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Eine kleine Geschichte zum Dialog












Lieber Bert!
Zitat:
Gott der wesentlich Geist ist, ist anders. Gott ist in diesem Sinne nur ein Name.
Als ich bei Küng (Hinduismus) über Brahman (objektiver Geist) und Atman
(subjektiver Geist) las, dachte ich hoppla (!), Hegel schon vor drei-viertausend
Jahren, oder mehr, in Indien?

Zitat:
Den Wittgenstein überlasse ich dir gerne, willst du darauf hinaus, dass
Buddhismus eine "glaubenslose" Religion sei?

Nein - auch der Buddhismus macht ja [unfalsifizierbare] religiöse Aussagen.
Ich denke, dass in allen Konfessionen die 'glaubenslose' Religion drinsteckt,
manchmal mehr ausgeprägt, manchmal weniger - und dass die mystischen
Richtungen aller Religion ziemlich in diese Richtung tendieren. Die christliche
Mystik stützt sich ja zu Recht sehr stark auf die apophatische Theologie des
(Pseudo)Dionysius, die jede Aussage über das Wesen Gottes als notwendig
falsch zurückweist. Auch die Aussagen über Atman und Brahman sind m.E.
nicht mehr als spekulative Bilder. Die buddhistischen Philosophen (besonders
die Madhyamaka-Schule des Nagarjuna) haben sie einigermaßen gezaust

Zitat:
Du schreibst, je nach Problem (ich denke geistiger Art) wendest du diese
oder jene Methode an, welche Probleme sind das und warum bietet einmal
die eine Methode eine Lösung und ein andermal die andere?

Weil IMHO verschiedene 'Denk-environments' auch verschiedene
Vorgangsweisen erfordern, kein Modell allen Fragestellungen gerecht wird.
Wenn es z.B. um Fragen des Gebets geht, ist ein Zugang wenig nützlich,
der den Personbegriff grundsätzlich ablehnt - wenn es um Verantwortlichkeit
und Entscheidungsfreiheit geht, muss der Begriff der Person aber zuerst mal
hinterfragt werden... Irgendwie erinnert mich das ein wenig an den
'Welle/Teilchen-Dualismus' in der Physik

Zitat:
Glaube ist in einer Konfession möglich, aber es gibt für mich keinen
"katholischen" (Doppelsinn, die Katholiken sehen das anders, im Sinne
von rkK), "evangelischen", usw. Glauben.

Ja, das kann ich nachvollziehen
robinson hat folgendes geschrieben:
Liebe Freunde

Könntest du mir bitte näher erklären was du unter nicht greifen einiger rel. Definitionen verstehst.


Lieber Robinson,

ich möchte nocheinmal zurückkommen auf den Unterschied "formale" und "inhaltliche" Definition.
Eine formale Definition ist eine Definition von aussen und eine Verstandesdefinition, d.h. sie muss nicht wahr oder gültig sein.
Sie bedeutet, ich lege verschiedene Kriterien fest, dann vergleiche ich diese Kriterien mit einer Religion und wenn diese übereinstimmen ist es eine Religion. Wie kann ich feststellen, ob meine Definition von Religion wahr oder richtig ist? So nicht, Wu hat ein sehr schönes Beispiel gegeben, indem er die formalen Definitionen mühelos um zwei erweitert hat. Aus dieser Menge Defintionen suche ich dann willkürlich eine aus, meistens eine die mir zusagt, so wie Wu es von der wittgensteinschen sagt.

Ein anderer Weg ist die inhaltliche, ich verstehe, begreife eine Religion "aus sich heraus". Dazu muss ich die Heiligen Schriften einer Religion studieren.

Am besten kann ich das anhand der christlichen Religion erklären, da ich diese am intensivsten studiert habe, und ich beziehe mich auch nur auf die vier Evangelien:

Es gibt nur zwei Gebote: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten (deinen Feind eingeschlossen).

Jesus fordert:
christliches Handeln (Ethik);
Nachfolge;
Erkenntnis Gottes, der Geist ist.

Mit Jesu Tod zerriss der Vorhang zwischen Heiligem und Profanen, deshalb bedeutet er die Versöhnung des Menschen mit Gott.

Nach Jesu Tod erhalten Christen:
Die Taufe des Heiligen Geistes;
und erleben:
Die Auferstehung Jesu IN IHNEN.

Glaube in der Religion ist,
religiös:
Die Erhebung der Seele zu Gott;
philosophisch:
Die Erhebung des Geistes zu Gott.

Anmerkung: Leibliche Himmelfahrt, leibliche Auferstehung, Wiederkunft Jesus, Jüngstes Gericht, usw. sind Dogmen, die für mich keine Bedeutung haben.

Welche wesentlichen Bestimmungen (Definitionen) können wir daraus ableiten?
Gott (als Objekt unseres Glaubens, aber eigentlich ist ER das Subjekt);
Glaube (als Beziehung zwischen Gott - Menschen) und Tun (religiöses und ethisches);
Seele und Geist (als Objekte Gottes).

Ich schliesse, Religion enthält notwendig:
Gott (das EINE, das EWIGE, das UNENDLICHE, die SUBSTANZ)
Glauben
Seele und Geist
Ethik

Liebe Grüsse
Bert
Zitat Wu:

und einen von Wittgenstein, der mir sehr zentral geworden ist:
Zitat:
Es kann nicht oft genug wiederholt werden, daß nicht jede Form von Religion notwendigerweise mit religiösen Aussagen verbunden ist.

...............



Lieber Wu,

kannst du mir bitte schreiben, wo du das Zitat bei Wittgenstein gefunden hast?
Danke und liebe Grüsse

Bert
Nachricht gelöscht, da doppelt.
Bert
Hallo Bert,

ich fürchte da kann ich nicht weiterhelfen - das Zitat habe ich vor zehn, zwanzig Jahren
einmal in irgendeiner philosophischen Zeitschrift gefunden - kann sein es war conceptus,
der ist mir noch in Erinnerung, ich kann es aber nicht beschwören...
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