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Traumerklärung - Rückblick, Einblick,Ausblick












Aus der kleinen Zeitschrift "Rückblick" - Durchblick - Ausblick

Zeitschrift für Rückführungstherapie Nr. 18/Nov. 2007


Der Traum und seine Deutung

AG Träume sind Botschaften der Seele. Die Seele ist allerdings nicht schöpferisch. Es muß aus ihr herausgeholt werden, was
in ihr vorliegt, und das tun die Geistigen Führer des Menschen.

Die Seele beeinflußt zwar nicht den objektiven Gehalt eines Traumes, das kann sic nicht, weil die Traumaussage feststeht. Aber sie
kann die Entwicklung des Traumes mitgestalten und bei der "Verpackung" die Einkleidung des Traumes mitgestalten und bei der
"Verpackung"; bei der Präsentation der Traumseele, mitreden.

Im Umgang mit Träumen ist es daher äußerst wichtig zu berücksichtigen, daß die Wiedergabe eines Traumes durch den Träumenden
mit dem objektiven Traumgehalt nicht immer übereinstimmt. Das bedeutet nicht, daß der Träumende den Traum nicht so darstellen
würde, wie er ihn tatsächlich geträumt hat. Er verbiegt den Traum nicht absichtlich, sondern empfängt ihn bereits eingekleidet: in
einer Ausgestaltung, welche die eigentliche Traumaussage verschlüsselt vorlegt und sie mitunter bis zur Unkenntlichkeit verhüllen kann.

Der bis zur Unkenntlichkeit verschlüsselte Traum.

Es gibt immer wieder Träume, deren Bedeutung so verschlüsselt ist, daß sie den geübtesten Traumdeuter in die Irre führen. Er meint
vielleicht sogar, im Traum eine klare Szenerie erkennen zu können, und täuscht sich dabei gewaltig, und zwar deshalb, weil das
Traumgeschehen eine völlig andere Deutung vermuten läßt. - Ein Beispiel:

Eine Frau hat einen ganz kurzen Traum, der sie unbegreiflicherweise stark beeindruckt. Sie träumt, daß sie in einem großen, parkartigen
Garten einen Knaben sieht, der mit einem Ball spielt. Damit ist der Traum schon zu Ende. Die Frau erwacht, sie ist furchtbar erschrocken,
es wird ihr schlecht. Und es wir ihr noch tagelang übel, wenn sie an diese - an sich harmlose - Traumdeutung denkt.

Die Traumdeutung

Versucht man, den Traum zu deuten, so ist es naheliegend anzunehmen, daß die Frau auf den Traum deshalb so heftig, sogar mit Übel-
keit reagiert, weil der Traum sie mit einer früheren Inkarnation konfrontiert, in welcher sie dem Kind, das ihr heute offenbar nahe steht, etwas
angetan hat. Vielleicht vernachlässigte sie den Jungen damals, so daß er verwahrlost wurde oder starb, oder sie ließ ihn absichtlich um-
kommen (zB. durch einen fingierten Unfall) oder tötete ihn eigenhändig.
Die Rückführung

In der Rückführung jedoch, in welcher die Frau die Traumszene sogleich vor Augen hat, verwandelt sich der Ball in den Kopf eines Menschen,
dann tauchen mehrere Köpfe auf und sie sieht, wie das Kind mit den Köpfen spielt, als wären diese Bälle. Dann verwandelt sich auch das
Kind und wird zu einem Mann mittleren Alters. Der sitzt in prachtvollen Kleidern auf einem prunkvolle, thronartigen Stuhl in einem ebenfalls
prunkvollen Raum vor einem mit viel Gold ausgestatteten Schreibtisch. Er unterschreibt Todesurteile. Die Verurteilten sind Bettler, Straßen-
sänger, Gaukler , auch einige Diebe und armselige Menschen, von denen der schön gekleidete Mann die Stadt, deren Bürgermeister er ist,
säubern will. So wird ein jeder, der seiner Meinung nach nicht auf die Straße gehört oder gegen seine Vorschriften verstößt, von der Straße
entfernt und zugleich "entsorgt", indem ihm der Kopf abgeschlagen wird.

Der Bürgermeister: der Inhaber des Richteramtes, bekommt die "Deliquenten" gar nicht zu Gesicht. Es genügt, wenn seine Leute: die Schergen,
ihm melden, daß sie wieder jemanden aufgegriffen haben.Er fragt nicht, was der Verhaftete getan hat, warum er in Gewahrsam genommen wurde,
sondern unterschreibt sogleich das Todesurteil. Und falls ihm jemand unbequem wird oder sogar wagt, Kritik an ihm zu üben, wird dessen Name
augenblicklich auf die Liste der Hizurichtenden gesetzt.

Bei der Rückführung erkennt die Frau - wie bei solchen Ereignissen üblich - daß viele ihrer heutigen Angehörigen sowie etliche aus ihrem Freundes-
kreis teils zu den Verurteilten, teils zu den Helfershelfern des Bürgermeisters gehörten.

Die Verhaltensweise des damaligen Bürgermeisters wurde also im Traum bis zur Unkenntlichkeit verschlüsselt und zugleich verharmlost dargeboten.
Doch die Szenerie ließ gerade in der Verschlüsselung einen tieferen und zwar symbolischen Sinn erkennen. Der Knabe, der mit einem Ball spielte,
verwandelte sich in der Rückführung in einen Richter: Der Ball versinnbildlichte die Köpfe, die der Mann unbedacht rollen ließ, das Spiel selbst zeigte
seine grausame Haltung und grenzenlose Verachtung den Menschen gegenüber. Die Tatsache, daß dieser Mann im Traum als Kind erschien, zeigte an,
daß er damals, als er als Bürgermeister die Stadt von den "schmutzigen Individuen" säubern ließ, innerlich: seinem inneren Alter nach, noch ein Kind
war und dementsprechend unbewußt und gefühlsdumpf. für diesen Menschen: das Kind, bedeutete sein herzloses Spiel mit den Köpfen nicht mehr,
als wenn ein Kind mit einem Ball spielt.

Für die Frau war dieser Hinweis auf ihren damaligen Entwicklungsweg wenigstens ein kleiner Trost in ihrer Bestürzung über sich, und es half ihr, das Erfahrene
besser aufarbeiten zu können.
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