Kein wirkliches Glück und kein Fortschritt ohne Geistigkeit


Kein wirkliches Glück und kein Fortschritt ohne Geistigkeit

Ansprache Abdu’l Bahas, 1911, in Paris

Wildheit und Roheit sind Eigenschaften der Tiere, die Menschen aber sollten die Eigenschaften der Liebe und der Zuneigung zeigen. Gott sandte alle seine Propheten mit dem einen Ziel in die Welt, Liebe und Wohlwollen in die Menschenherzen zu säen, und für dieses große Ziel waren sie willens, zu leiden und zu sterben. Alle heiligen Bücher wurden geschrieben, um die Menschen auf den Weg der Liebe und der Eintracht zu geleiten, und dennoch und trotz allem haben wir mitten unter uns das traurige Schauspiel des Krieges und des Blutvergießens.

Durchblättern wir die Seiten der früheren und der heutigen Geschichte, so sehen wir die dunkle Erde von Menschenblut gerötet. Die Menschen töten einander wie wilde Wölfe und vergessen das Gesetz der Liebe und der Duldung.

Dieses leuchtende Zeitalter ist gekommen und hat eine wunderbare Zivilisation und materiellen Fortschritt gebracht. Der Intellekt der Menschen ist gewachsen, ihr Empfindungsvermögen stärker geworden, aber ach, trotz allem wird alle Tage neues Blut vergossen. Blickt auf den gegenwärtigen türkisch-italienischen Krieg. Betrachtet einen Augenblick lang das Schicksal dieser unglücklichen Menschen! Wie viele wurden während dieser traurigen Zeit getötet, wie viele Heimstätten vernichtet, Gattinnen verlassen und Kinder zu Waisen! Und was ist der Gewinn aus all dieser Angst und diesem Herzeleid? Nur ein Stückchen Erde.

Dies alles zeigt, daß materieller Fortschritt allein den Menschen nicht zu lieben vermag. Im Gegenteil: je mehr er in materiellem Fortschritt versinkt, desto trüber wird seine Geistigkeit werden.

In vergangenen Zeiten war der Fortschritt auf der materiellen Ebene weniger schnell, und auch das Blut floß in geringerem Maße. Die alte Kriegführung kannte keine Geschütze, keine Feuerwaffen und keinen Sprengstoff, keine Granaten, Torpedoboote, Schlachtschiffe oder Unterseeboote. Doch durch die materielle Zivilisation besitzen wir nun alle diese Erfindungen, und der Krieg entwickelt sich vom Schlimmen zum noch Schlimmeren. Europa wurde zu einem riesigen Waffenplatz voller Sprengstoff, und sofern Gott nicht dessen Entzündung verhindert, wird sie die ganze Welt erfassen.

Ich möchte euch klar machen, daß materieller und geistiger Fortschritt zwei sehr verschiedene Dinge sind, und daß nur dann, wenn der materielle Fortschritt mit Geistigkeit Hand in Hand geht, wirklicher Fortschritt kommen und der größte Friede in der Welt regieren kann. Würden alle Menschen den heiligen Ratschlägen und den Lehren der Propheten folgen, alle Herzen durch das göttliche Licht erleuchtet werden und die Menschen in Wirklichkeit religiös sein, so wurden wir bald den Frieden auf Erden und das Reich Gottes unter den Menschen sehen. Wir mögen die Gesetze Gottes mit der Seele und den materiellen Fortschritt mit dem Körper vergleichen. Erführe der Körper keine Belehrung durch die Seele, so könnte er nicht länger bestehen. Es ist mein ernstes Gebet, daß die Geistigkeit fortgesetzt wachsen und immer mehr in der Welt zunehmen möge, damit die Sitten erleuchtet und Friede und Eintracht aufgerichtet werden.

Krieg und Gewalt und die damit verbundenen Grausamkeiten sind Gott ein Greuel und tragen ihre Strafe in sich, denn der Gott der Liebe ist auch ein Gott der Gerechtigkeit, und jeder Mensch muß unvermeidlich ernten, was er gesät hat. Lasset uns trachten, die Gebote des Höchsten zu verstehen und unser Leben nach seinem Geheiß zu ordnen. Wahre Glückseligkeit hängt von geistigem Wohl ab und davon, daß wir das Herz stets offen halten, um die göttliche Güte zu empfangen.

Wenn das Herz sich von den Segnungen abkehrt, die Gott uns darreicht, wie vermöchte es dann auf Glück zu hoffen? Wenn es seine Hoffnung und sein Vertrauen nicht in Gottes Erbarmen setzt, wo könnte es dann wohl Ruhe finden? O bauet auf Gott, denn Seine Güte ist ewig, und auf seine Segnungen, denn sie sind herrlich! O setzet euren Glauben in den Allmächtigen, denn Er irrt nicht und seine Gunst währt ewiglich! Seine Sonne gibt dauernd Licht, und die Wolken seines Erbarmens sind erfüllt vom Wasser des Mitleids, mit dem Er die Herzen aller benetzt, die Ihm vertrauen. Die Schwingen Seines erfrischenden Windes tragen den verdorrten Seelen der Menschen ständig Heilung zu. Ist es wohl weise, sich von einem so liebreichen Vater, der Seine Segnungen über uns ausgießt, abzuwenden, um lieber Sklave des Stofflichen zu sein?

Gott hat uns in Seiner grenzenlosen Güte zu so viel Ehre erhoben und uns zu Meistern über die stoffliche Welt gemacht, sollten wir da zu ihrem Sklaven werden? Nein, laßt uns vielmehr unser Geburtsrecht geltend machen und uns bemühen, daß wir das Leben der geistigen Söhne Gottes leben. Die herrliche Sonne der Wahrheit hat sich wieder einmal im Osten erhoben. Vom fernen Horizonte Persiens her verbreitet sich ihr Glanz über nah und fern und zerstreut die dichten Wolken des Aberglaubens. Das Licht der Einheit der Menschheit hat begonnen, die Welt zu erleuchten, und bald wird das Banner der göttlichen Eintracht und der Übereinstimmung der Völker hoch am Himmel flattern. Ja, der Windhauch des Heiligen Geistes wird die gesamte Welt mit Leben erfüllen.

O Völker und Nationen! Erhebet euch, arbeitet und seid glücklich! Versammelt euch unter dem Zelt der Einheit der Menschheit!
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"Alle Religionen lehren, daß wir einander lieben und unsere eigenen Fehler herausfinden sollten, bevor wir uns erkühnen, die Fehler anderer zu verdammen, und daß wir uns nicht über unseren Nächsten erheben dürfen." -- Abdul-Baha
Wie kommt es,das so viele Menschen keinen Zugang zum Geistigen haben .

Ist es der Materialismus ?

Ist es die Endtäuschung von den Religionen ?

Oder fehlt die Interesse und Sehnsucht danach .

Viele denken das Geistige gibt es gar nicht .

Es ist eine Erfindung des Menschen . usw.
_________________
Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
edgar gne hat folgendes geschrieben:
Wie kommt es,das so viele Menschen keinen Zugang zum Geistigen haben .

Ist es der Materialismus ?

Ist es die Endtäuschung von den Religionen ?

Oder fehlt die Interesse und Sehnsucht danach .

Viele denken das Geistige gibt es gar nicht .

Es ist eine Erfindung des Menschen . usw.


Ich würde sagen alle Komponenten, die du genannt hast, spielen eine gewisse Rolle.

Dann ist es aber auch so, dass es in religiöser Hinsicht "musikalischere" und "unmusikalischere" Menschen gibt.

Aber jeder kann seinen maßgeschneiderten Zugang zu Gott finden. Z.b. haben schon viele Wissenschafter, in der Komplexität und den unglaublich vielfältigen und fein austarierten Zusammenhängen in der Natur zum Glauben gefunden, weil sie erkannten, dass das nicht alles auf den Zufall, sondern nur auf eine höhere Intelligenz als die unsere zurückgehen kann.
genau so ist es lieber Burki.


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Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
hallo friend,

wenn ich mir die Ansprache von 1911 so durchlese fallen mir (ausser der blumigen Sprache) mehrere Punkte auf.

1. Wildheit und Roheit werden nur dem Tier zugeordnet, Liebe und Zuneigung aber dem Menschen.
Zwar gab es damals noch keine Verhaltensforschung, aber Mutterliebe unter Tieren gab es schon immer.

2. Zwar töten die Menschen einander, aber wilde Wölfe töten sich nicht gegenseitig. Im Gegensatz zum Menschen haben die nämlich eine Beisshemmung gegenüber Artgenossen.

3. Je mehr materieller Fortschritt, desto trüber seine (des Menschen) Geistlichkeit? Oha, da müsste es eigentlich vehementen Widerspruch der Forenmitglieder geben, die glauben, wir wären auf einem guten Weg zur "geistigen Einheit".


Hallo Burkl,
die vielen Wissenschaftler, die du gefunden haben willst, reduzieren sich auf ganz wenige, wenn man nicht einzelne Sätze, sondern deren Gesamt-Einstellung berücksichtigt. Mir ist eigentlich keiner bekannt, deren Zitate nicht aus dem Zusammenhang gerissen worden sind, oder deren Gesamteinstellung nicht einem einzelnen Zitat widerspricht.
Aber man ist ja mit diesen Zitaten schon von klein auf im Glauben gefüttert worden und kaum einer macht sich die Mühe, sie kritisch zu hinterfragen.

Schau dir mal diese Seite an:

http://juttas-zitateblog.blogspot.c.....urwissenschaften-und.html.

Das gleiche gilt übrigens auch für viele Literaten und Philosophen. So nehmen viele Bahais immer noch Leo Tolstoi für sich in Anspruch, obwohl er sich gegenüber dieser Religion zunehmend kritisch geäussert hat.

Hier gilt für beide Seiten. Man sollte sich der Wahrheit, soweit es geht, verpflichtet fühlen, und nicht so argumentieren, wie es einem gerade in den Kram passt.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Lieber Pjotr,

Zitat:
2. Zwar töten die Menschen einander, aber wilde Wölfe töten sich nicht gegenseitig. Im Gegensatz zum Menschen haben die nämlich eine Beisshemmung gegenüber Artgenossen.

Das stimmt so nicht so ganz, Wölfe töten nur nich innerhalb ihres eigenen Rudels. Fremde Wölfe, die in ihr Territorium eindringen, werden allerdings so schnell wie nur möglich umgebracht - oder zumindest vertrieben, wenn ersteres nicht gelingt.

Zitat:
3. Je mehr materieller Fortschritt, desto trüber seine (des Menschen) Geistlichkeit? Oha, da müsste es eigentlich vehementen Widerspruch der Forenmitglieder geben, die glauben, wir wären auf einem guten Weg zur "geistigen Einheit".

Es geht dabei nicht um das Anhäufen von Reichtum bei einzelnen, es geht dabei um den weltweiten Fortschritt. Je mehr "Bequemheit" uns der materielle Fortschritt beschert, desto mehr Möglichkeiten zur geistigen Entwicklung eröffnen sich uns, weil wir nicht mehr so viel Zeit und Energie darauf verwenden müssen zu überleben. (Mal ganz vereinfacht ausgedrückt).
Dazu gehört aber natürlich auch, dass wir uns ethisch weit genug entwickeln, dass dieser materielle Fortschritt der gesamten Menschheit zur Verfügung steht, und nicht nur einer Elite.

Würde gerne noch ausführlicher antworten, aber jetzt verschwinde ich mal im Bett

Alles Liebe,
Riki
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"Nur Rosen der Liebe pflanze in den Garten deines Herzens." - Bahá'u'lláh -
Riki:
Zitat:
Es geht dabei nicht um das Anhäufen von Reichtum bei einzelnen, es geht dabei um den weltweiten Fortschritt. Je mehr "Bequemheit" uns der materielle Fortschritt beschert, desto mehr Möglichkeiten zur geistigen Entwicklung eröffnen sich uns, weil wir nicht mehr so viel Zeit und Energie darauf verwenden müssen zu überleben. (Mal ganz vereinfacht ausgedrückt).


Ein Holzweg ist auch ein Weg.

Die Probleme der heutigen Zeit konnte man vor 160 Jahren kaum erfassen und erkennen.

Nicht mal vor 60 Jahren haben die Menschen die Zukunft so gesehen, wie wir heute.

http://www.youtube.com/watch?v=KgUouqUMlWU
Überbevölkerung - Kollaps für die Natur / 3Sat Scobel

Wo und wie soll sich denn Geistigkeit entwickeln, wenn wir immer grausamer werden ?

Hart gegen Tiere, hart gegen die Natur(Fauna) und hart gegen sich selbst.

Wo in dieser Welt wird es besser ?

Unruhiger - ja !
Globaler - ja !

Geistiger ? - Sehe ich nicht.

Wir romantisieren - mehr nicht.

LG, ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
edgar gne hat folgendes geschrieben:
Wie kommt es,das so viele Menschen keinen Zugang zum Geistigen haben .

Ist es der Materialismus ?

Ist es die Endtäuschung von den Religionen ?

Oder fehlt die Interesse und Sehnsucht danach .

Viele denken das Geistige gibt es gar nicht .

Es ist eine Erfindung des Menschen . usw.


Das Wort End-Täuschung ist gut - es ist das Ende einer Täuschung - wir sehen wieder klar, sonst werden wir aus Enttäuschung gänzlich zu Pessimisten.

Montagsgrüße - wir gehen in den neuen Tag - die Probleme in der Welt bleiben.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Namaste liebe Mitwesen

Liebe Ikarus,

Deine Einstellung, gerade in letzter Zeit, betrübt und verwundert mich. Darf ich dir, falls Du es noch nicht kennst, die "Anleitung zum Unglücklihsein" von Watzlawick ans Herz legen? Nur weil etwas bisher noch nicht gut geworden ist heißt es nicht das es das nicht noch werden kann.

Liebe Riki,

Du schreibst:
Zitat:
Dazu gehört aber natürlich auch, dass wir uns ethisch weit genug entwickeln, dass dieser materielle Fortschritt der gesamten Menschheit zur Verfügung steht, und nicht nur einer Elite.


Dies sehe ich nur als eine Teil der Lösung an, weil sie auch nur ein Teil des Problems erfasst. Man kann nicht erwarten das der Mensch, nur weil er die Zeit und Sicherheit dazu hat, plötzlich beginnt ethischer/spiritueller/liebevoller zu denken und zu handeln ebensowenig kann es als sicher gelten das der Mensch, nur weil sein körperliches Überleben gesicherter ist oder wäre, das mehr an Möglichem erkennt das auf geistiger oder metaphysischer Ebene um und in und durch ihn geschieht.

Was es braucht ist mehr Anstoss von spirituellen oder geistigen Vorbildern ebenso wie von der Hand eines jeden unter uns. Heutzutage denken viele aufgrund von physischer Bequemlichkeit entweder gar nicht mehr nach und degenerien zu reinen Hedonisten, welchen die Schwammigkeit ihres eigenen geistigen "Seins" in Form von hohlen TV- Formaten und Banalliteratur/Sensationsjournalismus aus den Ohren quillt, oder sie werden zu reinen Geistesmenschen, welche ihr Leben zig Mal durchdacht aber selten bis nie gelebt haben.

Wir müssen von beiden Lebenstilen abkommen und hin zu einem verantwortungsbewußten und aktiven Miteinander. Dieses Ziel kann (vielleicht) nur mit Hilfe des Glaubens erreicht werden. Neben ein paar wenigen philosophischen Strömungen ist es schliesslich der Glaube der uns das Herzdenken, das heißt Mitgefühl, Liebe und Toleranz vermittelt und der eben diese hervoragendsten aller Lebenseigenschaften in sich und für uns bewahrt.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
friend hat folgendes geschrieben:

Krieg und Gewalt und die damit verbundenen Grausamkeiten sind Gott ein Greuel und tragen ihre Strafe in sich, denn der Gott der Liebe ist auch ein Gott der Gerechtigkeit, und jeder Mensch muß unvermeidlich ernten, was er gesät hat. Lasset uns trachten, die Gebote des Höchsten zu verstehen und unser Leben nach seinem Geheiß zu ordnen. Wahre Glückseligkeit hängt von geistigem Wohl ab und davon, daß wir das Herz stets offen halten, um die göttliche Güte zu empfangen.

Welch Labsal, diese Worte.