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Welche liebe Seele hat noch fragen?












Hallo Sonne1968

deine Fragen hatte ich gelesen, aber etwas hatte sich mir entgegengestellt, so daß ich dir erst jetzt antworten kann.
Das war jetzt aber keine Anspielung auf Dan 10,12

Ich werde mich bemühen, deine Fragen aus der Sichtweise der Briefe des Paulus zu betrachten.
Denn Paulus kennt sich mit dieser Problematik bestens aus.
Er schreibt auch sehr vieles darüber, gerade weil ihn dieses Thema persönlich sehr bewegt.
Er war ja den Weg der Sünde gegangen, und nun durch Jesus selbst erlöst worden.

Zitat:
Was sind denn Sünden eigentlich..............?

Das, was uns von Gott trennt.
Röm 6,23 Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Zitat:
Wenn ich bewußt und vorsätzlich etwas tue, von dem ich eh denke das es übel ist ?

Dann ist es Sünde.
Röm 14,22 Die Überzeugung, die du selbst hast, sollst du vor Gott haben.

Zitat:
Wenn ich mir für irgend etwas selber Vorwürfe oder ein schlechtes Gewissen mache?

Keine Frage, das ist Sünde. s.o.

Zitat:
Wenn ich etwas mache, von dem ich erst später weiß, das es übel ist ?

Das kann keine Sünde sein. s.o.

Zitat:
Was ist mit den völlig unterschiedlichen Moral und Gewissensvoraussetzungen bei jedem Menschen ?

Auch das muß unter dem Aspekt gesehen werden, daß es "Die Sünde" eigentlich gar nicht gibt. - Welch verrückte Aussage!
Aber solange ich mich an das Gebot der Liebe halte, und das ist die einzige Bedingung, kann ich tun und lassen was ich will. Es gibt unterschiedliche Denkweisen in den unterschiedlichen Gesellschaften. Aber eine Denkweise ist in allen Menschen vorzufinden. Das Gebot der Liebe, der Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden.
Röm 13,10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
Aber, es kann sogar der Fall eintreten, daß ich selbst etwas für "erlaubt" halte, ein anderer Mensch aber hält es für Sünde. Das muß sich bei dieser Einstellung zwangsläufig ergeben.
1Kor 8,9 Doch gebt acht, daß diese eure Einstellung nicht den Schwachen zum Anstoß wird.
10 Wenn nämlich einer dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel beim Mahl sieht,
wird dann nicht sein Gewissen, da er schwach ist, verleitet, auch Götzenopferfleisch zu essen?
11 Der Schwache geht an deiner Erkenntnis zugrunde, er, dein Bruder, für den Christus gestorben ist.
12 Wenn ihr euch auf diese Weise gegen eure Brüder versündigt, versündigt ihr euch gegen Christus.

Ich habe bewußt viel zitiert. Das ist hier auch notwendig. Wenn jemand also der Meinung ist, - und zwar der berechtigten Meinung -, etwas sei keine Sünde, und tut es demzufolge ohne schlechtes Gewissen, so kann er dadurch trotzdem eine Sünde begehen, weil ein anderer, der denkt, daß es eigentlich Sünde sei, es ihm möglicherweise nachmachen wird, und dieser Mensch wird dann sündigen, weil er eigentlich der Meinung ist, daß es Sünde ist, was er tut, und ihm nur die Erkenntnis fehlt, daß es in Wirklichkeit doch gar keine Sünde ist.
Und jetzt entsteht die absurde Situation, daß ich selbst gesündigt habe, weil ich jemanden verleitet habe, etwas zu tun, was in Wirklichkeit doch gar keine Sünde ist, aber nach seinem Gewissen hat mein Nächster gesündigt.

Das erscheint im ersten Augenblick verrückt. Aber nur das ist die Wahrheit.
Mit dieser großen Erkenntnis müssen wir verantwortlich umgehen. Sie ist kein Freibrief, sondern erfordert einen tiefen Glauben.
Gal 5,13 Ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe.
14 Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst:
"Du sollst deinen Nächsten lieben wir dich selbst".


Zitat:
Wo hat wer Sünden beschrieben und als Sünden festgelegt?

Solche Auflistungen wurden von denen gemacht, die den anderen Menschen nicht zugetraut haben, selbst Erkenntnis zu haben.
Solche Auflistungen nehmen den Menschen ihre Freiheit, die ihnen von Christus gegeben ist.
Gal 5,1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!
Du kannst davon ausgehen, daß Paulus solche Auflistungen zerrissen hätte.

Zitat:
Was gehört zum lernen und Erfahrungen sammeln und was zum sündigen?

Das weiß man meistens erst hinterher.
Ich lass es jetzt mal gut sein, denn über diese Frage allein gäbe es viel zu sagen. Ich kann es gerne tun, wenn du möchtest.

Sei brüderlich gegrüßt

Bernhard
@Galater
Zitat:
Mit dieser großen Erkenntnis müssen wir verantwortlich umgehen. Sie ist kein Freibrief, sondern erfordert einen tiefen Glauben.

Mit der Erkenntnis, kann ich Dir nur zustimmen! Aber die Erfordernis nach einem tiefen Glauben ist da für mich nicht nachvollziehbar...
@positiv

Der tiefe Glaube ist deshalb erforderlich, weil wir uns nicht stupide auf ein Gesetz verlassen können. Wir müssen uns unser eigenes Gesetz sein. Und irgendwann erkennen wir, daß die Hinwendung zu Gott keine Dauerleihgabe ist, die wir einmal erworben haben, sondern daß sie uns jeden Tag neu fordert. Das mag oft ermüdend sein. Wir wünschen uns dann vielleicht unseren alten plegeleichten Glauben zurück. Da wo wir Güter im Himmel anhäufen konnten, und uns auch einmal in die Oberflächlichkeit flüchten konnten. Wir erkennen, daß wir unser ganzes Leben lang auf dem Weg sind. So wie die Arbeiter im Weinberg, die von früh an geschuftet haben. Und wir wissen genau, daß auch die, die erst kurz vor Feierabend mit der Arbeit beginnen werden, genau denselben Lohn erhalten werden wie wir.
Das erfreut nicht unbedingt unser menschliches Gerechtigkeitsgefühl. Und schon laufen wir in Gefahr, uns hinzusetzen und auszuruhn, bis kurz vor Feierabend.
"Täuscht euch nicht, Gott läßt keinen Spott mit sich treiben; was der Mensch sät, wird er ernten"
Die Welt ist doch so ungerecht. Wieso mußte Paulus das schreiben?
Also heißt die Devise, aufraffen, weiter.
Selbst wenn wir denken, wir hätten alles verspielt und endgültig weggeworfen, weiter - weiter - weiter.
"Denn wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles".
schreibt Johannes in seinem ersten Brief.
Und das ist wunderbar.

Da ist ein Glaube nach dem Beichtspiegel doch einfacher. Da können wir sündigen. Es steht ja nicht allzuviel als Sünde drin. Und eine "Todsünde" kommt eh nicht in Frage. Und dann kann man schön handeln und feilschen.
"Gott läßt keinen Spott mit sich treiben"
Das hätten wir besser nicht gewußt. Wäre einfacher.

Hallo Galater!

Ich finde Sünde in Bezug auf „Gott“ ein sehr gewagtes Thema. Sünde ist ein Teil der Erfahrung des einzelnen Lebensweges den jeder Mensch beschreiten muss. Das Wort Sünde Zieht die Erfahrung, die unbestreitbar auch ein Teil „Gottes“ als erfahrenes, automatisch auf eine Wertende Anklagende Moralische Ebene.
Der Herr ist Geist und wo der Geist des Herrn weht ist Freiheit……
Welcher Mensch will beurteilen vor „Gott“ in der Erfahrung des Lebens was vor IHM Sünde ist, außer der Mensch der Seinen Fehler für sich selbst erkannt hat und vergibt. Die Sünde ist ein Urteil über Gut und Böse, sie ist ein Teil der Dualität/Diabolos, welches die Täuschung in sich trägt. In „Gott“ als das absolute Sein, gibt es keinerlei Täuschungen oder Zusammensetzungen. Gott ist ohne jegliche Dualität und sieht und erkennt alle Dinge in sich selbst, wie sie ewig und in Übereinstimmung mit ihm leben.
Der Weg den Jesus beschreibt, ist ewiges Leben, ewiges Sein jenseits aller Dualität. Denn ich und der Vater sind EINS. Wie will mein Herz vergeben, wenn mein Verstand Wertet? Wie will ich Harmonie zwischen meinem Herzen und meinem Verstand Schöpfen, wenn ich die LIEBE nicht als Wesensgrund des SEINs begreife? Wie soll sich die Liebe in mir vollends ausbreiten, wenn ich mich von außen moralisch Werten und bestimmen lasse? Kann Gott denn nicht nur ein Inwendiger Gott sein? Und selbst die Bibel nur ein Fingerzeig auf die vermeintlich Richtige Richtung? Das Leben muss gelebt werden und kein Priester, keine Heilige Schrift, keine Religion kann das, also dieses meine Leben leben.
Ich denke das einzigste was wir tun können ist Raum in uns zu schaffen, dass Gott in uns Leben kann und somit wir unsere Wahre Natur der Liebe voll entfalten können, welches das Himmelreich sein soll. Das inner soll sich nach außen kehren. Aber bis jetzt hat sich das äußere Materielle in unsere Seelen gefressen und es herrscht überall Krieg. Aber ist das Sünde, wenn es zur Erkenntnis führt? Wenn Jesus seinen Henkern vergeben hat, hat der Urgrund des Seins das höchste Wort der Liebe gesprochen!

LG Isa
Hallo Galater,

was Du als Frage des Glaubens beschreibst, würde ich eher als einen Anspruch an die eigene Überzeugung betiteln.

Die Beschreibung Deiner Einstellung hat m.E. nach nichts mit einem Glauben an einen Gott zu tun. Du magst es ja aus einem religiösen Gedanken her begründen, aber es geht auch ohne...

Gruß
Forum -> Gott

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