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Tafel von Fuad












Tafel von Fuad

Der Lawh Fu’ád wendet sich nicht an Fu’ád Páshá, sondern schildert dramatisch die Umstände seines Todes. Bahá’u’lláh nutzt dafür die Metaphern des „Gerichts“ und der „Hölle“. Der frühere osmanische Staatsmann Fu’ád Páshá starb im Februar 1869 in Frankreich.


Er ist der Heiligste, der Herrlichste!

... Wahrlich, kein Gott ist außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Freigebigsten. Wandle standhaft in Meiner Sache, und folge nicht dem Pfad derer, die, als sie das Ziel ihrer Sehnsucht erreichten, Gott, den Herrn der Herren, leugneten. Bald wird Er sie in Seinem Zorn ergreifen, und Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allunterwerfende. Wisse, daß Gott kraft Seiner souveränen Macht den Angesehensten derer, die Uns verurteilten, ergriff. Als ihn Unsere Strafe ereilte, floh er nach Paris und suchte dort Ärzte auf.
„Gibt es für mich keine Hilfe?“ fragte er.
Ihm wurde auf den Mund geschlagen und beschieden: „Es gibt kein Entrinnen!“ (1)
Und da er sich dem Engel des Zorns zuwandte, starb er beinahe vor Furcht. „Ich habe ein Haus voller Reichtümer“, sagte er. „Ich besitze einen Palast am Bosporus, Flüsse fließen zu seinen Füßen.“
Der Engel antwortete: „Kein Lösegeld wird an diesem Tage von dir angenommen, wolltest du auch alles Sichtbare und Unsichtbare dafür opfern. Hörst du nicht die Seufzer des Gottesvolkes, das du ohne Beweis ins Gefängnis warfst?
Deine Tat ließ die Bewohner des Paradieses wehklagen und die, die morgens und abends den Himmelsthron in der Höhe umkreisen. Der Zorn deines Herrn kam über dich, und streng ist Er in Seiner Züchtigung!“ (2)
Er entgegnete: „Ich herrschte über die Menschen, sieh, hier ist meine Vollmacht.“
„Zügle deine Zunge, o Leugner des Tages des Gerichts!“ (3)
Er flehte: „Ist kein Aufschub möglich, so daß ich nach meiner Familie senden kann?“
„Weit gefehlt, o der du nicht an die Verse Gottes glaubst!“

Darauf riefen die Wächter des unergründlichen Abgrunds nach ihm: „Weit sind die Tore der Hölle geöffnet, dich zu verschlingen, o du, der du dich abgewandt hast von deinem Herrn, dem Unbeschränkten! Steige hinab in ihr Feuer, denn es verlangt nach dir. Hast du vergessen, o du Verworfener, wie deine Tyrannei sogar die Grausamkeit des Pharao, des Herrn der Pfähle, (4) in den Schatten stellte, als du der Nimrod des Zeitalters warst? Bei Gott! Deine Ungerechtigkeit hat den Schleier der Heiligkeit zerrissen und ließ die Säulen des Himmels erzittern. Wo findest du jetzt Zuflucht? Wer schützt dich jetzt vor der schrecklichen Geißel deines Herrn, des Allbezwingenden? Es gibt keinen sicheren Hafen für dich an diesem Tag, o gottloser Zweifler!“
Daraufhin übermannte ihn der Todeskampf, und seine Augen brachen. So legten Wir in grimmigem Zorn Hand an ihn, und hart ist die Strafe deines Herrn.
Dann rief ihn ein Engel von der rechten Seite des Thrones: „Siehe den Engel der Trübsal. Gibt es einen Ort, dahin du fliehen kannst, außer in die Hölle, in der das Herz (5) kocht?“ Und der Engel der Züchtigung nahm seinen Geist zu sich, und eine Stimme verkündete: „Tritt hinab in den bodenlosen Abgrund, der im Buch verheißen ist und den du leugnetest bei Tag und Nacht!“
Bald werden Wir den abtreten lassen, der ihm glich, (6) und werden Hand an ihn legen, der das Land regiert, (7) denn Ich bin wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende. ... So haben Wir dir berichtet, was in den Herzen der Menschen verborgen liegt. Wahrlich, dein Herr ist der Allmächtige, der Allwissende...


(1) vgl. Koran 38:3
(2) vgl. Koran 13:13
(3) vgl. Koran 40:42
(4) vgl. Koran 38:12; 89:10
(5) Fu’ád, „Herz“, zugleich der Name des osmanischen Ministers
(6) ‘Álí Páshá
(7) Sultán ‘Abdu’l-‘Azíz


Anmerkung: Seit April diesen Jahres liegt unter dem Titel 'Anspruch und Verkündigung' eine Sammlung von fünf weiteren Offenbarungstexten Bahá’u’lláhs erstmals vollständig in deutscher Übersetzung vor: Es sind die Súrat’ul-Haykal („die Sure vom Tempel“), die Súratu’r-Ra’ís („die Sure an den Herrscher/Führer“), der Lawh-i-Ra’ís („die Tafel an den Herrscher/Führer“), der Lawh Fu’ád („die Tafel von Fu’ád“) und die Súratu’l-Mulúk („die Sure/der Sendbrief an die Könige“). Von herausragender Bedeutung sind dabei vor allem die Súrat’ul-Haykal und die Súratu’l-Mulúk.




Für mich sind solche Meisterwerke der Redegewandheit und die Machtgewalt der Schriften Baha'u'llahs jedes mal aufs Neuste ein Beweis dafür, dass Baha'u'llah ein Gottgesandter sein muss. Einfach nur sensationell beeindruckend dieses Lawh Fu'ad.
Seht ihr das auch so?
Die Meinungen von Nicht-Bahai würde mich auch sehr interessieren.
Sakina für alle.

Mich "ergötzt" diese "theatralische Sprachgewalt" die doch sehr an die Figuren von William Shakespear erinnern.

Und eine "Fortsetzung-Abwandlung-Ausschmückung" von Aussprüchen ist, die Jesus "und oder" Mohammed gemacht haben sollen.

mfggg gnostik
http://wasserkonflikt.de/
Syndrome
Troja,

Die Sprachgewalt Bahaullahs ist gewiss ein Zeichen seiner Gesandtheit. Siehe jeder Mensch (und sogar jedes Wesen im All) trägt irgendeine göttliche Gabe des Herrn. Sei es die Gabe der Dichtkunst, der Musik, der Gerechtigkeit, der Telephatie, der Vision oder aber einfach nur der Nächstenliebe und Empathie und auch Wissenschaft betreiben zu können.

In Bahaullah bündelten sich sämtliche Wunder und Eigenschaften des Göttlichen. Jedes 'Alef' und jedes 'Ha' oder 'Ta' seiner Buchstaben ist ein Wunder Gottes und lässt unser Herz erbeben.

Gruß,
Rahiym
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