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Leben ist auch Politik. Solange wir hier sind - im Hier und Jetzt - bestimmt Politik unser Leben. Auch wenn in Heiligen Schriften oft steht, man solle sich um Politik nicht kümmern und gleichmütig werden. Politik ist ein Teil des Lebens und bestimmt unser Schicksal mit.
www.3sat.de/kulturzeit
Kulturzeit berichtet über die Folgen der Globalisierung
Nicht nur die Chaostheorie beschwört den Flügelschlag eines Schmetterlings, der auf der anderen Seite des Globus eine Katastrophe auslösen kann. Die Welt rückt in Wirtschaft und Wissenschaft, Politik Gesellschaft und Umwelt sichtbar zusammen. Kulturzeit berichtet über die Sonnen- und Schattenseiten der Globalisierung, über Gewinner und Verlierer.
Am Tropf der Globalisierung
Der Dokumentarfilm "Der große Ausverkauf"
"Globalisierung" und "Privatisierung" sind Begriffe, die längst in der Umgangssprache angekommen sind. Doch obwohl sie nahezu jeder ganz selbstverständlich gebraucht, sind die Worte seltsam sperrig und abstrakt geblieben. Was Marktwirtschaft in einer globalisierten Welt wirklich bedeutet, und wie sie das Leben der Menschen verändert, zeigt auf eindringliche Weise der Dokumentarfilm "Der große Ausverkauf" des deutschen Regisseurs Florian Opitz.
Menschen als Spielmasse
"Der große Ausverkauf" zeigt Menschen als Spielmasse, als Ziffern einer Statistik. Ist das alles weit weg, nur in Entwicklungsländern? Friedhelm Hengsbach hat sich als Sozialethiker und Ökonom intensiv mit der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen beschäftigt. "Die strukturellen Probleme sind auch bei uns", sagt er. "Die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen, öffentlicher Aufgaben, dann das Verdrängen des Staates aus der wirtschaftlichen Aktivität, der Glaube oder gleichsam die Weltanschauung, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes alles regeln werden, dass das, was privat ist, immer besser ist, leistungsfähiger, kostengünstiger, also diese großen Versprechungen, dass der Markt, die Privatisierung alles besser macht als die öffentliche Hand und als die Solidarität, das denke ich, ist eine Weltanschauung, die hier im Lande sehr wirksam ist, und auch die Politik bestimmt."
Denn Wasser, Gesundheit und Bildung sind eben keine herkömmlichen Waren. Was diesen Film besonders macht, sind seine Protagonisten, die nicht nur Opfer sind, sondern trotz ihrer Misere nicht aufhören zu kämpfen. In den Medien hierzulande ist dies selten ein Thema. Und so führt uns dieser Film auch die Ignoranz des Westens vor Augen. Er macht uns das Wegschauen bewusst, wenn wir erfahren, welche Konsequenzen Privatisierung haben kann, was mit den Menschen passiert, in Manila und anderswo.
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