Der Ingenieur und der Meister


Hörte ein amerikanischer Ingenieur von einem großen Meister in einem Kloster im Himalaya, und reiste dorthin, um zu erfahren, was der Meister wußte.
Der Meister indes verweigerte dem Ingenieur sein Wissen. Gehe zurück nach Amerika, und entledige dich erstmal all des materiellen Wissens, was du derzeit besitzt, und dann komm wieder.
Der Ingenieur leistete dem Folge, und suchte ein Jahr später wieder den Meister in seinem Kloster im Himalaya auf.
Der Meister hieß den Ingenieur ihm zu folgen. Sie gingen durch den Garten, kamen an einen Brunnen. "sieh dort hinein", sagte der Meister und deutete auf das Wasser. Als der Ingenieur sich über das Wasser beugte, nahm ihn der Meister am Haarschopf und tauchte seinen Kopf ins Wasser, solange, bis er schier am ertrinken war. Dann riß er ihn hoch und sprach:
"Geh hin, und wenn du mein Wissen so benötigst wie eben die Luft zu atmen, dann komme wieder".
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Zitat:
O Sohn des Staubes!

Die Weisen sind, die nicht reden, ehe sie Gehör finden, gleich wie der Mundschenk seinen Kelch nicht reicht, ehe er einen Dürstenden trifft, und
der Liebende nicht aus tiefster Seele ruft, ehe er des Geliebten Schönheit schaut.
So säe die Saat der Weisheit und Erkenntnis in des Herzens reine Erde und halte sie verborgen, bis die Hyazinthen göttlicher Weisheit aus dem Herzen aufsprießen und nicht aus Schlamm und Lehm.

(Baha'u'llah, Die Verborgenen Worte, p. s.35)

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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)