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http://www.gabriele-quinque.de/pageID_3882914.html
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Menschen, von Prometheus aus Lehm geformt
In dem altgriechischen Mythos erfahren wir, dass es Prometheus ist, der die Menschen aus Lehm formt und sie dann Zeus zur Begutachtung vorlegt. Damit zeigt Prometheus bereits seinen krumm denkenden Charakterzug, der ihn zu einem ungeheuer listigen Wesen macht. Setzt er doch mit seiner Erschaffung von Menschen allmählich ein Gegengewicht des Olymps auf die Erde, wohl mit der Absicht, die Macht des Despoten aus dem Pantheon zu schmälern. Sukzessive sägt er an dem Thron seines väterlichen Gottes, indem er seine Menschen als Gegenpol zum Göttlichen erstarken lässt. Ganz zu Beginn seiner Aktionen machte er sich Zeus auf listige Art gewogen, weil er an der Seite von Zeus gegen die Titanen - also sogar gegen seinen leiblichen Vater Japetos - mitkämpfte, und dann begann er langsam und unaufhaltsam mit seinem Werk der Empörung gegen Zeus.
Nun hegt und pflegt Prometheus die Menschengestalten, die er aus Lehm geformt hat, doch wünscht er sich mehr Nahrung, mehr Freude, mehr Weisheit und mehr Eigenständigkeit für sie. Also denkt er darüber nach, wie er dies für seine Geschöpfe wohl erreichen könnte. Da eilt ihm das Schicksal zu Hilfe. In seiner Angst vor Entmachtung verschlingt Zeus eine Meerjungfrau, die er vergewaltigt hatte, da ihm geweissagt wurde, dass dieses Kind, das er mit ihr gezeugt habe, den Himmel beherrschen würde. Zu der Zeit, da das Kind hat zur Welt kommen sollen, ruft er Prometheus zu Hilfe. Dieser trägt einen lunaren Anteil im Blut und verfügt somit über eine Doppelaxt, die als Werkzeug der Spaltung ein Symbol der dualen Mondnatur ist und sich deshalb gut als Geburtshelfer eignet. Mit jener Axt spaltet Prometheus den Kopf von Zeus, und heraus springt in voller Rüstung die Göttin Pallas Athene. Jener ungewöhnliche Geburtsvorgang schenkt dem Universum eine weibliche Gottheit, die zum Segen für alle Helden wird. Götter, Halbgötter und Helden kommen gleichermaßen in den Genuss ihrer Hilfe. Als verkörperte Weisheit erscheint sie überall dort, wo sie dringend gebraucht wird. Athene ist zwar ein weibliches Wesen, verfolgt jedoch gänzlich andere Interessen als sogenannte normale Frauen, denn ihr Augenmerk gilt ausschließlich der Verteilung echter Weisheit und der Bewahrung schöner Künste. Ihre Rüstung zeigt, dass sie bereit ist dafür zu kämpfen. Ihre begleitende Eule symbolisiert, dass sie in der Nacht, also auch im Dunkel der materiellen Welt, sehen kann. An den schwierigsten Scheidewegen (oder wo immer es mit der Weisheit gerade zu Ende zu gehen droht) erscheint Athene dem Verzweifelten und gibt ihm aus ihrem göttlichen Becher zu trinken, der jeweils so viel Weisheit enthält, wie gerade für den nächsten Schritt benötigt wird.
Es ist die göttliche Einsicht von Zeus selbst, die aus seinem Kopf in einer weiblichen Verkörperung heraussprang und nun dafür sorgen wird, dass auch die Menschen an dem Erkenntnis-Segen ungeteilter Einsicht teilhaben können. Pallas Athene macht sich selbst zum Gnadengeschenk an Prometheus, denn sie hilft ihm, seine Menschen lebendiger zu gestalten, indem sie den Geschöpfen einen Seelenfunken mit Verstand und Vernunft schenkt, die dann später im Herzen der Menschen von allein zu der höchsten Erkenntnisform heranreifen können. Es gibt ein altes Relief, auf dem Prometheus seine Menschen formt und Athene ihnen jeweils "Schmetterlinge" verabreicht. Wer denkt hier nicht sogleich an unser Gehirn, das in seiner Gestalt sehr einem Schmetterling ähnelt und aufgrund seiner Tätigkeit manchmal die "Schmetterlinge der Seele" bis in das Herzchakra hinein spüren lässt. Ist es nicht gut zu wissen, dass die alten Bilder doch gar nicht so weit weg von denen unserer neuen Forschungen liegen? - freilich sind sie allemal romantischer und dringen deshalb mühelos an dem Verstand vorbei bis in die Seele vor.
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Dank Athenes Hilfe ist Prometheus in seinem Wunsch, das Leben der Menschen zu verbessern, deutlich weitergekommen. Seine Geschöpfe besitzen jetzt individuelle Wahrnehmungsfähigkeiten, und Prometheus möchte ihnen alles beibringen, was er selbst an Weisheit von Athene gelernt hat, jedoch spürt er schnell die Grenzen, da seine Menschen vorerst elementarere Probleme haben, weswegen sie die Mathematik, die Astronomie, die Architektur und die Musik noch nicht richtig verinnerlichen können. Denn zunächst fehlen ihnen Kraft und Begeisterung. Zeus steht dieser Tatsache gleichgültig gegenüber, ist also nicht gewillt ihren Hunger zu stillen. Die Menschen sind anfangs nicht sonderlich beliebt bei Zeus, denn er braucht sie eigentlich nicht, da er selbst nicht an der vermehrten Trennung von "oben und unten" interessiert ist. Dennoch ist Zeus selbst weise genug zu begreifen, dass mit Hilfe von Prometheus Himmel und Erde auseinandergezogen werden sollen. Zeus weiß, es wird bald neben den unsterblichen Göttern auch sterbliche Menschen mit einem Willen geben, die doch im Grunde nur Emanationen des Himmels sind und deshalb allesamt wieder zurück in sein Reich drängen werden. Als Vatergott weiß Zeus um diesen notwendigen Bewusstseinssturz seiner eigenen Schöpfungslust und dessen Wunsch zurückzukommen, getreu dem Leitspruch: Welten entstehen, Welten vergehen oder Götter atmen aus und atmen ein. Zeus sieht darin ein kosmisches Gesetz, dem er sich beugen muss, da auch er es nicht erschaffen hat. Denn Zeus ist nicht wirklich der erste Gott des Universums, insgeheim vergisst er dies nie - vor ihm gab es Kronos und noch davor zeugte die höchste Form aller Göttlichkeit des Werdens Beginn: Uranos! Aus diesem Wissen heraus muss Zeus den Heißsporn Prometheus gewähren lassen, wenn dieser von der Idee besessen ist, den Menschen ein götterähnliches Leben auf der Erde zu ermöglichen. Also erweckt Zeus sogar den Anschein, sich von dem altruistischen Titanen täuschen zu lassen.
Das alles schon 400 vor Chr. vorgedacht - Umsetzung des Gottes - Mensch aus Lehm mit Odem - ?
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- Aischylos -
Diese Worte des Aischylos charakterisieren das Empörungswerk des Titanen. Alle Schöpfungsmythen berichten von mehreren Etappen der menschlichen Werdung. Analog zu dem ersten biblischen Adam, der als rein männliches Wesen in göttlicher Einheit ruht und seine zweite Hälfte noch als mit ihm verbundene unschuldige kosmische Lilie (Lilith) in sich verschlossen hält, kennt auch die antike Religion der Griechen die Vorstellung eines sogenannten goldenen Menschengeschlechtes, das in paradiesischer Einheit mit den Göttern lebte. Doch war dies zu Zeiten, in denen die alten Götter Uranos, Gaja und Kronos noch uneingeschränkte Macht besaßen. Als jedoch dieses Göttergeschlecht entmachtet wurde, begann die olympische Allmacht von Zeus, und ein ehernes Menschengeschlecht rückte auf den Plan des Universums.
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| Um es zynisch auszudrücken: Prometheus wird durch seinen hybriden Dünkel- ähnlich wie Luzifer, der Lichtträger - zum dienstbaren Handlanger Gottes, anfänglich freilich, ohne die Absurdität seines Hochmutes zu begreifen. Jedoch aus der erhabenen Perspektive eines Vaters durchschaut Zeus den arglistigen Taktiker von Anfang an und liebt ihn gerade für sein dreistes Handeln. Zeus lässt Prometheus bewusst den ganzen Weg gehen und erleiden. Damit schenkt er dem Halbtitanen die Möglichkeit zu jener Entwicklung, derer Prometheus bedarf, um seine lunare, erdhafte, die Spaltung fördernde weibliche Komponente zu überwinden. Diese Zusammenhänge machen deutlich: Prometheus, das ist der Archetyp des nach Erlösung strebenden Menschen! Prometheus fühlt sich seinen Menschenschöpfungen verpflichtet und lehrt sie alles, was sie für ihr Leben brauchen : den Ackerbau, das Zähmen der Tiere, Kunst, Wissenschaft, Philosophie und die Freiheit der Wahl. Vollkommene Bewusstheit werden die Menschen aufgrund des himmlischen Feuers, das auf Erden lodert, erlangen können, soviel ist gewiss. Denn aufgrund der zweiten Feuerstelle im Irdischen verfügen auch sie selbst über einen freien Willen wie die Götter. Doch bedingen diese Qualitäten erdwärts gerichtet auch das Spüren jener Fesseln, die in der Schuld der Absonderung von der Ganzheit begründet sind.
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So lernen wir aus den Mythen und wir erkennen - es war schon alles da - es wird nur immer wieder verwandelt - in die Neuzeit -
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| Als die Frau fertig gestellt und beseelt ist, wird dieser feminine Prototyp auf die Erde entsandt. Damit er die Arglist des schlauen Prometheus ausschließen kann, erwählt Zeus dessen dummen Bruder Epimetheus als Empfänger seiner Gabe. Prometheus, der Vorausdenker, warnte einst Epimetheus, den "erst im Nachhinein-Denkenden", nachdrücklich davor, Geschenke von Zeus entgegenzunehmen. Doch Epimetheus stellt die Schattenmanifestation des souveränen Bruders dar und handelt grundsätzlich unbedacht. Als er die wunderschöne Frauengestalt erblickt, heiratet er sie sofort, ohne sich genauer zu vergewissern, wer sie ist und wo sie herkommt. Um so überraschter muss Epimetheus natürlich sein, als er gewahr wird, welch abscheulicher Art die "Mitgift" seiner Gemahlin ist. Aber jede Reue kommt zu spät, die Frau kehrt in das Leben der Menschen ein. Diese erste Frau heißt Pandora, was soviel bedeutet wie "die alles schenkt". Auch hierin liegt ein gewisser Zynismus, denkt doch der Mensch bei dem Wort "Geschenk" grundsätzlich an etwas Angenehmes. Die Gaben der Pandora werden freilich anderer Natur sein. Denn Pandora bringt eine Amphore mit, das alle sogenannten Übel der Welt enthält. Als sie nämlich die "Büchse der Pandora" öffnet, fallen solche Dinge wie Sorge, Unglück, Mühsal, Verzicht, Kälte, Härte, Ohnmacht, Strenge, Schmerz, Geiz, Neid, Hass und Streit heraus und verbreiten sich rasch auf der Erde wie eine böse Krankheit. Der Mythos hat sich damit der schwierigen Aufgabe angenommen, ein allgemeines archetypisches Problem radikal in eine deutliche Bildsprache zu übersetzen. Denn leise und betroffen müssen wir nun fragen: Ist das Weibliche böse |
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