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Warum will mensch ein Gott?












Lisken hat folgendes geschrieben:
Es sei mir an dieser Stelle mal erlaubt eine provokante These aufzustellen:
Was wenn die Frage (ohne Frage eine interessante Frage) falsch formuliert ist. 'Warum will mensch ein Gott?' - die Formulierung geht ja davon aus, dass wir uns erstmal einen Gott erschaffen müssen, um ihn dann anschliessend anbeten zu können und geht den Ursachen dieses menschlichen 'Bedürfnisses' auf den Grund.
Das sehe ich nicht so, dass die Formulierung davon ausginge.
Diese grammatikalisch falsche Formulierung will genau mit der Falschheit das umgehen. Sie sagt auch nichts darüber aus, welche Menschen, sondern geht davon aus, dass es Menschen gibt, welche eine erhöhte Bereitschaft haben, an ein Gott zu glauben, und fragt, warum sie diese wohl hätten.
Andere Menschen haben diese Bereitschaft nicht und bei denen kann man davon ausgehen, dass sie kein Gott wollen, aber wenn Mensch ein Gott will, dann warum?

Lisken hat folgendes geschrieben:
Andersrum: wenn wir davon ausgehen, dass nicht der Mensch einen/mehrere Gott/Götter erschaffen hat, sondern umgekehrt - ? Gott hat von Anfang an existiert und der Mensch hat ihn/sie/es entdeckt - ? Und da der Mensch Gott erkannte, fing mensch an mit Gott zu kommunizieren, manch fingen an Gott anzubeten, da er/sie/es ihnen so mächtig und gross erschien.
Das ist dann ein anderes Thema.
Anbetung findet man bereits sehr früh und gerade jene Kulturen, welche sehr jung sind und weitgehend in einer schamanischen Bewusstseinshaltung der Schöpfung gegenüber kann man überall feststellen, dass diese Menschen mit den Lebewesen, welche sie zu ihrer Ernährung "berauben", töten oder sonstwie mit ihnen zusammen in Abhängigkeit stehen, diese auch ansprechen, dafür bitten Früchte zu bekommen, sich entschuldigen ein Tier einer Herde zu töten. Schamanen haben ein viel engeres Verhältnis zur Umwelt und sie sehen Gott in allem Drin und in sich selbst natürlich auch.

Lisken hat folgendes geschrieben:
Nochmal: Gehen wir davon aus, es gibt diese Macht - Gott - und es gibt sie unabhängig von uns und unsere Wahrnehmung reicht soweit, dass wir sie bewusst wahrnehmen können. Warum sollten wir sie dann nicht anbeten? Warum nicht versuchen mit ihr in KOntakt zu treten - Sie gar zu beeinflussen?
ja, sogar für alle Fälle, selbst wenn wir nicht mal denken dass da irgend ein Gott zuhört, schaden kann Beten gewiss nicht. Fluchen kann schon schaden, man sollte vorsichtshalber anders abreagieren.

Lisken hat folgendes geschrieben:
Gehen wir davon aus, dass etwas in uns ein Teil dieser Macht ist, warum sollten wir gemäß dem Grundsatz 'Erkenne dich selbst!' nicht versuchen auch diesen Teil in uns zu erkennen?
Und dann müsste die Frage eher lauten: 'Warum will gott ein Mensch?'
Diese Frage hat schon mal jemand beantwortet, Gott braucht Mensch zu seiner Unterhaltung:
    Der Mensch denkt <---> Gott lenkt
    der Mensch dachte <--> Gott lachte


Lisken hat folgendes geschrieben:
Hmm... noch etwas:
Wenn wir mit Gott in Kontakt treten wollen und zwar anders als Tiere dies tun, müssen wir dies _bewusst_ tun und um sich etwas bewusst zu werden, müssen wir uns erstmal unseres Selbst bewusst werden und um dies tun zu könne, müssen wir uns als getrennt von allem anderen wahrnehmen, also auch getrennt von Gott.
oha. Also müssen wir, um uns unserer selbst bewusst zu werden auch uns getrennt von uns selbst wahrnehmen können.
Dazu haben wir die Zeit, das Gedächtnis und die Feedbacks der Umgebung.
Aber eigentlich schizoid diese Forderung, gerade wenn es doch gut wäre, ganzheitlicher zu denken und sich als Teil von Gott und als Teil vom Universum zu fühlen, mitzufühlen !

Lisken hat folgendes geschrieben:
Darum können wir Gott nicht 'direkt' wahrnehmen. Weil wir der Illusion verfallen sind, dass er/sie/es und alles andere ausserhalb von uns existiert und wir von allem, was exisiert getrennt sind.
Ich finde, wir können Gott sehr direkt wahrnehmen, wir sollte nur nicht dauernd den Fehler machen zu verlangen, Gott wäre etwas Außernatürliches.
Gott ist allgegenwärtig und Du kannst Gott mit jedem Atemzug erleben und mit jedem Herzschlag an Gott Teilhaben und mit jedem Gedanken Gottes und des Universums weitere Entwicklung mit beeinflussen.
Und wenn es kein Gott gibt, ist es auch förderlich für alles was um Dich lebt und für alle, die Dich auch mögen, wenn Du so denkst und handelst, dass alle davon profitieren können und nicht nur das Ego.
Insofern stellt sich der evolutionär geförderte Egoismus selbst ein Bein und wird im Gruppendenken, wo das Ego eben für die Gruppe steht, und sein Ich auf sein Volk und sein Land ausdehnt wieder zum evolutionären Plus des Volkes und der Rasse.
Das ist der Grund, warum Menschen nicht Einzelgänger sind, und die lange Entwicklungszeit, welche ein Junges Menschlein hat, bis es selber Beeren suchen kann und sich nicht am ersten Pilz vergiftet. So kommt es erst zu einer zusammenhaltenden Kultur.
Das geht aber auch ohne Gott, nur, wenn es uns bis jetzt immer mit den Gebeten gut gegangen ist, dann pflegen wir die Tradition weiter, und um uns zuhause zu fühlen bedürfen wir eines gemeinsamen Glaubens mit unserer Gesellschaft.

Also suchen wir die Gesellschaft, in der uns wohl ist.
Je nachdem, wie weit wir gefördert wurden in der Kindheit und Jugend, werden wir mehr oder weniger Menschen finden, bei denen uns wohl ist.
Wenn es so ist, dass uns wohl ist unter Menschen, welche denselben Namen sagen wenn sie Gott meinen, dann sind wir einer Religion zugehörig. Und dann brauchen wir Gott schon aus gesellschaftlichen Gründen, denn wer einen anderen Gott anbetet ist so out wie einer der den falschen oder keinen Gameboy hat.

Lisken hat folgendes geschrieben:
Aber erst so können wir in ein 'Gespräch' treten - denn dafür braucht es zwei und wer eins ist mit allem um einen herum, der braucht kein Gespräch, jeglicher Kontakt wäre höchstens Selbstgespräch.
Ja, Selbstgespräche sind ja auch etwas sehr Schönes.
Insofern wir alle jeder einzelne ein Teil Gottes sind, tut Gott nichts anderes als Selbstgespräche führen.
Ja sogar Selbstmord mach Gott andauernd.
Kann Gott sich leisten, denn Gott bringt sich ja auch andauernd selbst zur Welt.
Ganze Galaxien sind dauernd am Entstehen und am Vergehen!
Kennst Du den Uroborus?
Der ist Uralt und ein Beweis, dafür dass Mensch das schon lange weiß, ich finde sicher einen:
Schön, nicht?
Zitat:
sondern geht davon aus, dass es Menschen gibt, welche eine erhöhte Bereitschaft haben, an ein Gott zu glauben, und fragt, warum sie diese wohl hätten.
Andere Menschen haben diese Bereitschaft nicht und bei denen kann man davon ausgehen, dass sie kein Gott wollen, aber wenn Mensch ein Gott will, dann warum?


Achsooo.
Dafür gibt es viele Gründe. Das Bedürfnis des Menschen nach Sicherheit, Kontrolle, Sinn und Erklärlichkeit.
Sicherheit: 'Gott beschützt mich.'
Kontrolle: 'Wenn ich zu Gott bete, wird die Ernte gut, da er Regen schickt.'
Sinn: 'Wir existieren, weil Gott uns erschaffen hat. Gott hat mir dieses Leid auferlegt, weil er mich prüfen will.'
Erklärlichkeit: 'Der Baum blüht, weil Gott es so will!'

Oder aber: Es gibt Menschen, die anfälliger dafür sind, Gott zu fühlen. Aus irgendeinem mysteriösen Grund ('Weil Gott es so will') können sie eher über die Grenzen der materiellen Welt hinaussehen als andere. Und weil sie keinen besseren Begriff für das finden, was sie wahrnehmen, bezeichnen sie es eben traditionsgemäß als 'Gott'. (Man kann es auch Manitu, den grossen Geist nennen...)
Diesen Menschen erscheint es unwahrscheinlich, dass die Welt existieren könnten ohne eine bewusst ordnende Struktur (= Gott).

Zitat:
Schamanen haben ein viel engeres Verhältnis zur Umwelt und sie sehen Gott in allem Drin und in sich selbst natürlich auch.


Es gibt Schamanen, die nicht an Gott glauben, sondern nur an das, was sie wahrnehmen können: Geister, andere Welten, Wesenheiten, die solche bewohnen usw. Schamanen müssen nicht gläubig sein, was sie sicher sind, ist wahrnehmungs'gestört' (so die Meinung der wissenschaftlichen Psychiatrie).

Zitat:
Der Mensch denkt <---> Gott lenkt
der Mensch dachte <--> Gott lachte


Ich bin absolut, ganz und gar deiner Meinung! Gott war einfach langweilig, anders lässt sich das alles hier gar nicht erklären.

Zitat:
oha. Also müssen wir, um uns unserer selbst bewusst zu werden auch uns getrennt von uns selbst wahrnehmen können.
Dazu haben wir die Zeit, das Gedächtnis und die Feedbacks der Umgebung.
Aber eigentlich schizoid diese Forderung, gerade wenn es doch gut wäre, ganzheitlicher zu denken und sich als Teil von Gott und als Teil vom Universum zu fühlen, mitzufühlen !


Wir brauchen im Prinzip einfach nur etwas, was wir als 'Nicht-wir-selbst' wahrnehmen können. Aus dem, was wir nicht sind, können wir dann Schlussfolgerungen ziehen darüber, was wir sind.
Ja, wir sollen ganzheitlicher denken usw. aber in letzter Konsequenz hätten wir auch Tiere blieben können. Wir sind es aber nicht geblieben... das Ganzheitliche der Tiere ist auf einer anderen Stufe als die Ganzheitlichkeit, die ein Mensch erreichen kann, wenn er will. Tiere kennen es nicht anders, wir schon! Und genau das ist der Unterschied und vielleicht auch der Sinn der ganzen Unternehmung! Ein Kind kann weise sein, aber es ist nicht _bewusst_ weise, erst wenn es erwachsen wird, entwickelt sich das Bewusstsein und zwischendurch ist es überhaupt nicht weise. Genau dem gleichen Prozess unterliegt vielleicht auch die Menschheit als ganzes.


Natürlich können wir Gott wahrnehmen, jederzeit, überall... - wenn wir uns selbst nicht im Weg stehen. Mit der Gesellschaft hat das für mich nicht so viel zu tun. Ich unterscheide nicht zwischen Religionen und Göttern, nur zwischen Kirchen und die sind ganz und gar weltlich.
Jemand hat eine Religion, wenn er mit Gott in Verbindung steht und das kann jemand sein, der einer Kirche angehört, der keiner Kirche angehört, der gar nicht an Gott glaubt! Umgekehrt, kann ein Mensch, der sich seiner Kirche ganz und gar verpflichtet sieht, so gar nicht religiös sein, da er seine Verbindung zu Gott verloren hat.

Der Uroborus ist schön!

Vieles, was aus unserer Sicht ganz arg schlimm ist, ist aus Gottes Sicht völlig ok. Z.B. der Tod. Wir haben so schreckliche Angst vor dem Tod, das wir völlig vergessen, wie normal er ist... selbst wenn er ungerecht ist... aber gibt es überhaupt einen gerechten Tod?

Vielleicht noch ein Grund, warum mensch ein Gott will...

LG
Lisken
Ich finde Tod nichts Ungerechtes und Angst hab ich davor keine. Im Gegenteil.
Angst habe ich Feigling nur davon, dass es anscheinend weh tut, zu sterben, sonst fände ich Tod eine wirklich praktische allezeit verfügbare Lösung für allzu große Probleme, welche durch immer wieder dieselben Fragen aufwerfen.

Aber genau so wie mich Tod fasziniert und anzieht, tut es auch das Leben, und da ich nun mal ein Gewohnheitsmensch bin, und gestern auch schon gelebt habe, werd ich heut nicht unbedingt was Neues anfangen wollen mit dem Totsein.

Auch wenn ich das schon öfter mal gewesen sein könnte...

Und dann gibt es eben am Leben so vieles, so unheimlich Schönes:

[img]http://images.phan1tast.multiply.com/image/12/photos/11/500x500/37/MoUnt.JPG?et=AK8XXi8ZRgRlilZcZEinSw[/img]

[img]http://images.phan1tast.multiply.com/image/18/photos/11/500x500/16/3Pil0144.JPG?et=RvVARYwEjWIQuLY4BObKxw[/img]

[img]http://images.phan1tast.multiply.com/image/20/photos/11/500x500/2/NM0106.JPG?et=NPTzGTBko5V8nKMcR9Dvgg[/img]

Findet auch Bärchen:
[img]http://images.phan1tast.multiply.com/image/8/photos/3/500x500/1/PICT0077.JPG?et=V0FcyD65CJG4EZmontgHAg[/img]

Jo, und jetzt wirds spannend, wie das wohl kommt?
Wenn mich jetzt der Schlag träfe, müsste ich noch mal geboren werden, nur um die Tippfehler weg zu machen



Grummel! unerlaubtes deutsches Kraftwort nochmal

muss wohl die Schönheiten im öffentlichen Netz suchen, weil man hier meine Bildadressen nicht mag.



oder das:



Schleiereule nennt man dieses Vögelchen.

Nein, ich lebe nich dafür, auch nicht darum, nur, vielleicht damit...
Wer weiß.
Sterben tut nicht weh, das ist ein Märchen... Und wenn mich jetzt der Schlag träfe, wären ein paar Leute sehr sehr traurig, darum hoffe ich, Gott drückt nochmal ein Auge zu und lässt mich noch ne Weile leben.
Aber bei dem weiss man nie, was er im Schilde führt... wenn ich sowas sehe:



... steht für mich fest: er hat Humor. Auf sowas wie einen australischen Schnabeligel wär ich nicht gekommen... was für Drogen man wohl dafür fressen muss - ? Und da wundern wir Menschen uns, warum wir so sind, wie wir sind! Der hockt da oben auf seiner Wolke und lacht sich tot, während wir uns die Köpfe zerbrechen.
Wahrscheinlich ist das ganze eine besonders ausgefuchste Scherzfrage und wir sind noch nicht auf die naheliegende Antwort gekommen. Oder doch, nur wir haben die Antwort nicht verstanden.

Hmm... warum wollen eigentlich manche Menschen _keinen_ Gott? Vielleicht bringt uns das weiter...

LG
Lisken
Ist es wirklich Wollen?

Manche Menschen sind verständlicherweise nach den Schilderungen vom lieben Gott, welche ihnen in der Kindheit zugemutet wurden und den Erfahrungen im Leben zutiefst enttäuscht und können sich nicht vorstellen, dass so etwas Wirklichkeit wäre, was man ihnen erzählt hat.

Zu recht, wie ich meine.

Dann kommt das Gefühl: "Big Brother is watching you", welches auch "Gewissen" heißt.
Dazu braucht es aber keinen Gott, dazu braucht es nur ein Moralempfinden, und das können wir gut ohne Gott entwickeln.

Aber irgend jemand muss doch verantwortlich sein, jemandem muss man doch alles klagen können, auch das unrechteste Unrecht!.....

PS. Das Schnabelier ist aber auch witzig, das ist ein Säugetier das Eier legt gggg einen Entenschnabel hat und auch in Australien lebt.
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