Verwirrung der Seele


Ich habe das noch nie jemandem erzählt, wohl auch weil mir immer wieder alle sagten: "Sprich nicht darüber. Hier nun habe ich den Vorteil der Anonymität und kann endlich einmal darüber sprechen. Ich bin ohne vater aufgewachsen. Als ich acht Jahre alt war, lernte meine Mutter einen neuen Mann kennen, der auch bald bei uns einzog. Anfangs schien auch alles okay zu sein. Bald jedoch begann er mich zu schlagen. Meine Mutter behauptet von all dem nichts gewusst zu haben, aber vielleicht wollte sie das alles nur nicht sehen. Das war allerdings noch nicht das Schlimmste. Als ich elf Jahre alt war, hat er mich angefasst. Jahrelang habe ich es verdrängt, bis es vor vier Jahren wieder an die Oberfläche drang. Allerdings ist es immer noch wie im Nebel. Und genau hier liegt das Problem. Ich weiß nicht, ob das alles der Realität entspricht oder nur ein Traum war, weil es soweit weg ist. Vielleicht reagiere ich auch einfach nur über. Ich weiß nur, dass es mich fertig macht. Könnt ihr mir eure Meinung schreiben? Ich weiß nicht weiter.
Liebe Diva
Mir erging es ähnlich.Bei mir war es der Nachbar,der mich im zarten alter von ca.3-4 jahren angefasst hat,meine Reaktionen :aus einem fröhlichen kind ist ein verschlossenes kind geworden ,das ihre Puppen im schlaf kaputt gemacht hat.In der Pupertät kam die Erinnerung zurück,dann habe ich das erlebnis wieder begraben.Habe geheiratet dann kam meine Tochter zur Welt und als sie 3,5jahre alt wurde bekam ich immer Angst wenn sie zu meiner Nachbarin ging,und somit kam die Erinnerung an meinen Nachbar und Missbrauch an mir wieder hoch.Heute ist meine Tochter 16,5 jahre alt ,die Erinnerung ist immer noch da ,aber sie belastet mich nicht mehr.Die Seele verdrängt zum eigenen Schutz ,die Erinnerung kommt und geht.Ich musste 34 bis Jahre alt werden bis ich verstanden habe :es war kein Traum sondern Wirklichkeit.Vielleicht bist du noch nicht reif genug um zu verstehen was dir zugestossen ist aber auch Deine Zeit kommt ,dann wirst du es genau wissen.Lass es ruhen oder suche eine Psychologin auf die dir weiterhilft.Ich habe mit 44jahren noch eine Psychologin aufgesucht und diese hat mir geholfen .Vielleicht konnte ich Dir helfen,ich hoffe es.Wünsche dir viel Glück und Erfolg das Du die Wahrheit findest.licht und liebe Dir
Hallo miteinander, hallo Diva hallo gabrielle.

Diva, es tut mir sehr leid, dass dich dein Vater geschlagen und Dich angefasst hat und möchte mich für Ihn und sein verhalten Entschuldigen.

Ich wurde von meiner Mutter geschlagen und hatte Angst vor Ihr.
Auch ich musste aus meiner Naivität und Gutgläubigkeit sexuelle Übergriffe über mich ergehen lassen. Zum Glück nicht von Familien angehörigen oder Verwandten, es waren immer fremde.

Aber ich konnte es ohne fremde Hilfe relativ gut verarbeiten. Auch Heute noch, weiss ich was damals alles passiert ist. Ich bin männlich und die Übergriffe waren hauptsächlich von Männern – auch eine Frau war dabei, das ist wohl der Nachteil wenn man als Kind ein sehr Feminines aussehen hat.
Ich habe nichts verdrängt, aber es ist mir egal geworden, ich beschäftige mich Heute nicht mehr damit. Klar kommen mir jetzt wo ich dies schreibe unangenehme Gefühle auf, aber ich kann damit umgehen und werde es wieder vergessen – nicht verdrängen – nein einfach wieder vergessen, nicht mehr daran denken, die Türe schliessen, aus Pasta.

Es macht Dich kaputt, wenn Du immer wieder daran denkst, Du wirst depressiv und Selbstmitleids und Ekel Gefühle kommen auf, die Dich die ganze Zeit beschäftigen und Dich nicht mehr los lassen. Genau, Du musst loslassen können, erst dann bist Du Frei.

Wenn Du Dir auf diese Weise nicht selbst helfen kannst, sollst Du wirklich professionelle Hilfe suchen – eine Psychologen oder einen Psychiater. Bei uns in der Schweiz ist es so, dass der Psychologe aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss, die kosten für einen Psychiater übernimmt die Krankenkasse.

Du selbst musst wissen auf was Du am besten ansprichst, wenn Du Dir nicht aus eigener Kraft helfen kannst, dann such und find für Dich die richtige Hilfe.
Du musst nicht ein schlechtes Gefühl haben, wenn Du zu einem Psychiater gehst, es kann eine Grosse Hilfe sein, ich spreche aus eigener Erfahrung. Du musst ja mit niemanden darüber sprechen.
Du sollst Deine Seele reinigen, erst dann stehst Du über dem was geschehen ist, stehst Du über Deinen Gefühlen, hast Dich wieder im Griff.

Ich hoffe, dass ich Dir ein kleines bisschen helfen konnte, mehr werde ich wohl kaum für Dich tun können, ich bin ja kein Profi.

Mit den liebsten Grüssen Sputnik
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Gott sprach "Es werde Licht" doch Jesus fand den Schalter nicht...
Danke. Ihr seid die ersten, mit denen ich wirklich darüber reden konnte. Jetzt weiß ich, dass ich nicht allein bin mit meinem Problem, auch wenn es mir nicht leicht gefallen ist, darüber zu schreiben.

Eure Diva
Hi miteinander,
ich weis jetzt nicht so Recht, ob mein geschiebens den Punkt trieft, aber auch ich wurde mal angefasst von meinem eigenen Vater.
Es waren einpaar Wochen nach dem Tod meiner Mutter, ich war 14 Jahre alt, und wollte mit meiner Tante in den Urlaub fahren. Ich probierte meinen Badeanzug an, und dann kam mein Vater auf einmal nach Hause. Es war mir schon immer peinlich, das er mich so sieht, und noch peinlicher war es mir, als er näher kam, und mich untenrum anfasste. Er war der Meinung, das der Badeanzug zu eng wäre, und ist mir ziwchen die Beine gegangen. Na ja, den rest könnt ihr euch ja wohl denken, er hat den Finger....
Meine Oma, also seine Mutter weis nichts davon, womal ich mit meiner Oma über alles sprechen konnte , und doch habe ich geschwiegen, weil ich der Meinung war, das es sowieso keiner Glaubt, das ich mir das nur ausdenke.
Doch ich habe es mir nicht ausgedacht, meinem Mann habe ich dies erst erzählt, nach dem wir schon 6 Jahre zusammen waren.
Ich hatte nie Probleme damit, und doch belasstet es mich heute noch.
Ich habe mir damals gesagt, ok, deine Mutter ist vor einpaar Wochen gestorben, er sehnt sich nach Nähe, er hat ja auch sofort aufgehört, als er bemerkt hat, was er da getan hatt, und hat sich entshculdigt, ich bin in mein Zimmer, und habe nicht mehr darüber nachgedacht.
Wenn ich ihn heute als Erwachsene drauf ansprechen würde, er wüsste es nicht mehr, und ich wäre wahrscheinlich ein kleines verlogenes Mis..ck.

Na ja, dieses Erlebnis ist vielleicht mitunter auch einer der Gründe, warum ich meinen Körper nicht so annehmen kann, bzw. will.
Auch hat er mich mal geschlagen, dies aber als Bestrafung, und nicht weil er vielleicht getrunken hat oder der gleichen.
Doch ich bin ihm in dieser Hinsicht nicht böse, war eben manchmal echt schwierig.

Wenn ich an vergewaltigungen denke, kein Mann der Welt, dürfte mir jemals so etwas antun, was ich ihm zurückgeben würde, würde alles sprengen was es an Vergeltung geben würde. Und genauso ist es mit dem Schlagen, niemand darf mich jemals wieder schlagen, und dies habe ich auch meinem Mann klar gemacht, ich habe ihm gesagt, schlägst du mich einmal, werde ich dich nicht nur verlassen.

Es ist schrecklich so etwas zu erleben, was du erlebt hast liebe Diva, Gabrielle, kann man auf keiner Art und Weise mehr gut machen.
Aber man sollte sich nicht kaputt machen lassen.
Vergangenes beherrscht sonst dein Leben, und die Person, oder Personen, haben immer noch Macht über euch, womal ihr schon älter seit.

Aber wie Sputnik schon geschrieben hat, wenn es zu sehr belastet, dann geht zu einem Psychologen, dort könnt ihr ins Reine kommen, dort könnt ihr euch an der Person rächen, die euer Leben fast zersört hätte.

Liebe grüße Dracul2
Hallo miteinander, hallo gabrielle, hallo Dracul

gabrielle, es tut mir sehr leid, dass ich Dich bei meinem letzten Eintrag, etwas aussen vor gelassen habe.

Ja, drei bis vier Jahre, das ist schon sehr, sehr jung. Du hast dein vertrauen verloren, man hat dich zutiefst verletzt. Hast wahrscheinlich auch niemandem etwas davon erzählen können, weil Du dich geschämt hast und es auch als Deine eigene Schuld angesehen hast, auch geglaubt hast, dass Dir das so oder so niemand glauben wird. Oder sogar Angst hattest, dass Du dafür auch noch bestraft würdest.

Jeder Mensch hat eine Intimsphäre, die nicht ungewollt überschritten werden darf. Wird diese gewaltsam überschritten so ist es Nötigung und gehört somit bestraft.
Wenn man dann im späteren Leben, auch immer noch in der Angst um die eigenen Kinder zu haben, leben muss… Kruzifix und noch eins…!
Was ich niemals akzeptieren kann ist sexuelle Nötigung, Sex mit minderjährigen, Sex mit Tieren.
Würde ich solch einen Strolch mal erwischen, oh man, dem würde ich aber den A…h versohlen, wie er es noch nie erlebt hat.
Aber schön, dass Du auch damit fertig geworden bist, und es Dich heute nicht mehr belastet.

Verdrängen ist aber nicht die richtige Lösung.

Sich mit dem geschehenen tief im inneren auseinander setzen, verarbeiten und verstehen, daher was passiert ist akzeptieren lernen, begreifen, dass es nicht Deine Schuld war.
Vergib auch dem Übeltäter wenn auch nur gedanklich, auch wenn es Dir noch so schwer fällt, aber auch das wird Dich zusätzlich entlasten, dich befreien.

Hallo Dracul.
Vom eigenen Vater angefasst zu werden oder auch sonst wer aus der eigenen Familie find ich sehr schlimm. Schlimmer als wenn’s ein fremder ist. Das Vertrauen ist für immer gebrochen, ist niemals wieder gut zu machen, Abscheu und Ekel, niemals mehr wirst Du dieser Person in die Augen schauen können ohne wieder daran zurück denken zu müssen was da mal abgelaufen ist. Ja es ist einem alles einfach nur sehr, sehr peinlich.

Klar, dass Dein Vater heute nichts mehr davon wissen will.

Du konntest auch deshalb nicht mit Deiner Oma sprechen, weil Du Sie eben nicht verletzen wolltest. Auch wenn Sie Dir geglaubt hätte, würde Sie es Dir gegenüber nie zugeben können, dass da etwas Wahres dran sein könnte.

Ich glaube dies ist Dir nur einmal passiert, so habe ich es auf jeden Fall verstanden, und Er hat sich entschuldigt als Er gemerkt hat dass er zu weit gegangen ist und auch sofort das Zimmer wieder verlassen. Da würde ich sagen, hast Du Glück gehabt, dass es so glimpflich abgelaufen ist, oh, ich will das von Dir erlebte nicht Kleinreden, es war sicher für Dich sehr, sehr schrecklich und demütigend gewesen; aber oftmals sind dies keine einmalige Übertretungen sondern können sich über Jahre hinweg weiterziehen.

Es gibt darüber mittlerweile ja schon genug Medienberichte.

Im Nachhinein macht es auch nach mehreren Jahren keinen Sinn, über solche Ereignisse oder Geschehnisse mit dem Täter zu sprechen, zu gross ist die Peinlichkeit, zu gross die Schuldgefühle, - insofern der oder die Täter/in überhaupt Schuldgefühle hat.

Mit demütigen Grüssen Sputnik
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Liebe Diva, Liebe Gabrielle!

Ich bedauere sehr, was Euch beiden widerfuhr.
Gewisse Erfahrungen habe ich auch mit sexueller Gewalt, ich hatte aber das Glück schon älter gewesen zu sein.
Als blonder Mann in arabischen Ländern ist man auch manchmal das Opfer, und das was man als Gastfreundschaft versteht, entpuppt sich dann als eine Einladung von Schwulen mit Betäubungsmittel im Essen.

Diva, die Psyche den Menschen legt einen Schleier des Vergessens über manche Erlebnisse.
Das Erlebte kann dann nicht mehr bewusst abgerufen werden, sondern steckt im Unterbewusstsein.
Zwar gibt es Möglichkeiten, z.B. mittels Hypnose, diese Erinnerungen wieder empor zu holen.
Allerdings birgt das neue Gefahren: die Ängste können sich u.U. verstärken.
Zweitens ist das, was wir über eine Person in unserem Unterbewusstsein gespeichert haben z.T. von unseren Träumen beeinflusst.
Du wirst es also kaum erfahren, was Wirklichkeit war, und was nicht.

Was würde es Dir helfen, es zu wissen?
Wenn Du wüsstest, dass es nicht der Fall war, dann würdest Du Dich dennoch Fragen, woher Deine Schwierigkeiten kommen.
Wenn Du aber wüsstest, dass es der Fall war, so könntest Du es nicht beweisen und das würde Dich noch mehr belasten.

Letztlich gibt es nur einen Weg:
Vergebe ihm! Und ich weiß, dass Du mich nun höchstwahrscheinlich dafür verfluchen könntest.
Schau mal, ich musste einiges Vergeben (das obige, zwei mal Morddrohungen, Betrügereien um mehrere Tausend Euro, ein gebrochenes Nasenbein, aus der Arbeitsstelle herausgemobbt werden und weiteres).
Stück um Stück wuchs ich daran und so kann ich heute sagen, ich bin ihnen allen dafür dankbar.

Mit jedem Hass oder Arger verlängerst Du Dein Leiden.
Tue Dir das nicht an!
Erhebe Dich darüber!
In der Verzeihung des Unverzeihlichen erfährst Du das Göttliche!
Und das ist nicht nur so daher gesagt!
Ich hatte atemberaubende Gotteserfahrungen, die alles Leiden verblassen ließen, und von denen ich auch heute noch zehre!

Erkenne Deine wahre Größe: Je steiler der Weg, desto höher kannst Du kommen!
Solltest Du fallen, dann falle im Gottvertrauen und in Gottes Hand hinein (was auch immer Dein Glaube ist).
Nichts und niemand mehr kann Dir etwas anhaben wenn Du Deine Größe erkannt hast.
Und was auch immer geschieht, Du weißt, Du bist größer, viel viel Größer!
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Hallo ihr lieben,

Jawohl Martin, sehr schön geschrieben.

Liebe Grüsse Sputnik.
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