Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Die Bibel - nicht ohne Fehler?












soweit ich weiss, wurde die Vorhölle abgeschafft.

Jade mit liebem Gruss an Alwin
@Jade
Meinst Du damit den (ur)alten Begriff des Fegefeuers?

Gruß alwin
Zitat:
Die EKD versucht sich immer mehr anzupassen und damit schießen sie sich letztlich selber ins Bein... Und das zeigt sich eben an der Zahl der Austritte.


Danke für die Zahlen, sehr aufschlussreich, besonders, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Mitglieder bei der evangelischen Kirche kleiner ist.


Zitat:
So? Die Liturgie bei der r.k. K. hat sich doch recht drastisch in einem relativ kleinen Zeitraum verändert. Auch wurden "Sichtweisen" teilweise revolutionär korrigiert


Ich glaube Du hast mich falsch verstanden, denn genau darauf wollte ich ja hinaus. Ich bezog mich auf den jüdischen Gottesdienst, der hat sich nicht verändert, deswegen auch im nächsten Satz " Im Gegensatz dazu weicht das Christentum [...]"


Zitat:
Das soll jetzt keine Verteidigung darstellen sondern lediglich auf ein paar auch vorhandene Fakten im Positiven hinweisen!

Bspw. gibt es die Sichtweise einer möglichen "Hölle" in der form nicht mehr, sondern wurde durch Gottesferne etwas zeitgemäßer interpretiert... usw!


Das mag ja moralisch wünschenswert sein, defacto führt es jedoch zu einer Verwässerung der Lehre und zum Verlust eines klaren Profils. Wenn alles glauben sie kommen nicht in die Hölle sondern sowieso in den Himmel, wozu braucht es dann noch eine Kirche, wenns es reicht ein guter Mensch zu sein?

Die Kirche steuert nicht umsonst dagegen an. Die lateinische Messe ist wieder unter Benedict erlaubt, der vorher bei der Glaubenskongregation, ein schönerer Name für Inquisition. Sein Position ist in vielerlei Hinsicht radikal, vor allem was Verhütung, vor-ehelichen Sex und die evangelische Kirche betrifft, die er nicht als Kirche anerkennt.


Zitat:
soweit ich weiss, wurde die Vorhölle abgeschafft.


Du meinst das Fegefeuer: Wiki

Die Internationale Theologenkommission des Vatikans veröffentlichte Mitte April 2007 einen 41 Seiten langen Bericht, wonach die Vorstellung der Vorhölle keinen Platz in der katholischen Glaubenslehre habe. Die Erstellung und Veröffentlichung des Berichtes ging auf die Anweisung von Papst Benedikt XVI. zurück. Der traditionelle Glaube an die Vorhölle stelle eine "unzulässig eingeschränkte Sicht der Erlösung" dar. Tatsächlich war der Glaube an die Vorhölle auch nie Teil der offiziellen Kirchenlehre, sondern nur Spekulation.
Nach jahrelanger Debatte
Papst erklärt "Vorhölle" für überholt

Großansicht des Bildes Grafik: Papst Benedikt XVI.]
Nach jahrelanger Debatte hat der Vatikan die traditionelle katholische Vorstellung einer "Vorhölle" für ungetaufte tote Kinder offiziell für überholt erklärt. "Der Ausschluss von unschuldigen Kindern aus dem Paradies widerspricht der besonderen Liebe Christus' für die Kleinen", heißt es in dem Bericht der Internationalen Theologischen Kommission (ITK), der von Papst Benedikt XVI. gebilligt wurde.

Der Papst habe sich unter anderem wegen der weltweit hohen Zahl der Abtreibungen zu diesem Schritt entschlossen. Zudem würden immer mehr Kinder nicht getauft.

Der Papst hatte die Vorhölle bereits vor einem Jahr als "nur eine theologische Hypothese" bezeichnet und empfohlen, den Glauben daran abzulehnen. Die ITK hatte sich seit November 2005 mit dieser Frage befasst. Vor seiner Ernennung zum Papst war Joseph Ratzinger zwei Jahre lang deren Vorsitzender.
Glückseligkeit - aber keine Gemeinschaft mit Gott

Die aus dem Mittelalter stammende Überlieferung des "Limbus infantium" besagt, dass Kinder, die ungetauft gestorben sind, nicht in den Himmel kommen. Sie seien dann nämlich nicht von der Erbsünde befreit. Theologen lehrten lange Zeit, dass diese Kinder im so genannten Limbus einen ewigen Zustand natürlicher Glückseligkeit genießen - allerdings ohne Gemeinschaft mit Gott. Die Tradition wurde allerdings nie zur offiziellen Doktrin der katholischen Kirche.

Quelle: tagesschau.de

-----

Nun macht Benedikt Schluss mit dem "Warteraum" für die Seelen von ungetauft verstorbenen Babys. Der Vatikan hofft offenbar, dass damit der katholische Glaube gerade in den von hoher Kindersterblichkeit geplagten Ländern Asiens und Afrikas attraktiver wird.


Quelle: orf

------

Ohne Teufel und Höllenqualen, aber auch kein Himmel: So sah das Schicksal aus, das die katholische Kirchenlehre für Kinder, die ohne Taufe starben, vorsah. In alle Ewigkeiten gehörten deren Seelen dem limbus infantium oder puerorum, der Vorhölle, an. Dabei gibt es immer mehr Kinder, die ohne Taufe sterben. Ein Vatikan-Dokument verweist in Rom auf „Opfer von Abtreibungen“. Deren Seelen konnten sich nach herkömmlicher Lehre nie der Nähe Gottes erfreuen.

Nach dreijährigen intensiven Beratungen einer internationalen Vatikan-Theologenkommission hat sich das nun geändert. Es gebe nach Abwägung aller Argumente Grund zur Hoffnung, „dass ungetauft gestorbene Kinder gerettet werden“, heißt es in der Schrift der Kommission. Papst Benedikt XVI. stimmte dem Dokument mit dem Titel „Die Hoffnung auf Heil für ungetauft gestorbene Kinder“ zu.

Erbarmen siegt über Sünde

Kirchenkritiker spotteten schon lange über den „größten Krippenplatz“ zwischen Himmel und Hölle. Joseph Ratzinger zweifelte bereits als Kardinal vor 20 Jahren an der „nie definierten Glaubenswahrheit“ des Limbus und plädierte für die Abschaffung dieser theologischen Hypothese. Im über 40-seitigen und in Auszügen veröffentlichten Vatikan-Dokument bezeichnen die Theologen die Auflösung des Grundsatzes „keine Taufe – kein Paradies“ als „dringendes pastorales Problem“. Grundlage des Glaubens an die Vorhölle war die Unverzichtbarkeit der Taufe, die den Menschen von der Erbsünde befreie. Diese Überzeugung war über Jahrhunderte auch Grundlage umstrittener Zwangstaufen der Kirche von Rom.

Vatikanbeobachter halten die Entscheidung für eine logische Konsequenz von Benedikts vorrangiger Botschaft: Deus Caritas Est, Gott ist Liebe. Gottes Güte wünsche die Rettung aller Seelen. „Das göttliche Erbarmen hat Priorität über die Sünde“, schreiben die Theologen nach Medienberichten. Die Taufe bleibe zwar der ordentliche Heilsweg, aber der gedachte Limbus, in dem Kinder ohne Schmerz und ohne Gottesnähe schwebten, sei eine „unangemessene, restriktive Sicht von Rettung“.

Vorhölle auch für Homer und Ovid

Einem Vatikaninsider zufolge habe längst niemand mehr daran geglaubt. Die Vorhölle ist nicht identisch mit dem Fegefeuer, das die Theologen als Ort der Läuterung und Vorbereitung auf das Paradies verstehen. Der Limbus galt Katholiken als endgültiger Zustand – als ewiger Ausschluss von Gottes Anschauung. Der Disput darüber dauerte seit Jahrzehnten mehr oder weniger heftig an.

Im Mittelalter war die Lehre der Vorhölle beliebtes Sujet für Künstler. Der große italienische Dichter Dante Alighieri (1265-1321) beschrieb in der „Göttlichen Komödie“, seiner Wanderung durchs Jenseits, auch die Vorhölle. Demnach befinden sich dort auch all jene rechtschaffenen Menschen – wie seine antiken Kollegen Homer oder Ovid – die vor der Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi gestorben waren.

Quelle: focus, theologie
@Leer

Zitat:
Das mag ja moralisch wünschenswert sein, defacto führt es jedoch zu einer Verwässerung der Lehre und zum Verlust eines klaren Profils. Wenn alles glauben sie kommen nicht in die Hölle sondern sowieso in den Himmel, wozu braucht es dann noch eine Kirche, wenns es reicht ein guter Mensch zu sein?


Wie kommst du denn zu diesem Umkehrschluss? Die Hölle als Platz des Bösen wurde ja nicht erstzlos gestrichen, im Gegensatz dieser ominösen, rein von Menschenhand geschaffenen Vorhölle, die ohnehin im Widerspruch eines liebenden Gottes steht.

Leider habe ich die Materialien nicht mehr, aber dieser Platz für die "Bösen" wurde umdefiniert. Strafe durch bewußt erlebte Gottesferne.

Bildlich gesprochen: Du darfst Dir mühsam Dein Essen aus den Mülleimern besorgen, aber mit Blick auf die, die ihr 5 Sterne Menü genießen. Aber Scherz beiseite, ich finde dieses gemate Bild der Glücklichkeit - mit Gott vereint - und dem Ort der Verdammnis reichlich pervers und Gott-widrig.

Aber du hast Recht, die Kirche brauchte ein Erziehungsmittel, um die Schafe bei der Herde zu behalten. Nur Mist, dass immer mehr Schafe aufwachen, andere dafür um so mehr für den Erhalt dieser Schafherde, sozusagen als Bestandswahrung, kämpfen!
Forum -> Gott

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20,
21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28  Weiter
Ähnliche Themen
Bibel - eigentlich mehrere Götter?
Glaube ohne Zwang
Die Hölle - nicht zu brutal?
Ein Weltbild ohne Gott - Antworten aus atheistischer Sicht
ohne Grenzen
Gott würfelt nicht! -
Historisch kritische Untersuchung des Islam nicht mit uns !
Gott würfelt nicht! (beitrag schließen)
Koran und Bibel- Textueller Vergleich
Ist Jesus nun doch nicht am Kreuz gestorben?