Gandhis Zitat - Was meint er damit?


"Ja, ich bin Hindu - und ich bin Christ. Ich bin Moslem und ich bin Jude."

Das ist ein Zitat Mahatma Gandhis.

Wieso kann er sagen, dass er Christ, Moslem und gleichzeitig Jude ist?

Diese 3 Weltreligionen berufen sich doch auf einen monotheistischen Gott und nicht wie im Hinduismus auf polytheistische Gottheiten.

Wie meint er dieses Zitat also?
Die Hindus glauben, dass es mehrere Wege zu Gott gibt.
Die vielen Gottheiten werden manchmal als Aspekte einer Gesamtgottheit angesehen.

Die Hindus in Indonesien haben den sonst eher unbekannten Widi über alle anderen Götter gestellt, um mit den indonesischen Gesetzen klarzukomemn.

Das Christentum mit der Trinität + Maria + unzähligen Heiligen + unfehlbarer Papst ist doch auch beinahe polytheistisch.

Der Islam mit einem Gott + Mohammed + Ali + Engeln + Iblis + Dschinns + Kaaba ist doch auch beinahe polytheistisch.

Die vielen polytheistischen Stellen des Alten Testaments habe ich gerade nicht parat. Eine ist "Lasst uns Menschen machen".
vielen vielen Dank

meine Lehrerin ist der Meinung, dass Gandhi, dass sagt, weil der den Gott Brahma als höchsten Gott ansieht, und es somit monotheistisch ist.

Eine andere Betrachtungsweise ist evtl, dass Gandhi mit dieser Aussage nicht den Gottesglauben meint, sondern die Normen und Werte die jede Religion hat.

Er geht davon aus, dass jede Religion im Sinne die gleichen Ziele verfolgt.


In der Bibel steht doch aber auch: Du sollst keine anderen Götter nebenmir haben, klarer Widerspruch zum Polytheismus

Was stimmt nun? Deins oder meine beiden?
Was sich sagen wollte: Der Unterschied zwischen Monotheismus und Polytheismus löst sich auf, wenn man alle übernatürlichen Wesen als Götter ansieht.

Brahma wird auch machmal als der höchste Hindu-Gott angesehen. Allerdings sind Brahma-Vishnu-Shiva drei Teile eines göttlichen Prinzips.

Zwischen Islam und Hinduismus gibt es große Unterschiede (Wiedergeburt, Hölle). Eigentlich kann man nicht beides gleichzeitig glauben.

Der Monotheismus der Bibel ist aus dem Polytheismus entstanden. Die Städte der Region hatten jeweils ihren eiginen Gott. Wenn eine Stadt stark dominierte, sah sie gerne ihren Gott als den wichtigsten an. So geschah es mit Marduk (Babylon), der Enlil als Schöpfergott ablöste, und später mit Jahwe. Natürlich vertritt die Bibel den Monotheismus, aber polytheistische Relikte sind noch zu finden.
Es ist nicht Brama, der manchmal als der höchste Gott angesehen wird, sondern Brahman.
Brama ist ein Teil der Trinität und ihm sind in ganz Indien lediglich zwei Tempel gewidmet.

Brahman ist außerhalb der Trinität, schließt aber die Trinität mit in sich ein, denn Brahman ist die Nicht-Dualität, das Absolute, die Totalität, das Eine ohne ein Zweites.

Brahman wird nicht dargestellt, da es aller Formen ledig ist, und doch alle Formen eine Erscheinungsform Brahmans sind.

Brahman wird nicht angebetet, da es den Betenden mit in sich einschließt.

Das Advaita (die Lehre Shankaras) also die Nicht-Dualitäts-Lehre hat Brahman zum zentralen Inhalt.

Natürlich kennt Advaita somit auch keine Kasten oder sonstige Wertigkeiten.

In anderen Hindu-Glaubensrichtungen wird statt Brahman auch Paramatman gesagt Param=Gesamt Atman=Seele.

Und richtig: für Hindus ist gewöhnlich die eigene Lehre nicht der einzige Heilsweg, aber auch da gibt es immer wieder Fundis, die das anders sehen. Vor allem die BJP ist eine Partei, deren Mitglieder sich liebend gerne über Andersgläubige stellen.

p.S.: Indien wurde innerhalb von 5 Jahren Aufenthalt zu so etwas wie einer zweiten Heimat für mich.
Mir ist gerade noch was eingefallen, was dazu passt:

Religion ist das Netz, um einen Fisch zu fangen.
Ist der Fisch gefangen, so hat das Netz seinen Zweck erfüllt.

Meister Eckhard.

Der Fisch ist die Gottesverwirklichung.
Und für Gandhi kann man klar sagen: dieser Mensch war Gottesverwirklicht.
Er braucht keine Religion mehr!
Er respektiert daher alle Religionen, als verschiedene Möglichkeiten die Gottesverwirklichung zu erreichen.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Also ich glaube,Gandhi meinte damit nicht nur das Er eins mit allem ist,
sonder er wusste es.
Er hatte wohl keine Heiler Fähigkeiten so wie Jesus,
aber er hatte das Christus-Bewusstsein in sich vereint.

Jeder Mensch will Glücklich sein und Leiden vermeiden.
Wer es noch nicht erkannt hat, so wie z.B. Georg Bush,
kann es immer noch lernen.
Schaut Euch Ashoka an - den indischen Herrscher.
G. Bush könnte ähnliches leisten, wenn er Wasser statt Öl und Reis statt Kugeln verteilen würde. Geld hätten sie genug. Wenn Sie Gandhis Aussage verstehen würden, dann wäre das schon längst geschehen...

Wir SIND EINS. ALLE!
Ob wir wollen oder nicht. Früher oder später erkennen wir es alle.

Liebe
und vielen Dank an Mahatma Gandhi für seine tolle Botschaft!
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Mahatma Gandhi
"Kein Volk (Mensch) kann auf Dauer unterjocht werden, wenn es nicht irgendwie an seiner Unterjochung mitwirkt"
Hallo aori,

ich hoffe aus tiefsten Herzen das Du das erfährst was Du geschrieben hast ."Wir SIND EINS. ALLE!"

LG Mark
Religionen können in zwei Ebenen (gedanklich) aufgeteilt werden.

Die untere ist die welche die Religion ausmacht, dass woran man sich klammern kann, worin ein Gläubiger seine Wurzel hat.

In der Vorstellung ist über diesem Bereich ein weiterer, einer der nur durch, hmm ich nenne es mal persönliche Gotterfahrungen, verständlich ist. Dieser trägt den eigentlichen Sinn einer Religion mit sich. Und dieser ist immer gleich.

Erst wenn dies verstanden wird kann man die religiösen Bande sprengen und anderen Religionen mit Toleranz begegnen. Es geht darum die Göttlichkeit des Menschen zu erfahren. Oder wie es im Buddhismus heißt: Buddha erkannte dass er göttlich war, aber er erkannte auch dass alles andere ebenso göttlich ist. Daraus folgert, dass der mensch vor allem eine Pflicht auferlegt bekommt, seine individuelle Weiterentwicklung, die aber durch ihr Vorbild eine solche Kraft auf andere ausübt, dass die Welt dadurch ein bisschen besser wird. Auch dieser Gedanke ist in jeder Religion vertreten, aber um selber zu so einem Vorbild zu werden muss man diese transzendentale Gotterfahrungen gemacht haben denke ich. Diese kann man aber immer machen. Es brauch nciht unbedingt ein besonderes Ereignis, wenn man sich wirklich öffnet geht das wohl von alleine.
Was nach dem Tod aus einem wird ist nicht gewiss, niemand kann das wirklich sagen, aber mir gefällt der Gedanke, dass das christliche Paradies einem eingehen in den Weltgeist entspricht. Dass wir praktisch wieder an Gott teilhaben werden.

Nun also als Fazit: Aus diesen Gründen, kann Ghandi mit Recht sagen, dass er Moslem, Christ, Buddhist etc ist. Auch wenn er in einer religion wurzelt, kann er trotzdem denn personalen Teil jeder Religion benutzen. Wie gesagt dieser entspricht immer einem Einheitsgedanken.

PS:Die konventionellen mögen mir verzeihen dass ich den Buddhismus als Religion bezeichnete, aber für mich ist er das.