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Gestern hatte ich mit einer guten Freundin eine interèssante Diskussiòn zum Thema "Leben nach dem Tod" und ich würde Euch gern unsere Ergebnisse präsentieren. Dieser Eintrag ergänzt meinen älteren Eintrag "Alle Menschen sind gleich" von Ende April. Wir gingen von dessen Festlegungen aus und führten den Gedanken weiter.
Vor einiger Zeit bereits erlangte ich die Überzeugung, daß alle unsere Handlungen kausal vorbestimmt sind. Es gibt nur zwei Dinge, die uns beéinflussen: unsere Gene und die Taten anderer. Beides liegt jenseits unseres persönlichen Einflußgebiets. Die Folge ist, daß was auch immer wir tun, richtig und so geplant ist; sogar, wenn wir uns bewußt uméntscheiden.
Für mich sehe ich in dieser Auffassung große Erleichterung, da sie die Existenz des Himmels und der Hölle ausschließt. An die unsterbliche Seele glaube ich dennoch, und dies ist alles andere als ein Widerspruch:
Wir stellen uns die Seele als perfekten Zustand des Geistes vor, der in seinem Körper nichts als Beéinträchtigung findet. Eine Seele, die sicherlich genauso leistungsstark ist wie jede andere, kann sich im Gehirn mancher Menschen mehr oder weniger vorzüglich entfalten. Dies schränkt sie enorm ein. Manche Mensch sind dümmer, manche klüger als andere. Ihr Umfeld beéinflußt die Entwicklung der Seele ebenfalls. Sie vermag es, sich in jeden beliebigen Menschen zu verwandeln, jedoch muß sie dazu entsprechend geformt werden. Ich spreche erneut an, daß nur zwei Arten der Einflußnahme auf die Seele vertretbar sind: Das Umfeld und die Ausstattung des Körpers (Gene). Folglich wäre ein Mensch, der im exakt gleichen Umfeld unter exakt denselben körperlichen Voràussetzungen lebte, ebenfalls exakt gleich.
Ich stelle es nicht in Frage, ob die Seele eine Art göttlicher Funken ist, jedoch erscheint sie mir als Fließbandprodukt. Allein der Körper schränkt uns ein, ebenso die Aktivitäten anderer Seelen in ihrer eingeschränkten körperlichen Form. Ich denke, daß der Tod eine Befreiùng der Seele aus dem Körper darstellt — in eine Welt, die frei von jeder sinnlichen Wahrnehmung ist. Ich kann nicht sagen, wodurch unsere Sinne ersetzt werden, jedoch glaube ich, daß wir uns auf einer höheren Stufe bewegen würden, die für uns unmöglich zu begreifen ist. Möglicherweise kommen wir dort auch als Neugeborene auf die Welt und müssen alle neu erlernen.
Wie gesagt: Das Jenseits ist entweder unvorstellbar gut oder es gibt nur ein nichts, das wir vermutlich nicht einmal wahrnehmen. In diesem Fall wäre zumindest die Existenz einer Seele widerlegt, doch eben genau diese Existenz ist Grundlage für meine Philosophie, und ich bin davon überzeugt, daß es sie gibt.
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