Gesundheit und Heilung


Auszug aus dem Buch "Baha'u'llah und das Neue Zeitalter, John E. Esslemont, erschienen im Baha'i Verlag.

„Sein Antlitz Gott zuzuwenden bringt Heilung für den Leib, den Geist und die Seele.“ (Abdu’l Baha)

Körper und Seele

Nach der Baha'i-Lehre dient der menschliche Körper einem zeitbegrenzten Zweck bei der Entwicklung der Seele, und wenn er diesem Zweck gedient hat, wird er abgelegt. Es ist genau wie mit der Eierschale, die bei der Entwicklung des Kükens einem zeitlichen Zweck dient und, wenn dieser Zweck erfüllt ist, zerbrochen und abgelegt wird. Abdu’l Baha sagt, daß der physische Körper nicht fähig ist zur Unsterblichkeit, weil er etwas aus Atomen und Molekülen Aufgebautes ist und gleich allen Dingen, die zusammengesetzt sind, mit der Zeit der Auflösung anheimfällt.

Der Körper sollte der Diener der Seele und niemals ihr Herr sein. Er sollte ein williger, gehorsamer und tüchtiger Diener sein und sollte mit der gleichen Rücksicht behandelt werden, wie man einen guten Diener behandelt. Wenn er nicht richtig behandelt wird, so ist das Ergebnis Krankheit und Unglück mit ihren schlimmen Folgen, sowohl für den Herrn als für den Diener.
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"Alle Religionen lehren, daß wir einander lieben und unsere eigenen Fehler herausfinden sollten, bevor wir uns erkühnen, die Fehler anderer zu verdammen, und daß wir uns nicht über unseren Nächsten erheben dürfen." -- Abdul-Baha
Einheit alles Lebens

Die wesentliche Einheit der Myriaden von Formen und Abstufungen des Lebens ist eine der grundlegenden Lehren von Baha'u'llah. Unsere physische Gesundheit ist so mit unserer gedanklichen, sittlichen und geistigen Gesundheit und ebenso mit dem Einzel- und Gemeinwohl unserer Mitmenschen, ja selbst mit dem Leben der Tiere und Pflanzen verbunden, daß jedes von diesen in einem weit größeren Maße durch das andere beeinflußt wird, als man gewöhnlich denkt.

Es gibt darum kein Gebot des Offenbarers, auf welchen Teil des Lebens es sich auch ursprünglich beziehen mag, das nicht die körperliche Gesundheit berührt. Manche der Lehren beziehen sich jedoch in noch größerem Maß auf physische Gesundheit als andere, und diese sind es, die wir nun erforschen wollen.
Einfaches Leben

Abdu’l Baha sagt:

„Sparsamkeit ist die Grundlage menschlicher Wohlfahrt. Der Verschwender ist immer in Sorge. Verschwendung ist für jedermann eine unverzeihliche Sünde. Wir dürfen nie auf Kosten andere leben wie eine Schmarotzerpflanze. Jedermann muß einen Beruf haben, mit Hand oder Feder, und muß ein sauberes, mannhaftes, ehrbares Leben leben, ein Beispiel der Reinheit, das von anderen nachgeahmt werden sollte. Es ist königlicher, mit einer Kruste alten Brotes zufrieden zu sein, als sich an einem prunkhaften Mahle mit vielen Gängen zu ergötzen, wofür das Geld aus den Taschen anderer fließt. Das Gemüt eines zufriedenen Menschen ist immer friedfertig und sein Herz ist ruhig.“

Fleischnahrung ist nicht verboten, aber Abdu’l Baha sagt:

„Die zukünftige Nahrung wird aus Früchten und Getreide bestehen. Die Zeit wird kommen, da kein Fleisch mehr gegessen wird. Die ärztliche Wissenschaft befindet sich erst in ihrer Kindheit. Dennoch hat sie bereits gezeigt, daß unsere natürliche Nahrung in dem besteht, was aus dem Boden hervorwächst.“
Alkohol und Narkotika

Jeder Gebrauch von betäubenden und berauschenden Mitteln aller Art ist, ausgenommen als Heilmittel in Krankheitsfällen, von Baha'u'llah streng verboten.

Lebensfreuden

Der Baha'i-Glaube beruht auf Mäßigung, nicht auf Asketentum. Sich der guten und schönen Dinge im materiellen und geistigen Leben zu erfreuen, ist nicht nur anempfohlen, sondern zur Pflicht gemacht. Baha'u'llah sagt:

„Beraubt euch nicht selbst dessen, was für euch erschaffen wurde.“

Und ferner:

„Es ist eure Pflicht, daß Begeisterung und Freude in eurem Angesicht leuchte.“

Abdu’l Baha sagt:

„Alles, was erschaffen wurde, ist für den Menschen da, den Höhepunkt der Schöpfung, und er muß dankbar sein für die göttlichen Gaben. Alle materiellen Dinge sind für uns da, damit wir durch unsere Dankbarkeit lernen mögen, das Leben als eine göttliche Wohltat zu verstehen. Wenn uns das Leben verleidet ist, sind wir undankbare Menschen, denn sowohl unser materielles als auch unser geistiges Dasein sind die äußeren Beweise der göttlichen Gnade. Daher müssen wir glücklich sein und unsere Tage in Lobpreis und Wertschätzung aller Dinge verbringen.“

Als Abdu’l Baha gefragt wurde, ob das Baha'i-Verbot des Spielens auf alle Arten von Spiel Anwendung finde, antwortete Er:

„Nein, manche Spiele sind harmlos, und wenn sie zur Kurzweil gespielt werden, schaden sie nichts. Aber es liegt eine Gefahr darin, daß Kurzweil ausartet in Zeitvergeudung. Zeitvergeudung ist aber in der Sache Gottes nicht zulässig. Jedoch Erholungsspiele, die zur Kräftigung des Körpers dienen, z.B. Leibesübungen, sind wünschenswert.“
Reinlichkeit

Baha'u'llah sagt im Buche Aqdas:

„Seid das Muster der Reinlichkeit unter den Menschen ... richtet euch unter allen Umständen nach den edelsten Sitten ... laßt keine Spur von Unreinlichkeit auf euren Kleidern sein ... Badet in reinem Wasser. Wasser, das schon benutzt ist, darf nicht mehr verwendet werden ... Wahrlich, Unser Wunsch ist, euch als die Offenbarungen des Paradieses auf Erden zu sehen, damit das von euch ausströmen möge, was die Herzen der Begünstigten erfreut.“

Mirza 'Abu'l-Fadl beschreibt in seinem Buch Baha'i-Proofs, wie außerordentlich wichtig diese Gebote besonders für einige Gegenden des Ostens sind, wo faules Wasser, das jeder Beschreibung spottet, für Haushaltszwecke, zum Baden und selbst zum Trinken verwendet wird, wodurch äußerst ungesunde Zustände herrschen, die viele sonst vermeidbare Krankheiten und Übel verursachen. Diese Zustände, von denen in gewissen Fällen anzunehmen ist, daß sie von der herrschenden Religion gutgeheißen werden, können unter den Orientalen nur durch Gebote eines Menschen beseitigt werden, von dem sie glauben, daß er göttliche Autorität besitzt. Auch in verschiedenen Teilen des Westens würden wunderbare Veränderungen eintreten, wenn man die Reinlichkeit nicht als der Frömmigkeit nachstehend, sondern sie als einen wesentlichen Teil der Frömmigkeit betrachten würde.
Die Wirkungen des Gehorsams gegenüber den Geboten der Offenbarer

Der Einfluß dieser auf einfaches Leben, Hygiene, Enthaltsamkeit von Alkohol und Rauschgift usw. sich beziehenden Gebote auf die Gesundheit ist zu einleuchtend, als daß er weiterer Erläuterungen bedürfte, obschon die lebenswichtige Bedeutung dieser Gebote oft sehr unterschätzt wird. Wenn sie allgemein beachtet würden, dann würden bald die meisten ansteckenden Krankheiten und ein großer Teil anderer übel bei den Menschen verschwinden. Die Zahl der Krankheiten infolge Vernachlässigung der einfachsten hygienischen Vorsichtsmaßnahmen und durch Genuß von Tabak und Rauschmitteln, ist sehr groß. Der Gehorsam gegen diese Gebote wäre nicht nur von gutem Einfluß auf die Gesundheit, er könnte vielmehr auch eine ungeheure Wirkung zum Guten auf den Charakter und den Lebenswandel ausüben.

Alkohol und Rauschmittel beeinflussen des Menschen Bewußtsein längst bevor sie seinen aufrechten Gang beeinflussen oder eine offenbare körperliche Krankheit verursachen, so daß der moralische und geistige Gewinn aus der Enthaltsamkeit wohl noch größer ist als der physische. Über die Reinlichkeit sagt Abdu’l Baha:

„Äußere Reinlichkeit hat, obwohl sie nur etwas Stoffliches ist, einen großen Einfluß auf das Geistige ... Wenn der Mensch einen reinen und makellosen Körper besitzt, hat dies in gleicher Weise Einfluß auf seinen Geist.“

Würden die Gebote der Offenbarer bezüglich der Keuschheit im Sexuellen allgemein beachtet, dann wäre eine weitere stets sich fortpflanzende Krankheitsursache beseitigt. Die ekelhaften Geschlechtskrankheiten, welche heutzutage die Gesundheit so vieler Tausender, Unschuldiger wie Schuldiger, kleiner Kinder wie Eltern, vernichten, würden sehr bald gänzlich der Vergangenheit angehören.

Würden die Gebote der Offenbarer in bezug auf Gerechtigkeit, gegenseitige Hilfe und das „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ beachtet, wie könnten alsdann Arbeit in überfüllten, ungesunden Räumen und tiefste Armut einerseits, zügellose Genußsucht, Faulheit und niedriges Wohlleben andererseits noch weiter geistigen, sittlichen und physischen Untergang verursachen?

Der einfache Gehorsam gegenüber den hygienischen und sittlichen Geboten von Moses, Buddha, Christus, Muhammad oder Baha'u'llah würde auf dem Wege der Krankheitsverhütung mehr bewirken, als alle Ärzte und alle öffentlichen Gesundheitsvorschriften der Welt auszurichten vermocht haben. Es scheint in der Tat gewiß zu sein, daß, sofern ein solcher Gehorsam allgemein wäre, gute Gesundheit ebenso allgemein werden würde. Anstatt daß das Leben durch Krankheit vernichtet oder in der Kindheit, Jugend oder Vollkraft abgeschnitten wird, wie es jetzt so häufig vorkommt, würden die Menschen zu einem hohen Alter heranreifen, wie gesunde Früchte, die reif und vollendet werden, bevor sie vom Zweige fallen.
Der Offenbarer als Arzt

Wir leben in einer Welt, in der, seit man zurückdenken kann, Gehorsam gegenüber den Geboten der Offenbarer mehr Ausnahme als Regel und Eigenliebe mehr Beweggrund als Liebe zu Gott sind, wo Einzel- und Parteinutzen dem Nutzen der ganzen Menschheit vorangeht, wo materielle Besitztümer und sinnliche Vergnügungen der sozialen und geistigen Wohlfahrt der Menschheit vorgezogen werden. Daraus sind rücksichtsloser Wetteifer und Streit, Unterdrückung und Tyrannei, Gegensätze von Reichtum und Armut hervorgegangen - Zustände, die geistige wie physische Krankheiten hervorrufen. Infolgedessen ist der ganze Baum der Menschheit krank, und jedes Blatt des Baumes hat unter dieser allgemeinen Krankheit zu leiden. Selbst die Reinsten und Heiligsten haben unter den Sünden anderer zu leiden. Heilung tut not, Heilung der Menschheit als Ganzes, Heilung der Völker und Heilung des einzelnen. So zeigt uns Baha'u'llah, gleich Seinen erleuchteten Vorgängern, nicht nur, wie die Gesundheit erhalten werden kann, sondern auch, wie die verlorene Gesundheit wiederherzustellen ist. Er kam als der große Arzt, der Heiler der Weltkrankheiten, sowohl der körperlichen als der geistigen.
Heilung durch materielle Mittel

In der westlichen Welt ist heute ein bemerkenswertes Wiederaufleben des Glaubens an die Wirksamkeit der Heilung durch geistige Mittel wahrzunehmen. In der Tat, viele gingen in ihrer Auflehnung gegen die materialistischen Ideen über Krankheiten und ihre Behandlung, wie sie im neunzehnten Jahrhundert vorherrschten, zu dem anderen Extrem über und sprechen den materiellen Heilmitteln oder den hygienischen Methoden jeglichen Wert ab. Baha'u'llah anerkennt sowohl den Wert der materiellen als der geistigen Heilmittel. Er lehrt, die Wissenschaft und Kunst des Heilens müsse entwickelt, ermutigt und vervollkommnet werden, so daß alle Heilmittel, jedes in seinem Bereich, aufs nützlichste angewendet werden. Wenn Familienglieder Baha'u'llahs erkrankten, dann wurde ein Arzt gerufen, und dasselbe zu tun, hat Er Seinen Anhängern empfohlen. Er sagt:

„Wenn ihr von Leiden oder Krankheit befallen werdet, so laßt euch von geschickten Ärzten beraten.“

Dies ist völlig im Einklang mit der Haltung, welche die Baha'i im allgemeinen der Wissenschaft und Kunst gegenüber einnehmen. Jede Wissenschaft und jede Kunst, die dem Wohl der Menschheit dienen, selbst in materieller Hinsicht, sind zu schätzen und zu fördern. Durch die Wissenschaft wird der Mensch Herr über die materiellen Dinge, durch Unwissenheit bleibt er ihr Sklave.

Baha'u'llah schreibt:

„Versäume nie die ärztliche Behandlung, wenn sie erforderlich ist, doch höre damit auf, wenn die Gesundheit wiederhergestellt ist. Behandle Krankheiten vorwiegend durch Diät, vor allem vermeide Betäubungsmittel; und wenn du in einem einzigen Kraut das Notwendige findest, so greife nicht zu zusammengemischten Medikamenten ... verzichte auf die Anwendung von Betäubungsmitteln, wenn du gesund bist, aber wende sie an, wenn es nötig ist.“

In einem Seiner Tablets sagt Abdu’l Baha:

„O Sucher nach Wahrheit! Es gibt zweierlei Wege, Krankheiten zu heilen: durch stoffliche und durch geistige Mittel. Der erste Weg besteht in der Anwendung von Medikamenten und Heilmitteln, der zweite im Gebet und in der Hinwendung zu Gott. Beide Mittel sollten angewendet und geübt werden ... Sie widersprechen sich übrigens nicht, und du solltest die physischen Heilmittel als Gnade und Barmherzigkeit Gottes annehmen, der die ärztliche Wissenschaft geoffenbart und kundgetan hat, damit Seine Diener in den Genuß auch dieser Art der Heilbehandlung kommen.“

Er lehrt, daß, sofern unser natürlicher Geschmack und Instinkt nicht durch eine törichte und unnatürliche Lebensweise verdorben wären, sie uns sowohl in der Auswahl einer angemessenen Diät, als auch im Gebrauch heilkräftiger Früchte, Kräuter und anderer Heilmittel zu zuverlässigen Führern würden, wie dies bei den wilden Tieren der Fall ist. In einer in den Beantworteten Fragen berichteten interessanten Rede über Heilung sagt Er am Schluß:

„Es ist daher klar, daß es möglich ist, durch Nahrung, Lebensmittel und Früchte zu heilen; da aber heute die Wissenschaft der Medizin noch unvollkommen ist, wird diese Tatsache noch nicht ganz verstanden. Sobald die medizinische Wissenschaft Vollkommenheit erreicht, wird die Behandlung mit Nahrung, Lebensmitteln, duftenden Früchten und Pflanzen sowie verschiedenen heißen und kalten Wasserkuren durchgeführt werden.“

Wenn auch die Heilmittel materiell sind, so ist die heilende Macht in Wirklichkeit göttlich, denn die Eigenschaften der Kräuter oder der Minerale sind göttliche Gaben.

„Alles ist von Gott abhängig. Die Medizin ist nur eine äußere Form oder das Mittel, durch das wir die himmlische Heilung erlangen.“
Heilung durch immaterielle Mittel

Abdu’l Baha lehrt, daß es auch viele Methoden der Heilung ohne materielle Mittel gibt. Es gibt ebenso „ansteckende Gesundheit“, wie es ansteckende Krankheiten gibt. Die erstere vollzieht sich jedoch langsam und hat nur geringe Wirkung, während die letzteren oft heftig auftreten und rasch wirken. Weit mächtigere Wirkungen gehen von des Patienten eigenem geistigen Zustand aus, und die „Suggestion“ mag in der Beeinflussung solcher Zustände eine wichtige Rolle spielen. Furcht, Zorn, Qual usw, wirken nachteilig auf die Gesundheit, während Hoffnung, Liebe, Freude usw, entsprechend segensreich wirken.

Baha'u'llah sagt:

„Wahrlich, das Notwendigste ist Zufriedenheit in allen Lebenslagen, durch sie bewahrt sich der Mensch vor krankhaften Zuständen und vor Abspannung. Gib nicht dem Kummer und der Sorge Raum, denn sie verursachen das größte Elend. Eifersucht verzehrt den Körper, und Zorn verbrennt die Leber. Meide diese beiden, wie du einen Löwen meidest.“

Abdu’l Baha sagt:

„Freude gibt uns Schwingen. In Zeiten der Freude ist unsere Kraft lebendiger, unser Verstand schärfer ... Wenn aber Traurigkeit bei uns einkehrt, verläßt uns die Kraft.“

Von einer andern Art geistiger Heilung schreibt Abdu’l Baha, daß sie zustande kommt:

„ ... aus der völligen Konzentration des Willens eines starken Menschen auf einen Kranken, wobei der letztere mit seinem ganzen Glauben konzentriert erwartet, daß durch die geistige Kraft des Gesunden eine Heilung bewirkt wird, so sehr, daß es eine innige Verbindung zwischen dem Gesunden und dem Kranken gibt. Der Gesunde macht jede Anstrengung, den Kranken zu heilen, und dieser ist dann sicher, Heilung zu empfangen. Durch die Auswirkung dieser geistigen Eindrücke wird eine Erregung der Nerven hervorgerufen, und diese Beeindruckung und Erregung der Nerven werden zur Ursache der Gesundung des Kranken.“

Alle diese Heilweisen sind jedoch in ihrer Wirkung begrenzt und können bei ernsten Krankheiten versagen.
Die Macht des Heiligen Geistes

Das wirksamste Heilmittel ist die Macht des Heiligen Geistes.

Abdu’l Baha sagt hierzu:

„Diese Heilung hängt weder von Berührung noch vom Sehen noch von der Gegenwart ab ... Ob die Krankheit leicht oder schwer ist, ob ein körperlicher Kontakt besteht oder nicht und ob es eine persönliche Verbindung zwischen dem Kranken und dem Heilenden gibt oder nicht, diese Heilung geschieht durch die Kraft des Heiligen Geistes.“

In einer Unterredung im Oktober 1904 mit Miss Ethel Rosenberg sagte Abdu’l Baha:

„Die durch die Macht des Heiligen Geistes bewirkte Heilung hat keine besondere Konzentration oder Berührung nötig. Sie wird durch den sehnlichen Wunsch und das Gebet des heiligen Menschen bewirkt. Der Kranke mag sich im Osten und der Heiler im Westen befinden, sie brauchen auch nicht miteinander bekannt zu sein, aber sobald der heilige Mensch sein Herz zu Gott wendet und betet, ist der Kranke geheilt. Dies ist eine Gabe, die den heiligen Manifestationen und denen eigen ist, die die höchste Stufe erreicht haben.“

Von dieser Art waren zweifellos die Heilungen, die von Christus und Seinen Aposteln verrichtet wurden, und ähnliche Heilungen wurden den heiligen Menschen aller Zeitalter zugeschrieben. Sowohl Baha'u'llah als Abdu’l Baha waren mit dieser Macht ausgestattet, und ähnliche Kräfte sind Ihren getreuen Anhängern verheißen.