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Weltreligionen: Islam












Gegenwart

Heute ist der Islam in vielen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas, Zentral- und Südostasiens verbreitet. Hauptverbreitungsgebiet ist dabei der Trockengürtel, der sich von der Sahara im Westen über den Nahen Osten und den Kaukasus bis nach Zentralasien im Osten zieht. Muslimisch geprägte Länder in Europa sind Bosnien, die Türkei und Albanien. Viele weitere Länder haben muslimische Minderheiten.

Der «Organisation der Islamischen Konferenz» gehören derzeit 57 Mitgliedsländer an: Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Azerbaijan, Bahrain, Bangladesh, Benin, Brunei, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Djibouti, Gabun, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Indonesien, Iran, Iraq, Jemen, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Kirgisistan, Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Malediven, Mali, Mauretanien, Marokko, Mozambique, Niger, Nigeria, Oman, Pakistan, Palästina, Qatar, Saudi Arabien, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Suriname, Syrien, Tadschikistan, Togo, Tschad, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Uganda, Usbekistan und Vereinigte Arabische Emirate.

Seit der «Kairiner Deklaration der Menschenrechte im Islam 1990 ist die Scharia wieder Basis der Gesetzgebung in allen islamischen Ländern. Die praktische Umsetzung ist jedoch sehr unterschiedlich und reicht von «praktisch nicht erkennbar», wie in der Türkei, über die Umsetzung nur im zivilrechtlichen Bereich (Tunesien) bis zur vollständigen Geltung (Sudan). Zuweilen gilt die Scharia nur in islamisch dominierten Landesteilen (Nigeria). Besonders drakonische Strafen (Amputation, Steinigung), die oft international kritisiert werden, finden in relativ wenigen islamischen Ländern Anwendung und werden auch innerhalb des Islams stark kritisiert, weil dabei meist die in der Scharia vorgeschriebenen strengen Schutzbedingungen für Angeklagte außer Acht gelassen werden, so zum Beispiel die Pflicht, mindestens vier erwachsene männliche Muslime als Zeugen vorzuführen, welche die Tat selbst mit eigenen Augen gesehen haben. Es gibt allerdings hier eine Grauzone, da bei sogenannten «Ehrdelikten» (beispielsweise Tötungen wegen Ehebruchs), selbst in der laizistischen Türkei die Gerichte ein oder zwei Augen zudrücken. Ein Bereich der Scharia, der wohl nur noch im Sudan existiert, ist die Sklaverei.

Ab etwa 1500 begann der Westen, sich auf allen Bereichen immer rasanter zu entwickeln. Dieser Prozess wurde in der islamischen Welt erst spät durch die sich häufenden militärischen Niederlagen wahrgenommen. Die Folge waren im 19. Jahrhundert Versuche, das Militär nach westlichem Muster zu modernisieren, was erst einmal gründlich mislang. In Europa oder von Europäern ausgebildete Offiziere brachten aber westliches Gedankengut mit und sahen später oft im Nationalismus, nicht nur in der Technik, die eigentliche Ursache der europäischen Dominanz.

Eine Welle der intelektuellen Erregung brachte der Russisch-Japanische Krieg 1905. Ein asiatisches Land hatte es geschafft, eine scheinbar unbesiegbare europäische Macht zu bezwingen! Und dieses Land war nicht islamisch. Das war politischer Ansporn für diejenigen, die den Islam als bremsend ansahen und westliche Methoden einführen wollten; diejenigen, die in der Tradition Ibn Taimiyas (gestorben 1328) das Heil in der Rückkehr zu den verklärten Zuständen des «Urislam» sahen (z.B. Gruppen wie die 1928 gegründeten Muslimbrüder), warf es zurück. Die im 20. Jahrhundert im Nahen Osten gegründeten Staaten richteten sich folgerichtig nach europäischem Muster aus, wobei nur autokratische Systeme (Monarchie, Faschismus, Sozialismus) zur Anwendung kamen. Großer Erfolg war und ist ihnen nicht beschieden: weiterhin sind alle islamischen Staaten Entwicklungsländer. (Ausnahmen wie der Tigerstaat Malaysia bestätigen eher die Regel, denn der dortige Boom wird hauptsächlich von der chinesischen Minderheit generiert.)

Die Reaktion war eine verstärkte Zuwendung der Bevölkerung zu islamistischen Gruppierungen, zumal diese sich stark im sozialen Bereich und wirtschaftlich für den von westlich geprägten Eliten vernachlässigten Mittelstand (z.B. Basarhändler und Handwerker) einsetzten. Zudem vermittelten die Islamisten glaubhaft den Eindruck, nicht korrupt zu sein. Erster Höhepunkt dieser Gegenbewegung war die islamische Revolution 1979 in Iran.
Die Heiligen Städte des Islam

Im Islam gilt eine Vielzahl von Städten als heilig, wobei dreien eine besondere Bedeutung zukommt:

Mekka - ist der Geburtsort Mohammeds mit der Kaaba als zentralem Heiligtum des Islam, dass die Gebetsrichtung (Qibla) bestimmt.
Medina - nördlich von Mekka, ist der Ort, an dem der Islam erste politische Wirkungskraft entfaltete.
Jerusalem - nach muslimischer Überlieferung die erste Qibla-Richtung und der Ort, den die Muslime als geographische Position der im Koran (Sure 17, «Die nächtliche Reise») erwähnten al-Aqsa-Moschee definiert haben.
Daneben gibt es eine große Zahl an Wallfahrtsorten unterschiedlicher Bedeutung. Meist handelt es sich dabei um Grabstätten, etwa von Gefährten Mohammeds, der Imame der Schia oder von Sufi-Scheichs.

Führend in der Zahl heiliger Orte ist vermutlich der nordafrikanische Volksislam mit unzähligen Grabstätten von Marabuts.

Abgesehen von den ersten drei heiligen Stätten, ist der Status solcher Orte - wie die Heiligenverehrung selbst - im Islam ein äußerst kontroverses Thema.

Jerusalem stellt in der Liste der heiligen Städte insofern einen Sonderfall dar, als sich der aus dem Koran hergeleitete Anspruch natürlich historisch nicht belegen lässt. Trotzdem ist er für Muslime einhellig eine Glaubenswahrheit, was ihn in der praktischen Auswirkung einer «historischen Wahrheit» gleichstellt.
friend hat folgendes geschrieben:

Das Fasten Saum. Im Ramadan wird von Beginn der Morgendämmerung, wenn man einen «weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden» kann (Koran 2:187), bis vollendetem Sonnenuntergang gefastet, nichts gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und manche andere Enthaltsamkeit im Verhalten geübt. Der eigentliche Sinn des Fastens wird von den meisten Muslimen in der islamischem Welt dadurch unterlaufen, dass sie die Nacht zum Tage machen, was sowohl von Fundamentalisten wie auch aus Kreisen der Wirtschaft immer wieder kritisiert wird.


Wie funktioniert das? Werden dann die Tagesgeschäfte einfach in der Nacht gemachT?

Boris
Anscheinend ist das so gemeint, ich weiss auch nicht, vielleicht erklärt uns das Zahra, wenn sie wieder zurück ist, es ist aus Wikipedia entnommen.
Boris hat folgendes geschrieben:
friend hat folgendes geschrieben:

Das Fasten Saum. Im Ramadan wird von Beginn der Morgendämmerung, wenn man einen «weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden» kann (Koran 2:187), bis vollendetem Sonnenuntergang gefastet, nichts gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und manche andere Enthaltsamkeit im Verhalten geübt. Der eigentliche Sinn des Fastens wird von den meisten Muslimen in der islamischem Welt dadurch unterlaufen, dass sie die Nacht zum Tage machen, was sowohl von Fundamentalisten wie auch aus Kreisen der Wirtschaft immer wieder kritisiert wird.


Wie funktioniert das? Werden dann die Tagesgeschäfte einfach in der Nacht gemachT?

Boris


Hallo Boris!

ich habe einen Text über Ramazan gepostet, vielleicht erklärt er dir deine Frage von selber!
Ansonsten ist es ein klein wenig übertrieben! Wir haben bestimmte Uhrzeiten zu denen wir essen etc. dürfen und zu denen eben nicht! Ausser gewisser Enthaltsamkeiten ist der Tagesablauf ebenso wie die vorherigen!

Liebe Grüsse Zahra
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