Hallo Fleischtiger


und gleichzeitig Klimaschützer.
Ich habe hier etwas für Euch:

http://www.gruene-jugend.de/spunk/339706.html

da steht:

Bis der letzte Grashalm fällt
16.05.2007: Das Klima auf der Erde ändert sich und das nicht erst seit gestern. Die Ursachen sind vielfältig und "menschgemacht". Eine dieser Ursachen liegt in der Forst- und Landwirtschaft. Wie die Nutzung unserer Erde sich auf den Klimawandel auswirkt, zeigt SPUNK-Redakteurin Svenja Tidau.
Wälder und Böden: Grüne Lunge und Grundlagen des Lebens

Wälder und Böden sind essentiell für das Leben von Mensch, Tier und Pflanze. Die Kreisläufe des Lebens hängen von der Funktions- und Tragfähigkeit der Biosphäre und seiner vielseitigen Ökosysteme ab. So bilden intakte Böden und Wälder die Grundlage der lebensnotwendigen Stoffkreisläufe in der Natur: Mensch und Tier brauchen Sauerstoff (O2) und produzieren Kohlenstoffdioxid (CO2). Letzteres benötigen Pflanzen und wandeln dies im Zuge der Fotosynthese wieder in Sauerstoff um. Das eine kann nicht ohne das andere; Menschen als Teil der Umwelt anstatt "über" ihr. Die Wälder sind die Lunge des Körpers Erde, die Böden deren Grundlage.

Von regional zu global

Seit jeher nutzen Menschen Wälder und Bäume als ihr persönliches und kostenloses Ressourcenlager. Früher tat das jedeR in seiner oder ihrer unmittelbaren Umgebung: EuropäerInnen blieben auf dem Kontinent, Menschen aus Großbritannien nutzten beispielsweise das Holz auf der Insel und AsiatInnen die Rohstoffe in ihrer unmittelbaren Nähe. Mittels der Industrialisierung in den letzten 200 Jahren verschwanden ganze Wälder und damit das "gottgegebene" Rohstofflager vor unserer Haustür. Heute, wo die nahegelegenen "Lagerhäuser" leer geräumt sind, geht der Westen raus in die Welt und holt sich an anderen Orten, was er zur Erhaltung des Wohlstands braucht: Globaler Welthandel ist entstanden.
Wir nehmen uns die Lunge zum Atmen

Die Erde ist ein grüner Planet mit großen zusammenhängenden Waldflächen wie dem Amazonasgebiet, die sich wie ein "Grüner Gürtel" rund um den Äquator schmiegen. Oder besser schmiegten? Denn die Forstwirtschaft, Abholzung und der Export bilden in vielen Ländern einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Wirtschaftssektor, und damit tragende Einnahmequelle. Abgeholzt wird zum einen "aus der Not heraus", da der Holzexport wie oben beschrieben insbesondere für Entwicklungs- und Schwellenländer eine starke Geldquelle darstellt. Zum anderen wächst der Verbrauch an Papier trotz Internet und der Markt für Tropenhölzer in den Industrieländern.

Vernichtung von Nahrung zur Erzeugung von Nahrung
Abgeholzt wird aber nicht nur für den direkten Export von Hölzern, sondern auch, um Weidefläche für Tierhaltung und Ackerland für Agrargüter zu erschließen. Doch diese sind nicht die einzigen Erzeugnisse immer intensiver und professioneller bzw. ertragreicher werdenden industriellen Landwirtschaft, die insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern stark auf Export ausgerichtet ist. Tierzucht hat neben dem direkten Effekt möglichst viel Fleisch abzuwerfen auch indirekte Nebeneffekte, die den Klimawandel begünstigen. Das sind nicht nur die Rodung von Wäldern, sondern auch die Tatsache, dass Rinder bei der Verdauung in hohem Maße Methangas freisetzen, das als Treibhausgas etwa 21 mal so stark wie CO2 wirkt. Daneben werden bei der Fleischproduktion Unmengen an Ressourcen, wie Wasser und Getreide, in das Tier gesteckt und vernichtet, die ebenso gut zur Ernährung von Menschen genutzt werden könnten. Der Stofffluss innerhalb der Nahrungskette Pflanze - Tier - Mensch nimmt nämlich extrem ab. So könnten 2000 t Getreide allein 2000 Menschen ernähren, oder aber über Umwege erst mehrere Millionen Insekten, tausende Frösche, etwa 100 Forellen und schließlich nur noch einen Menschen. Tierzucht, mehr noch Massentierhaltung, kann somit als Nahrungsmittelvernichtungsindustrie bezeichnet werden. Für Agrarwirtschaft werden innerhalb kürzester Zeit Wälder gerodet, die zum Teil mehrere Jahrzehnte oder gar Jahrtausende gewachsen sind. Die großindustrielle und immer professioneller werdende Landnutzung schädigt die Böden nachhaltig. So werden Böden durch exzessive Düngung und Nutzung ausgelaugt und unfruchtbar gemacht. Der Anbau von Monokulturen verstärkt diesen Prozess noch. Auch an sich fruchtbare Waldböden können durch Abholzung irreversibel geschädigt werden. Dadurch müssen weitere Flächen erschlossen und abgeholzt werden, was die Ausdehnung der Landnutzung zur Folge hat. Eine Konsequenz daraus kann die Desertifikation (Wüstenbildung) ganzer Landstriche sein. Ein endloser Teufelskreis ist entstanden.

Svenja Tidau studiert in Münster, ist seit 2002 bei der GRÜNEN JUGEND und zumindest seit sieben Jahren überzeugte Vegetarierin.
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Zu zweit ist das Singlesein viel schöner
egal ob es etwas außerhalb der Raumzeit gibt.