Eigenartige Lebenskrise


Bis vor ca. 2 Monaten war ich noch völlig "normal" Ich arbeitete den ganzen Winter über sehr viel, Vollzeitberuf, dazu noch 2 Nebenjobs. Bis zu jedem Wochenende, an dem ich endlich mal frei hatte. Aber anstatt genießen zu können, bekam ich von einem Tag auf den anderen ein komplett leeres Gefühl. Als ich dann am Montag in die Arbeit wollte, fuhr ich nach 1h wieder nach Hause, weil mich extreme Magenschmerzen plagten. Daraufhin war ich 2 Wochen lang im Krankenstand. Untersuchungen im Krankenhaus, Magenspiegelung,...es wurde aber nichts Bedeutendes gefunden. Trotzdem waren die Magenschmerzen ziemlich heftig. Dazu kam noch der druck, dass ich bald die Lehrabschlussprüfung hatte (2 Wochen nach den Krankenstand) und ich wurde immer panischer. Ich bekam immer öfter kleinere Panikattacken mit Herzrasen, schnellem Atem, Schweißausbrüchen,...Ich konnte fast nicht mehr aus dem Haus gehen, musste mich aber trotzdem dazu überwinden, wieder in den normalen Arbeitsalltag zurückzukehren, wegen der Abschlussprüfung. Diese hab ich dann geschafft, konnte mich aber nicht einmal darüber freuen. Nur die Magenschmerzen legten sich langsam. Durch vieles Nachlesen (Linden-Methode) bekam ich dann zumindest die Panikattacken in Griff und hatte jetzt schon seit ca. 4 Wochen keine mehr. Kein Herzklopfen, kein überhöhter Blutdruck, ganz normal. AUSSER: Ich habe immer Phasen (öfters am Tag) wo mir auf einmal extrem unwohl ist. Es gibt selten einen Grund dafür. Meistens wirklich aus dem Nichts. Die andere Zeit des Tages geht es mir ganz normal, ich treffe mich mit Freunden, gehe normal Arbeiten. Aber es kommen halt immer wieder die komischen Phasen, wo mir wirklich alles Sinnlos erscheint. Wo ich mich kraftlos fühle. Letzte Woche war ich auf einem Zeltfest, was mir eigentlich immer Spaß gemacht hat. Im großen und ganzen war es auch ganz ok, aber immer wenn ich jemanden Bekannten traf und er/sie mich fragte "Wie gehts?" bekam ich wieder ein stechendes Gefühl. Mit "Gut" darauf zu Antworten schaffte ich nicht. Ich hab keine Selbstmordgedanken, aber es ist, als ob sich alles in mir neu strukturieren würde. Ich habe z.B. auch Angst davor, längere unbekannte Strecken alleine mit dem Auto zu fahren. Weiters ist es mir ziemlich unangenehm am Wochenende in diverse Lokale / Feste /... zu gehen, wo viele Leute in einem Raum sind. Manchmal trifft mich dieses Gefühl leider auch in der Firma, sodass ich manchmal das Gefühl hab, einfach gar nichts mehr zu schaffen.

Kann mir vielleicht jemand sagen, was mit mir los ist?

Vielen Dank schon mal,
Kathi.
Hi Wednesday,

du sagst, das ganze hat in einer Ruhepause nach arbeitsmäßiger Vollauslastung angefangen. Überlastungen machen sich ja meist erst in solchen Ruhephasen bemerkbar, unser Körper hält tapfer durch. Je nachdem wie extrem dieser Übergang war, kann ich mir vorstellen, das es auch ein ganz schöner Schock für Geist und Seele war, auf einmal Zeit für sich zu haben. Solche krassen Übergänge sind wie geschaffen dafür Panikattacken auszulösen. Was ich bei dir herauslese ist, das sich daraus eine Angst gegenüber Neuem entwickelt hat, neue Menschen, unbekannte Strecken. Panik hat zur Eigenschaft, das sie sich leicht auf ähnliche Situationen überträgt. Vom "absoluten Arbeiten" in die Ruhephase eintreten war ja nun auch etwas Neues.
Als wichtig empfinde ich aus eigener Erfahrung in so einer Lage, immer wieder in die Situationen hineinzugehen die die körperlichen Symptome wie Unwohlsein, Angst usw. auslösen, sich zu fragen: Ist die Reaktion jetzt angemessen? und im Endeffekt zu sehen das es nicht so ist. Irgendwann wird der Körper wieder so reagieren wie du es willst, du musst ihm praktisch "die Angst nehmen".
Superwichtig hierbei ist auch das du dir keine Selbstvorwürfe machst weil du mal nicht funktionierst. Du darfst das , jeder darf das! Nicht absolut gegen die Symptome gegenhalten, sondern zunächst akzeptieren was da geschieht und dann bis an die Grenze wieder in die Richtung schieben die du willst.
Als weiteren Tip zur Unterstützung kann ich noch Bachblüten empfehlen.
Sie heißen Rescue Remedys und haben mir auch gute Dienste geleistet.
Solltest sie aber wirklich nur einsetzen wenn absolute Not herrscht.

Zu den eigenen Erfahrungen:
War selbst mal an dem Punkt, das ich keinen Schritt mehr vor die Tür machen konnte ohne Panikattacken ( Schweißausbrüche, Torkeln, Agoraphobie usw. usf.)

Wenn du noch Fragen hast steh ich gerne zur Verfügung.

Bis bald...
Hallo
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Es stimmt genau, dass ich seither Angst vor Neuem habe. Ich hab mich davor schon längst auf die Abendmaturakurse gefreut und nun zweifle ich einfach ständig daran, ob ich das überhaupt noch schaffe. Angemeldet hab ich mich bereits. Sie beginnen erst im Oktober, also hätte ich noch einige Zeit, mich wieder zu fangen.

Momentan geht es mir einigermaßen gut, ich hab nach dem Aufstehen einige Yogaübungen gemacht. Bachblüten (Notfallstropfen) hab ich bereits zu Hause und nehme sie auch nur in Notfällen (z.B. wenn mir am Morgen extrem unwohl ist vor dem Arbeiten,...) Den Fehler mache ich bestimmt nicht mehr, dass ich deswegen in Krankenstand gehe. Es hat enorme Überwindung gekostet, wieder in die Frima zu fahren. Bei Bachblüten gibt es ja auch spezielle, dass man z.B. welche ziehen kann, oder?

Das Schlimmste ist nur immer, wenn ich in ein Tief falle. Momentan kann ich es nicht beschreiben, da ich nicht in einem bin. Ich kann nur so viel sagen, dass mir dann alles als unschaffbar und riesengroß erscheint und ich mich total leer und ausgesaugt fühle. Kraftlos,... aber du weißt bestimmt, was ich meine. Wenn es besonders tief kommt, denke ich auch an Selbstmord. Da kann mir dann nur der Gedanke helfen, dass bald wieder eine bessere Phase kommt.

Dieses auf und ab macht mir allerdings große Angst, dass ich irgendwie die Kontrolle über mich verlieren könnte.
Hi Wednesday,

so wie ich das sehe machst du das schon sehr gut.
Kurz mal auf das auf und ab eingegangen:
1. Gesetzt den Fall du solltest wirklich einen Kontrollverlust erleiden, könntest du irgendetwas dagegen tun?Ich denke nicht, sonst hieße es nicht Kontrollverlust.Die Gedanken im Vorhinein darüber treiben dich eher noch genau an den Punkt den du befürchtest, also versuch in dem Punkt locker zu lassen, bzw. hol dir professionelle Unterstützung.
2. Das ganze Leben ist im Grunde genommen ein Auf und Ab, du erlebst das im Mom ganz einfach in kürzeren Abständen als es eigentlich passiert, no panic.
Grüße tala
Stimmt allerdings.
Ich versuche immer mehr im JETZT zu leben und nicht immer ans DANN oder WAR zu denken. Momentan gelingt es mir immer besser, aber ohne Rückfälle kann man wohl nicht gesund werden.
Das Leben ist zwar immer ein auf und ab, aber so heftig und schnell wie es momentan auf und ab geht...wie eine 8er-Bahn.
Was mir auch noch einfällt, wo du von im Jetzt leben schreibst, sind die EA´s (Emotional Anonymous). Das Programm von denen war mir auch eine große Hilfe. Es ist vom Aufbau her auf spirituelle Menschen ausgelegt.
Google doch einfach mal.
Man muß nicht unbedingt an irgendwelchen Treffen teilzunehmen, habs glaub ich 2 mal gemacht .

Öhm,Achterbahn *gg*, es gab Zeiten da konnte man mich mit so nem Ding jagen, mittlerweile könnt ich ne Achterbahn im Garten gut gebrauchen um morgens fit zu werden*ohne Kommentar *