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http://www.pi-news.net/2007/12/koeln-giordano-in-hochform/print/
Obwohl ich diese Seite der PI nicht mit besonders wohlwollenden Augen anschaue, so gibt es mir doch zu denken, wenn ich den Inhalt verfolge:
Siehe hier:
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Köln: Giordano in Hochform
“Künast, Roth und Ströbele, diese xenophilen, einäugigen Beschwichtigungsdogmatiker, diese Multikulti-Illusionisten, haben uns ein Kuckucksei ins Nest gelegt, und keiner weiß, was da herauskommen wird!” Keine Frage, die Bühne im mit ca. 400 Besuchern fast voll besetzten Vorlesungssaal der Kölner Universität gehörte heute Abend einem brillanten und ausgeschlafenen Ralph Giordano (Foto oben, rechts). Der 84-Jährige ließ die restlichen Diskussionsteilnehmer, Günter Wallraff, Diskussionsleiter Michael Schmidt-Salomon und Mina Ahadi (Foto v.l.n.r.) alt aussehen. Das ist keine Schande, neben Giordano.
muslime_200.jpg“Wenn das Haar der Frauen die Männer in Erregung bringt, wäre es dann nicht besser, den Männern Handschellen anzulegen, als die Frauen unter Kopftücher zu zwingen?” Mit Sätzen wie diesem traf Ralph Giordano immer wieder die Stimmung des Publikums, das ihm mit begeistertem Applaus dankte. Das Publikum, das waren auffallend viele Menschen ausländischer Herkunft wie islamkritische Deutsche, eine Handvoll Linker, die sich noch schwer tun, von den multikulturellen Illusionen der 68er-Generation zu lassen, und mindestens zwei Muslime mit der Barttracht der Rechtgeleiteten, die die Diskussion mit wachsender Wut zunächst schweigend verfolgten. Betretenes Schweigen im Saal, als Giordano anschaulich die telefonischen Morddrohungen beschreibt, mit denen er seit seinen islamkritischen Bemerkungen traktiert wird. Schlimmer als die 1.400 Morddrohungen von deutschen Rechtsextremisten, die ihn im Laufe seines Lebens erreicht hätten, sei dieses “Allah! Allah!”, das ihm durch Mark und Bein ginge.
Die Ökumene der Unseligen
Dem Publikum gegenüber auf dem Podium sitzt, was Moderator Schmidt-Salomon treffend “die Ökumene der Unseligen” nennt: der Ex-Jude Giordano, die Ex-Muslima Ahadi, der Atheist Schmidt-Salomon und der Ex-Katholik Wallraff. Unselig war die Zusammenstellung auch in Hinblick auf die Entwicklung einer kontroversen Debatte, war man sich doch hinsichtlich des Islam in einer für deutsche Verhältnisse ungewohnten Weise einig. Lediglich was die Beurteilung besonders der christlichen Religion betraf, gingen die Meinungen stellenweise auseinander. Und natürlich über das, was zu tun sei.
Wallraff übernahm da oft die Rolle des Advocatus Diaboli, was die Diskussion zumindest teilweise belebte. Ob nur zu diesem Zweck, oder ob er tatsächlich in linker Spießbürgerlichkeit noch in dem gezeigten Maße den Idealen seiner Jugend anhängt, blieb stellenweise schwer durchschaubar. Punkten konnte er an diesem Abend beim Publikum jedenfalls mit populistischen Anflügen von Antiamerikanismus nicht. Den Vergleich des militanten Islam mit christlichen Fundamentalisten in den USA, verbunden mit dem unausweichlichen Hinweis auf Präsident Bush, wollte ihm so recht keiner abkaufen.
“Ich weigere mich gegen diese Relativierung!”
Auch nicht sein alter Freund Giordano, der sich entschieden gegen solche relativierenden Vergleiche verwahrte. Das Christentum habe in seiner Geschichte nach dunklen Zeiten einen gewaltigen Sprung vorwärts gemacht, der die Entwicklung der Demokratie in unseren Ländern erst ermöglichte. Davon sei der Islam noch weit entfernt, der im 21. Jahrhundert auf dem Prüfstand der Geschichte stehe. “Es gibt über 200 Stellen im Koran, die auffordern, die Ungläubigen zu töten,” so Giordano, “und immer wieder: die Juden, die Juden, die Juden!”
Viele Muslime nähmen den Koran durchaus ernst. Zum Beispiel der vom WDR portraitierte junge Kölner Barino. Obwohl öffentlich bekannt sei, dass der junge Mann als Zeitbombe unter uns lebt, sähe die Justiz dem Treiben tatenlos zu. “Die Schwachstelle der deutschen Demokratie ist die Justiz,” sagt Giordano. “Man kann die Demokratie zu Tode schützen, aber man kann sie auch zu Tode liberalisieren. Barino gehört unter Aufsicht! Muss hier erst Blut fließen, bevor etwas unternommen wird?” Worte, auf die das Publikum, gemessen am frenetischen Beifall, lange gewartet hat. |
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“Irgendwann ein türkisches Wellnesscenter”
Die undankbare Aufgabe, wenigstens einen Rest gutmenschlicher Blauäugigkeit in die Runde zu bringen, fällt wieder Günter Wallraff zu. Der Islam, glaubt er, werde sich von selbst überleben, habe kaum noch Rückhalt unter den türkischen Jugendlichen. Eines Tages werde die geplante Ehrenfelder Großmoschee, die sicher auch für viele Dom-Touristen eine neue Attraktion werde (Heiterkeit im Publikum) sich in eine Art “türkisches Wellnesscenter” wandeln. Überhaupt würden nur 3% der hier lebenden Türken in die Moschee gehen und die DITIB sei immerhin - noch - die liberalste Vereinigung.
Der unerschütterliche Glaube an den sich von Geisterhand selbst entschärfenden Islam sorgt für Kopfschütteln im Publikum. Warum denn die 3% dann so eine große Moschee brauchen? Später werden andere Zahlen genannt. Demnach sind zwei Drittel der in Deutschland lebenden Türken religiös, 34% sogar streng gläubig.
Auch Mina Ahadi widerspricht an dieser Stelle energisch: “Wenn große Moscheen gebaut werden, werden zuhause die Frauen noch mehr unterdrückt!” Denn Moscheen seien nichts anderes als Machtdemonstrationen, in diesem Fall errichtet vom türkischen Staat, um die Integration zu behindern. “In Europa läuft alles irgendwie schief!” Statt die Migranten zu unterstützen, die vor der islamischen Unterdrückung in ihrer Heimat geflohen sind, macht man die Fundamentalisten zu Gesprächspartnern, und bestärkt sie dadurch in ihrem Anspruch, für alle Migranten aus islamischen Kulturen zu sprechen. Viele Linke würden gar Muslime inzwischen generell mit “Ausländern” gleichsetzen. “Ich kritisiere die Intellektuellen, die kein Interesse an diesen Problemen haben.”
“Die Takiya hat viele Jünger”
Da muss auch Wallraff zurückrudern, der schon einige schlechte Erfahrungen mit Muslimen vorzuweisen hat, und endlich auch darüber spricht. Bereits vor Jahren ist er dahinter gekommen, dass bei einer Lesung seiner Bücher in einem türkischen Gemeindezentrum der Übersetzer weite Passagen unübersetzt ließ, die den Unmut der Muslime hätten erregen können. Umfragen ergaben später, dass alle Anwesenden die Todesfatwa gegen seinen Freund Salman Rushdie befürwortet hätten. Ähnliches erlebte er jetzt mit Herrn Alboga von der DITIB. “Ich warne vor diesem Mann!” wirft Giordano ein.
Alboga hätte zunächst den Anschein erweckt, - Wallraff wolle sogar glauben, ehrlicherweise -, der Idee, Rushdies “Satanische Verse” in den Gemeinderäumen (nicht in den Beträumen) der neuen Moschee zu lesen, zustimmen zu wollen. Dieser sei aber von seinen Auftraggebern in der Türkei zurück gepfiffen worden und behaupte nun, er, Wallraff, habe mit diesem Vorschlag die gesamte islamische Welt entrüstet. “Das ist Takiya”, ruft Giordano dazwischen. “Die Erlaubnis für Muslime, Ungläubige zu belügen. Wenn ich Moslemfunktionäre im Fernsehen sehe, weiß ich, dass die Takiya viele Jünger bei uns hat. Sie lügen!”
Giordano weiter: Es gibt die Mörder, die Radikalen, die das Morden befürworten, aber nicht selber Hand anlegen und die große Masse der Muslime. Gegen diese solle zwar kein Generalverdacht ausgesprochen werden, “aber auch kein Blankoscheck ihres Wohlverhaltens. Das sind soziokulturelle Probleme, die die Xenophilen uns ins Nest gelegt haben!” Wieder nennt er ausdrücklich Künast, Claudia Roth, Ströbele.
Die Probleme erkennt auch Wallraff inzwischen, besonders nachdem er einen kostbar eingebundenen Koran, überreicht von Alboga, jetzt gelesen hat. “Ein Buch, bei dessen Lektüre einem Angst und Bange werden muss,” bestätigt er einem Zuhörer im Publikum. Warum er denn den Koran, aus dem er nun so fleißig zitiere, nicht schon damals gelesen habe, als er Rushdie versteckt habe? Die Antwort bleibt Wallraff schuldig.
Eine Form der Kindesmisshandlung
Erst spät dringt man zum eigentlichen Thema der Veranstaltung vor: Der Forderung von Mina Ahadi und dem Zentralrat der Exmuslime nach einem generellen Kopftuchverbot in Schulen. Inzwischen würden sogar Kindergartenkinder gezwungen, das Kopftuch als Symbol des politischen Islam, wie sie immer wieder betont, zu tragen, um sich frühzeitig daran zu gewöhnen. “Wo Kinder mit Kopftüchern rumlaufen, da wohnen bereits Extremisten!”, warnt sie, und: “Die Verschleierung von jungen Mädchen ist eine Form der Kindesmisshandlung und muss als solche vom Staat verboten werden.”
Auch da meint Wallraff widersprechen zu müssen. Ein Verbot bringe gar nichts, vielmehr würde es den Radikalen junge Mädchen zutreiben, die aus pubertärer Auflehnung gegen das Elternhaus dann erst recht ein Kopftuch tragen würden. Schon heute trügen viele mehr aus modischen als aus religiösen Motiven Kopftuch. So recht mag dem Meister der Maskerade das im Publikum keiner mehr abnehmen.
Mina Ahadi weist auf den gewaltigen sozialen Druck in muslimischen Wohngebieten hin, wenn sich erst das Kopftuch etabliert habe. “Viele sagen, es ist zu radikal, ein Kopftuchverbot zu fordern. Aber die Verteidigung der Menschenrechte ist nicht radikal! Das ist normal!” Und Giordano assistiert: “Kopftuch, Shador, Burka, das ist die logische Abfolge. Die Geschichte des Islam ist von Anfang an eine institutionalisierte Entwürdigung der Frauen!” Hier gibt es erste “Buh”-Rufe zweier deutscher Frauen, die bald darauf den Saal verlassen.
Wallraff widerspricht dem nicht, zitiert ein paar passende Koranstellen, mit denen schon Kindern Angst vor Höllenqualen gemacht werde und fordert ein deutliches Eingreifen. Denn das da einiges auf uns zu kommt, sieht er durchaus und benennt Beispiele, wo deutsche Geschäftsleute, um lukrative Aufträge in reichen islamischen Ländern zu bekommen, bereits zum Islam konvertiert sind.
Vor der Publikumsdiskussion gibt es dann noch eine erfreuliche Ankündigung: 2008 wird man eine internationale islamkritische Konferenz in Köln organisieren. Es wird also nicht bei der heutigen Veranstaltung bleiben.
“Man wird nicht ungestraft 84 Jahre alt”
Endlich kommt nun einer der beiden Muslime im Publikum zu Wort, dessen ansteigenden Adrenalinpegel wir seit einiger Zeit mit Interesse beobachtet haben. In holperigem Deutsch wirft der Student den Anwesenden vor, von den Muslimen die Aufgabe ihrer Identität zu fordern. Schließlich seien die hier vertretenen Werte der Aufklärung eine Angelegenheit des christlichen Abendlandes, die man nun mit Gewalt der ganzen Welt, insbesondere den Muslimen in kolonialistischer Form aufzwingen wolle.
Einer jungen Deutschen in der Reihe hinter ihm platzt jetzt der Kragen. “Wie kannst du in dieser Veranstaltung neben unverschleierten Frauen sitzen?”, schreit sie die perplexen Mann an. “Wie kannst Du in unserem Land neben ungläubigen Frauen studieren? Es sind doch die gebildeten Muslime wie Du, die die Dummheit der einfachen Leute ausnutzen! Und wann lernt Ihr endlich unsere Sprache?” Der Gefragte schweigt beleidigt. Nach der Veranstaltung wird er auf dem Gang mit einer anderen deutsche Frau diskutieren.
Als sich jetzt ein anderer Mann zu Wort meldet, beginnen die Linken zu zischen. “Vorsicht, das ist ein Pro-Köln Sympathisant!” rufen sie in Richtung Giordano, verstummen aber schnell, als dieser die Denunziation ignoriert. Woher Giordano denn wisse, dass er genau 1.400 Morddrohungen bekommen habe, und woran er erkannt habe, dass diese von Rechtsextremen gekommen seien, will der Mann wissen.
Später, in der Antwortrunde, erweist sich Ralph Giordano erneut als souveräner Herr der Lage. “Man wird nicht ungestraft 84 Jahre alt,” bemerkt er in Richtung des Fragestellers. “Ich muss zugeben, dass einige der an an mich gerichteten Fragen mir einfach entgangen sind.” |
Die Frage steht: wie kommen wir auf einen Nenner - wie wollen wir weiter zusammen leben. Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch - es wird überall weiter diskutiert werden. Was in die Öffentlichkeit gerät, egal was, muß sich der Kritik stellen. Zuckermund und Honiglippen sind nicht überall gefragt. Europa ist mehr pragmatisch angelegt - und einen neuen Goethe oder Schiller wird es so schnell nicht geben.
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Xenophilie = Vorliebe für Fremde
Xenophilie wird häufig eine negative Begriffsbedeutung beigemessen, dabei könnte die Vorliebe für Fremde auch Ausdruck natürlicher Neugierde und damit positiv verstanden werden.
Ggs.: Xenophobie = Fremdenfeindlichkeit
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Sakina für alle.
Danke für den Artikel.
mffff gggg gnostik
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Kostet auch immer Mühe und Zeit - und manche klicken Links auch gar nicht an. nett, daß Du rein geschaut hast. Bei www.pi-news.net gefunden, obwohl mir diese Seite einiges Kopfzerbrechen bereitet.
Ich glaube, wir gehen Zeiten entgegen, die heute schon zeigen, wo uns einmal der Schuh drücken wird.
Ich halte Herrn Giordano für einen realistisch denkenden Menschen - der durch viel Leid gehen mußte. Aus dieser Sicht beurteilt er auch die Lage im Land. Ich frage mich aber auch, was da so auf uns zukommt.
Mathias Hildebrandt
Krieg der Religionen?
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Während die westliche Welt jahrzehntelang durch das Säkularisierungsparadigma geprägt war, demzufolge der Einfluss der Religionen auf die Politik im Rahmen eines welthistorischen Prozesses in zunehmenden Maße an Bedeutung verlieren würde, lässt sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Revitalisierung von Religionen und religiösen Akteuren in vielen nationalen Arenen und auf der weltpolitischen Bühne beobachten. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die erfolgten Säkularisierungsschübe in vielen Teilen der Welt ein Unbehagen an den sozialen, ökonomischen und politischen Entfremdungseffekten der Moderne und ihren säkularen Sinnsystemen ausgelöst haben, wodurch diese modernen Ordnungsvorstellungen viel von ihrer Überzeugungskraft eingebüßt haben. Der Rückgriff auf religiöse und kulturelle Traditionen und deren Neuinterpretation angesichts der erodierenden Sinn- und Identitätsangebote aus der westlichen Welt scheint in dieser Hinsicht eine verständliche Reaktion zu sein, deren Folgen sich weltweit bemerkbar machen und die religiöse Überzeugungen wieder zu bedeutenden Motiven politischen Handelns hat werden lassen.
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http://www.bundestag.de/dasparlament/2007/06/Beilage/001.html
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| Das Interesse an dieser Entwicklung scheint zum einen mit der Deprivatisierung der zwischenzeitlich Unsichtbaren Religionen und ihrem Wiederauftauchen als Öffentliche Religionen erwacht zu sein. Zum anderen irritiert das zunehmend gewalttätige Auftreten religiös motivierter Akteure. In der Tat wird diese Wiederkehr der Götter als Rache Gottes oder als Kampf für Gott gedeutet, insoweit mit ihr auch Terror im Namen Gottes verbunden ist, der sich aus einem Heiligen Zorn speise. Als Resultat dieser Entwicklungen sprechen die einen von religiös motivierten Kulturkonflikten, während andere die Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen beschwören. |
Kritischer Journalismus ist gefragt und auch mutiger.
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Sakina für alle.
noch ein Artikel der das Dilemma beschreibt.
Es steht schlecht um Bildung und Forschung in den Staaten der arabischen Welt.
http://www.qantara.de/webcom/show_a.....php/_c-469/_nr-171/i.html
Aber es nutzt leider garnichts dass
der Prophet Mohammed seinen Anhängern einst aufgetragen hat, "Suchet Wissen und sei es in China."
wenn seine heutigen Vertreter meinen, damit sei das Auswendiglernen des Korans gemeint. und die neuesten Fathwas. etc.
Religiöses Gedankengut wird als Wissen deklariert.Und die Herrn Koraninterpreten nennen sich Gelehrte.Leider können sich Kinder nicht dagegen wehren und daher dauert es auch meist sehr lange bis sie aufwachen dürfen. Dummerweise kommt auch noch die Angst vor der Hölle dazu wenn Mann Frau anfängt zu zweifeln.oder Fragen zu stellen.
mfffgggg gnostik
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