aber wir hätten vielleicht auch nicht das letzte Stück Torte genommen oder den armen Verkäufer angeschnauzt oder das Geld aus der gefundenen Börse behalten...
LG
Lisken
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