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Die Wirkungen des Gehorsams gegenüber den Geboten der Offenbarer
Der Einfluß dieser auf einfaches Leben, Hygiene, Enthaltsamkeit von Alkohol und Rauschgift usw. sich beziehenden Gebote auf die Gesundheit ist zu einleuchtend, als daß er weiterer Erläuterungen bedürfte, obschon die lebenswichtige Bedeutung dieser Gebote oft sehr unterschätzt wird. Wenn sie allgemein beachtet würden, dann würden bald die meisten ansteckenden Krankheiten und ein großer Teil anderer übel bei den Menschen verschwinden. Die Zahl der Krankheiten infolge Vernachlässigung der einfachsten hygienischen Vorsichtsmaßnahmen und durch Genuß von Tabak und Rauschmitteln, ist sehr groß. Der Gehorsam gegen diese Gebote wäre nicht nur von gutem Einfluß auf die Gesundheit, er könnte vielmehr auch eine ungeheure Wirkung zum Guten auf den Charakter und den Lebenswandel ausüben.
Alkohol und Rauschmittel beeinflussen des Menschen Bewußtsein längst bevor sie seinen aufrechten Gang beeinflussen oder eine offenbare körperliche Krankheit verursachen, so daß der moralische und geistige Gewinn aus der Enthaltsamkeit wohl noch größer ist als der physische. Über die Reinlichkeit sagt Abdu’l Baha:
„Äußere Reinlichkeit hat, obwohl sie nur etwas Stoffliches ist, einen großen Einfluß auf das Geistige ... Wenn der Mensch einen reinen und makellosen Körper besitzt, hat dies in gleicher Weise Einfluß auf seinen Geist.“
Würden die Gebote der Offenbarer bezüglich der Keuschheit im Sexuellen allgemein beachtet, dann wäre eine weitere stets sich fortpflanzende Krankheitsursache beseitigt. Die ekelhaften Geschlechtskrankheiten, welche heutzutage die Gesundheit so vieler Tausender, Unschuldiger wie Schuldiger, kleiner Kinder wie Eltern, vernichten, würden sehr bald gänzlich der Vergangenheit angehören.
Würden die Gebote der Offenbarer in bezug auf Gerechtigkeit, gegenseitige Hilfe und das „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ beachtet, wie könnten alsdann Arbeit in überfüllten, ungesunden Räumen und tiefste Armut einerseits, zügellose Genußsucht, Faulheit und niedriges Wohlleben andererseits noch weiter geistigen, sittlichen und physischen Untergang verursachen?
Der einfache Gehorsam gegenüber den hygienischen und sittlichen Geboten von Moses, Buddha, Christus, Muhammad oder Baha'u'llah würde auf dem Wege der Krankheitsverhütung mehr bewirken, als alle Ärzte und alle öffentlichen Gesundheitsvorschriften der Welt auszurichten vermocht haben. Es scheint in der Tat gewiß zu sein, daß, sofern ein solcher Gehorsam allgemein wäre, gute Gesundheit ebenso allgemein werden würde. Anstatt daß das Leben durch Krankheit vernichtet oder in der Kindheit, Jugend oder Vollkraft abgeschnitten wird, wie es jetzt so häufig vorkommt, würden die Menschen zu einem hohen Alter heranreifen, wie gesunde Früchte, die reif und vollendet werden, bevor sie vom Zweige fallen.
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Der Offenbarer als Arzt
Wir leben in einer Welt, in der, seit man zurückdenken kann, Gehorsam gegenüber den Geboten der Offenbarer mehr Ausnahme als Regel und Eigenliebe mehr Beweggrund als Liebe zu Gott sind, wo Einzel- und Parteinutzen dem Nutzen der ganzen Menschheit vorangeht, wo materielle Besitztümer und sinnliche Vergnügungen der sozialen und geistigen Wohlfahrt der Menschheit vorgezogen werden. Daraus sind rücksichtsloser Wetteifer und Streit, Unterdrückung und Tyrannei, Gegensätze von Reichtum und Armut hervorgegangen - Zustände, die geistige wie physische Krankheiten hervorrufen. Infolgedessen ist der ganze Baum der Menschheit krank, und jedes Blatt des Baumes hat unter dieser allgemeinen Krankheit zu leiden. Selbst die Reinsten und Heiligsten haben unter den Sünden anderer zu leiden. Heilung tut not, Heilung der Menschheit als Ganzes, Heilung der Völker und Heilung des einzelnen. So zeigt uns Baha'u'llah, gleich Seinen erleuchteten Vorgängern, nicht nur, wie die Gesundheit erhalten werden kann, sondern auch, wie die verlorene Gesundheit wiederherzustellen ist. Er kam als der große Arzt, der Heiler der Weltkrankheiten, sowohl der körperlichen als der geistigen.
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Heilung durch materielle Mittel
In der westlichen Welt ist heute ein bemerkenswertes Wiederaufleben des Glaubens an die Wirksamkeit der Heilung durch geistige Mittel wahrzunehmen. In der Tat, viele gingen in ihrer Auflehnung gegen die materialistischen Ideen über Krankheiten und ihre Behandlung, wie sie im neunzehnten Jahrhundert vorherrschten, zu dem anderen Extrem über und sprechen den materiellen Heilmitteln oder den hygienischen Methoden jeglichen Wert ab. Baha'u'llah anerkennt sowohl den Wert der materiellen als der geistigen Heilmittel. Er lehrt, die Wissenschaft und Kunst des Heilens müsse entwickelt, ermutigt und vervollkommnet werden, so daß alle Heilmittel, jedes in seinem Bereich, aufs nützlichste angewendet werden. Wenn Familienglieder Baha'u'llahs erkrankten, dann wurde ein Arzt gerufen, und dasselbe zu tun, hat Er Seinen Anhängern empfohlen. Er sagt:
„Wenn ihr von Leiden oder Krankheit befallen werdet, so laßt euch von geschickten Ärzten beraten.“
Dies ist völlig im Einklang mit der Haltung, welche die Baha'i im allgemeinen der Wissenschaft und Kunst gegenüber einnehmen. Jede Wissenschaft und jede Kunst, die dem Wohl der Menschheit dienen, selbst in materieller Hinsicht, sind zu schätzen und zu fördern. Durch die Wissenschaft wird der Mensch Herr über die materiellen Dinge, durch Unwissenheit bleibt er ihr Sklave.
Baha'u'llah schreibt:
„Versäume nie die ärztliche Behandlung, wenn sie erforderlich ist, doch höre damit auf, wenn die Gesundheit wiederhergestellt ist. Behandle Krankheiten vorwiegend durch Diät, vor allem vermeide Betäubungsmittel; und wenn du in einem einzigen Kraut das Notwendige findest, so greife nicht zu zusammengemischten Medikamenten ... verzichte auf die Anwendung von Betäubungsmitteln, wenn du gesund bist, aber wende sie an, wenn es nötig ist.“
In einem Seiner Tablets sagt Abdu’l Baha:
„O Sucher nach Wahrheit! Es gibt zweierlei Wege, Krankheiten zu heilen: durch stoffliche und durch geistige Mittel. Der erste Weg besteht in der Anwendung von Medikamenten und Heilmitteln, der zweite im Gebet und in der Hinwendung zu Gott. Beide Mittel sollten angewendet und geübt werden ... Sie widersprechen sich übrigens nicht, und du solltest die physischen Heilmittel als Gnade und Barmherzigkeit Gottes annehmen, der die ärztliche Wissenschaft geoffenbart und kundgetan hat, damit Seine Diener in den Genuß auch dieser Art der Heilbehandlung kommen.“
Er lehrt, daß, sofern unser natürlicher Geschmack und Instinkt nicht durch eine törichte und unnatürliche Lebensweise verdorben wären, sie uns sowohl in der Auswahl einer angemessenen Diät, als auch im Gebrauch heilkräftiger Früchte, Kräuter und anderer Heilmittel zu zuverlässigen Führern würden, wie dies bei den wilden Tieren der Fall ist. In einer in den Beantworteten Fragen berichteten interessanten Rede über Heilung sagt Er am Schluß:
„Es ist daher klar, daß es möglich ist, durch Nahrung, Lebensmittel und Früchte zu heilen; da aber heute die Wissenschaft der Medizin noch unvollkommen ist, wird diese Tatsache noch nicht ganz verstanden. Sobald die medizinische Wissenschaft Vollkommenheit erreicht, wird die Behandlung mit Nahrung, Lebensmitteln, duftenden Früchten und Pflanzen sowie verschiedenen heißen und kalten Wasserkuren durchgeführt werden.“
Wenn auch die Heilmittel materiell sind, so ist die heilende Macht in Wirklichkeit göttlich, denn die Eigenschaften der Kräuter oder der Minerale sind göttliche Gaben.
„Alles ist von Gott abhängig. Die Medizin ist nur eine äußere Form oder das Mittel, durch das wir die himmlische Heilung erlangen.“
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Heilung durch immaterielle Mittel
Abdu’l Baha lehrt, daß es auch viele Methoden der Heilung ohne materielle Mittel gibt. Es gibt ebenso „ansteckende Gesundheit“, wie es ansteckende Krankheiten gibt. Die erstere vollzieht sich jedoch langsam und hat nur geringe Wirkung, während die letzteren oft heftig auftreten und rasch wirken. Weit mächtigere Wirkungen gehen von des Patienten eigenem geistigen Zustand aus, und die „Suggestion“ mag in der Beeinflussung solcher Zustände eine wichtige Rolle spielen. Furcht, Zorn, Qual usw, wirken nachteilig auf die Gesundheit, während Hoffnung, Liebe, Freude usw, entsprechend segensreich wirken.
Baha'u'llah sagt:
„Wahrlich, das Notwendigste ist Zufriedenheit in allen Lebenslagen, durch sie bewahrt sich der Mensch vor krankhaften Zuständen und vor Abspannung. Gib nicht dem Kummer und der Sorge Raum, denn sie verursachen das größte Elend. Eifersucht verzehrt den Körper, und Zorn verbrennt die Leber. Meide diese beiden, wie du einen Löwen meidest.“
Abdu’l Baha sagt:
„Freude gibt uns Schwingen. In Zeiten der Freude ist unsere Kraft lebendiger, unser Verstand schärfer ... Wenn aber Traurigkeit bei uns einkehrt, verläßt uns die Kraft.“
Von einer andern Art geistiger Heilung schreibt Abdu’l Baha, daß sie zustande kommt:
„ ... aus der völligen Konzentration des Willens eines starken Menschen auf einen Kranken, wobei der letztere mit seinem ganzen Glauben konzentriert erwartet, daß durch die geistige Kraft des Gesunden eine Heilung bewirkt wird, so sehr, daß es eine innige Verbindung zwischen dem Gesunden und dem Kranken gibt. Der Gesunde macht jede Anstrengung, den Kranken zu heilen, und dieser ist dann sicher, Heilung zu empfangen. Durch die Auswirkung dieser geistigen Eindrücke wird eine Erregung der Nerven hervorgerufen, und diese Beeindruckung und Erregung der Nerven werden zur Ursache der Gesundung des Kranken.“
Alle diese Heilweisen sind jedoch in ihrer Wirkung begrenzt und können bei ernsten Krankheiten versagen.
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Die Macht des Heiligen Geistes
Das wirksamste Heilmittel ist die Macht des Heiligen Geistes.
Abdu’l Baha sagt hierzu:
„Diese Heilung hängt weder von Berührung noch vom Sehen noch von der Gegenwart ab ... Ob die Krankheit leicht oder schwer ist, ob ein körperlicher Kontakt besteht oder nicht und ob es eine persönliche Verbindung zwischen dem Kranken und dem Heilenden gibt oder nicht, diese Heilung geschieht durch die Kraft des Heiligen Geistes.“
In einer Unterredung im Oktober 1904 mit Miss Ethel Rosenberg sagte Abdu’l Baha:
„Die durch die Macht des Heiligen Geistes bewirkte Heilung hat keine besondere Konzentration oder Berührung nötig. Sie wird durch den sehnlichen Wunsch und das Gebet des heiligen Menschen bewirkt. Der Kranke mag sich im Osten und der Heiler im Westen befinden, sie brauchen auch nicht miteinander bekannt zu sein, aber sobald der heilige Mensch sein Herz zu Gott wendet und betet, ist der Kranke geheilt. Dies ist eine Gabe, die den heiligen Manifestationen und denen eigen ist, die die höchste Stufe erreicht haben.“
Von dieser Art waren zweifellos die Heilungen, die von Christus und Seinen Aposteln verrichtet wurden, und ähnliche Heilungen wurden den heiligen Menschen aller Zeitalter zugeschrieben. Sowohl Baha'u'llah als Abdu’l Baha waren mit dieser Macht ausgestattet, und ähnliche Kräfte sind Ihren getreuen Anhängern verheißen.
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