Weltreligionen: Buddhismus


Buddhismus

Der Buddhismus ist eine spirituelle Lehre und gleicht aus westlicher Sicht oft weniger einer traditionellen Religion, vor allem in Bezug auf die monotheistischen Religionen, sondern in vielem einer Philosophie oder Weisheitslehre, welche auf den Überlieferungen von Siddhartha Gautama (Pali: Siddhattha Gotama) beruht. Siddhartha Gautama (ca. 563 v.Chr. bis 483 v.Chr.) war Sohn eines wohlhabenden Hauses im Norden Indiens, und verließ im Alter von 29 Jahren Frau und Sohn, um sich einem spirituellen Leben zuzuwenden. Nachdem Siddhartha Gautama unter einem Pappelfeigenbaum die Erleuchtung erfuhr, wurde er von seinen Anhängern und Schülern Buddha (Erleuchteter, Erwachter) genannt.
Die "Vier Edlen Wahrheiten" des Buddha

Die von ihm dargelegte Lehre fasste er wie ein Arzt, als der er sich auch bezeichnete, in den "Vier Edlen Wahrheiten" zusammen:

Es gibt Leid im Leben / das Leben ist frustrierend, unvollkommen.
Es gibt eine Ursache fuer Leid. Dies ist die grundlegende Unwissenheit ueber die wahre Natur der Dinge - Das diese im Bezug auf Ihre Existenz leer sind - leer von einer eigenen Essenz. Dieses Leid entsteht durch Begierde / Durst / Sich-Anklammern, Egoismus.
Es ist möglich sich vom Leid zu befreien. Es gibt ein Ende von Leid.
Es gibt Weg und Mittel das Leid zu beenden. Ein Weg dazu wird gezeigt im sogenannten Achtfachen Pfad zum rechten Leben.

Durch die zentrale Stellung des Leidensbegriffes im Buddhismus hat sich dieser den Vorwurf einer pessimistischen Weltanschauung eingehandelt. Dem ist entgegenzuhalten, dass das Dharma (die Lehre Buddhas) einen Weg zur Leidensbefreiung aufweist - positiv gesagt: einen Weg zum "Wohlsein". Außerdem muss man klar unterscheiden zwischen dem allumfassenden Prinzip der bedingten Entstehung, welches diese vier edlen Wahrheiten in konzentrierter Form darstellen, und seine spezielle Anwendung auf das Leiden. Die bedingte Entstehung ist die Darstellung der Seinsweise aller Phänomene in ihrer dynamischen Entwicklung und gegenseitigen Bedingtheit, so wie der Arhant Assaji die Lehre des Buddha in kürzester Form Sariputra darlegte: "Der Tathagata (Buddha) hat den Ursprung jener Dinge erklärt, die aus einer Ursache hervorgehen. Ihr Aufhören hat er ebenfalls erklärt. Das ist die Lehre des großen Sramana (Heiligen)". Das der Buddha nun "dukkha", das Leiden und das Unbefriedigende der Existenz als Ansatzpunkt wählt, kommt aus seiner Überzeugung, dass nur ein aus tiefstem Herzen kommender Impuls stark genug sein kann, den unbelehrten Weltling auf einen Pfad zu bringen, der die radikalste Veränderung in seinem Wesen bewirken soll. Nur die Einsicht in die grundlegende unbefriedigende Natur unserer Existenz kann stark genug sein, uns zum Handeln aufzurütteln. Das Ziel buddhistischen Strebens ist aber keinesfalls nur die Aufhebung des Leides, sondern die Verwirklichung von Vollkommenheit (Vollkommenheit der Weisheit und des Mitgefühls, Nibbana), was positiv und grundlegend ist.
Die 37 erforderlichen Dinge zur Erleuchtung

Die Vier Grundlagen der Achtsamkeit
Achtsamkeit auf den Körper
Achtsamkeit auf die Gefühle
Achtsamkeit auf den Geist
Achtsamkeit auf die Geistesobjekte

Die Vier Rechten Anstrengungen
Anstrengung der Sinnenzügelung
Anstrengung zur Überwindung
Anstrengung zur Entfaltung
Anstrengung zur Erhaltung

Die Vier Wege zum Erfolg
Wille, Streben, Absicht
Willenskraft, Anstrengung, Bemühen
Reinheit des Bewusstseins
Erforschen, Erwägen

Die Fünf Fähigkeiten
Vertrauen Glauben
Willenskraft, Anstrengung
Achtsamkeit
Sammlung, Konzentration
Weisheit

Die Fünf Kräfte
Vertrauen Glauben
Willenskraft, Anstrengung
Achtsamkeit
Sammlung, Konzentration
Weisheit

Die Sieben Erleuchtungsglieder
Achtsamkeit
Gesetzesergründung
Willenskraft, Anstrengung
Verzückung, Freude
Ruhe, Gestilltheit
Sammlung, Konzentration
Gleichmut

Der Edle Achtfache Pfad
rechte Ansicht
rechte Gesinnung
rechte Rede
rechtes Handeln
rechter Lebenserwerb
rechte Anstrengung oder Bemühung
rechte Achtsamkeit
rechte Konzentration
Zur Person Buddhas

Buddha war weder ein Gott noch der Überbringer einer göttlichen Wahrheit, sondern er stellte klar, dass er die Lehre, d. h. den Dhamma (Sanskrit: Dharma) nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhielt, sondern dass er vielmehr durch eigene meditative Schau ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge erlangte, welches jedem zugänglich ist, wenn er seiner Lehre und Methodik folge. Auch warnte er vor blindem Vertrauen in eine Autorität und hob dadurch die Selbstverantwortung des Menschen hervor. Insbesondere verwies er auf die Vergeblichkeit, die Welt mit Hilfe von Begriffen und Sprache zu erfassen und legte damit den Grundstein einer gesunden und ausgeprägten Skepsis gegenüber dem geschriebenen Wort, die in anderen Religionen in dieser Radikalität kaum anzutreffen ist.

Zu den buddhistischen Überzeugungen gehört u. a. die Reinkarnation und das Gesetz des Karma. Buddha selbst hat jedoch keine metaphysischen Aussagen, z.B. über das, was nach dem Tode geschieht, wer die Welt erschuf, etc. gemacht.

Verbreitung des Buddhismus

Es leben weltweit circa 450 Millionen Buddhisten. Diese Zahl ist jedoch nicht verbindlich, da es starke Schwankungen zwischen einzelnen Statistiken gibt. Die Länder mit der stärksten Verbreitung des Buddhismus sind Bhutan, Tibet, China, Südkorea, Japan, Thailand, Myanmar, Vietnam, Kambodscha, Laos, Sri Lanka , während er in seinem Ursprungsland Indien nur noch eine kleine Minderheit darstellt (etwa 1% der Bevölkerung).