|
|
|
Hallo Ceres,
tut mir leid Dich wütend zu machen, das ist nicht die Absicht.
Vermutlich liegt vieles darin, wie wir erst mal definieren, was was bedeutet.
Für mich liegt eine Partnerschaft vor, wenn zwei selbständige Organismen aus freien Stücken zusammen leben und dabei ungefähr gleich berechtigt sind, auf den weiteren Verlauf dieses Zusammenlebens Einfluss zu nehmen.
Im Falle eines Gottes mit Allmächtigkeit, welchen man darum bitten kann, mit einem Kind beschenkt oder von diesem verschont zu werden kann ich kaum eine Gleichberechtigung sehen.
Guck einfach mal, worum die Menschen beten (und Beten ist oft erfolgreich).
Das Gebet ist für viele Menschen die letzte Zuflucht: Wenn sie selber nicht mehr weiter wissen, beginnen sie zu beten.
Für viele andere ist es die einzige Zuflucht: Sie trauen sich keine eigene Kompetenz zu und beten lieber gleich von Anfang an
und wieder anderen gilt eben außerdem.
Insofern sehe ich in Gott keinen Partner, sondern dann schon eher einen Herrscher oder sonst eine übergeordnete Macht, der ich höchstens bittend zu Ohren liegen kann und sicher keine Forderungen stellen, wie das in Partnerschaften nach gescheiterten Verhandlungen üblich ist:
Entweder ich bekomme mein blaues Teeservice, oder Du kannst den nächsten Monat alleine schlafen!
http://de.wikipedia.org/wiki/Eherecht
Da findest Du folgenden Auszug, der illustrieren mag, ein Nachweis oder Beweis ist es sicherlich nicht:
Ehehindernisse und Dispens
Gemäß Can. 1059 richtet sich die Ehe von Katholiken, auch wenn nur ein Partner katholisch ist, nicht allein nach dem göttlichen, sondern auch nach dem kirchlichen Recht, unbeschadet der Zuständigkeit der weltlichen Gewalt hinsichtlich der rein bürgerlichen Wirkungen dieser Ehe. Im einzelnen sind vor allem folgende Vorschriften von Bedeutung:
* Katholiken sollen gefirmt sein und vor der Eheschließung möglichst zu Beichte und Kommunion gehen (Can. 1065)
* Der Mann muss mindestens das 16., die Frau das 14. Lebensjahr vollendet haben, wobei die Bischofskonferenz ein höheres Mindestalter festsetzen kann, Can. 1083 [color=darkblue](Wieso denn diese Ungleichheit? Sind 14-jährige Mädchen also so erwachsen wie 16-jährige Jungs???)
* Es darf keine "dauernde Unfähigkeit zum Beischlaf, sei sie auf seiten des Mannes oder der Frau, sei sie absolut oder relativ" vorliegen, Unfruchtbarkeit schadet dagegen nicht (Can. 1084)
Ich habe leider nicht den vielleicht heute nicht mehr im Gebrauch stehenden Artikel gefunden, in dem wegen "Vernachlässigung ehelicher Pflichten" Scheidungen ausgesprochen werden, jedenfalls ist der Ausdruck: "eheliche Pflicht" schon mal für sich ein Kuriosum, das eine rechtliche Formung von Partnerschaft charakterisiert.
Sowohl Frauen als auch Männer können sich beklagen darüber, wenn Partner weniger oft Lust auf Sex haben.
Ich freue mich sehr darauf, Ceres, Belege darüber zu lesen, dass das Sexualleben in Europa, oder doch mindestens in Deutschland auf lustvollerer gleichberechtigter Basis beiderseits beruht.
Von Musliminnen, die es geschafft haben, nach einer männlichen Herrschaft frei zu kommen habe ich gehört: Bis zur Hochzeit wurden sie auf Händen getragen und nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, danach mit Füssen getreten und nach allen Regeln der Brunst verhöhnt. Worauf sie Lust hatten stand nie als Thema.
Nein, die Quellenangabe muss ich hier leider schuldig bleiben.
Bei Vergewaltigung (wie bei manch anderen Gewalttaten auch) geht es meist nur in zweiter Linie um Sex, in erster Linie geht es um die Macht.
Bei Verweigerung ebenfalls.
Wie kann eine Kultur auf die Idee kommen, junge gesunde Partnerinnen alter Greise mit deren Leichnam lebendig zu verbrennen?
Eine rituelle Handlung die noch im letzten Jahrhundert üblich war in einigen Regionen des Hinduismus. Heute ist es verboten, was nicht bedeutet, dass es nicht mehr gemacht würde.
Wenn ich zu anderen Tieren schaue, dann ist zumeist eine bestimmte Zeit die hormonelle Luststeuerung auf Sexualverkehr eingestellt und meistens finden einander da zwei Partner, welchen es beiderseits ein Bedürfnis stillt.
Inwieweit das lustvoll geschieht kann ich die Tiere nicht fragen, ich müsste denn die Übersetzung des Begriffes "Lust" auf biochemisch haben, das ist vermutlich in Arbeit, denn es wäre ein Verkaufsschlager, Lust in Pillenform dosieren zu können.
Dies wäre auch eine Therapiemöglichkeit für Sexualstraftäter und wahrscheinlich auch für andere Delinquenten, welche aus einer Gier heraus Gesetze übertreten, wie z.B. Pyromanen.
Im Eheleben könnte es sicher vielen Partnern helfen, deren hormonelles Timing so ist, dass nie beide gleichzeitig Lust auf Sex haben.
Leider ist das häufiger als das Gegenteil, nachdem die PEA-gedopte Rauschphase der Liebe vorüber ist, welche normalerweise um die 4 Jahre dauert, eine Zeit, die den meisten Paaren genügt, eine andere Partnerschaftsbasis als Sex zu finden.
Bei vielen, denen es nicht genügt erfolgt nach dieser Zeit die Trennung, und einige bleiben dann mit einem Kind alleine sitzen, wogegen eine Heirat manchmal eine rechtliche Absicherung darstellen kann.
Oder wieso, denkt Ihr denn, ist Mensch überhaupt auf die Idee gekommen, einander zu beringen, Tätowieren und anzuschreiben, einzusperren in Harems, wie Vieh im Weidezaun oder mit fürchterlichen Strafen zu belegen im Falle der Untreue?
Wenn Du eine Gemeinschaft anderer Primaten ansiehst, kannst du ganz leicht feststellen, wie das mit der Freiwilligkeit des Sexualverkehrs steht, es gibt dazu auch bereits einige filmische Arbeiten, von denen ich leider die Titel nicht habe.
| Ceres hat folgendes geschrieben: |
| Was verstehst du unter "weiten Teilen der Bevölkerung"? |
Darunter verstehe ich mindestens mehr als die Hälfte der Menschheit, und garantiert mehr als die Hälfte der Lebewesen.
Und woher nimmst DU denn DIESES? :
| Ceres hat folgendes geschrieben: |
Auch wenn ein Kind dann entsteht, wenn es noch nicht gewünscht wurde, wird dieses Kind in fast allen Fallen geliebt und von "sich dreinschicken" kann nicht einmal die Rede sein.
Da es heutzutage viele Möglichkeiten der Verhütung bestehen, gibt es sicher mehr Wunschkinder, als du es dir vorstellen kannst oder willst. |
Hast Du Dir auch überlegt, wie spontan viele gerade junge Eltern beim Sex sind und wie häufig Abtreibungen nicht oder nicht mehr möglich sind?
Mal sehen wie es mit den Zahlen der Abtreibungen aussieht, würde mich wundern wenn es dazu keine Untersuchung gäbe....
http://de.wikipedia.org/wiki/Abtreibung#Abbruch_international
hier steht:
Nach Schätzungen der WHO sind weltweit etwa ein Drittel aller Schwangerschaften ungeplant und etwa ein Viertel aller schwangeren Frauen entscheiden sich zu einem Abbruch.
Dies sind – hochgerechnet – jährlich etwa 46 Millionen Abbrüche weltweit.
Geschätzte 20 Millionen davon finden illegal, nicht fachgerecht und unter hygienisch prekären Bedingungen statt, was in 40 % dieser Fälle zu schweren medizinischen Komplikationen führt.
Im Gegensatz zu unter 1 % schweren Komplikationen bei Schwangerschaftsabbrüchen, die unter Bedingungen durchgeführt werden, welche medizinisch richtig sind und dem aktuellen Stand der modernen Medizin entsprechen (unter „schwerer medizinischer Komplikation“ werden hier jene Komplikationen verstanden, die Gesundheit oder Leben der Frau ernsthaft gefährden).
Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da es sich – was die Situation in Ländern ohne legalisierten Abbruch betrifft – um Hochrechnungen und Dunkelziffern handelt, da dort nur die Fälle statistisch erfasst werden, wo sich die Frau nach einer misslungenen Abbruch in ärztliche Behandlung begeben muss oder stirbt.
Nach Schätzung der WHO (2004) sterben jährlich etwa 70.000 Frauen infolge illegaler, durch unqualifiziertes Personal und/oder unter hygienisch prekären Bedingungen durchgeführte Abbrüche.
Die Legalität ist eine unabdingbare Voraussetzung für sichere Abbrüche, sie allein reicht allerdings nicht aus. Es müssen auch genügend gut ausgebildete Fachkräfte vorhanden sein. Viele Länder haben eine derart unzureichende medizinische Versorgung, dass nicht genügend Ärzte vorhanden sind, die die Eingriffe korrekt vornehmen können. Aus diesem Grund hat Südafrika im November 2004 ein Gesetz erlassen, welches Krankenschwestern die Durchführung von Abbrüchen erlaubt.
Viele Länder Lateinamerikas (Ausnahme:Guyana, Kuba, Puerto Rico) [36], Afrikas, Südasiens und des Nahen Ostens haben eine sehr restriktive Gesetzgebung in Sachen Abbruch, was sich allerdings nicht in der Zahl der in diesen Staaten vorgenommenen Abbrüche niederschlägt.[37]
Ein weiterer Beleg für die Annahme, dass das Strafmass nicht die Häufigkeit der Übertretung beeinflusst.
|
|
|