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Leben ergibt keinen Sinn












@ meriem

Wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, dann hat das Leben keinen Sinn. Und genauso empfinde ich es auch. Mein Leben ergibt für mich keinen Sinn.

Daß sich weltweit in sämtlichen Kulturen unabhängig voneinander der Glaube an höhere Mächte entwickelt hat ist zugegebenermaßen widerum ein Argument dafür, daß da etwas dran sein könnte.

Womit ich allerdings auch widerum ein Problem habe, sind solche Aussagen wie "Gott liebt dich", "Gott will dieses", "Gott will jenes nicht" etc. Wer kann denn so etwas wissen, selbst wenn es ihn gibt?

Nehmen wir jetzt einfach mal an, es gibt wirklich einen Gott oder - wie ich es lieber bezeichnen würde - eine höhere Macht. Dann hätte diese Macht das Universum erschaffen bzw. konstruiert, in dem wir leben. Ein Universum von solchen Ausmaßen, die wir mit unserer Vorstellungskraft niemals auch nur annähernd werden erfassen können. Ein Universum, das perfekt justiert ist und wie eine unfaßbar komplexe Maschinerie funktioniert. Ein Universum, das noch so unglaublich viele Rätsel und Geheimnisse birgt. Ein Universum, über das wir längst noch nicht alles wissen, obwohl wir in ihm leben.
So, aber wenn wir noch nicht einmal die Welt verstehen, in der wir leben, wie können wir kleinen Staubkörner uns anmaßen zu behaupten, eine Macht oder eine Intelligenz zu verstehen, die in der Lage wäre, ein solches Universum zu konstruieren und zum Leben zu erwecken? Wenn es so etwas gibt, reicht unser menschlicher Verstand nicht aus, um die Pläne und Absichten einer solchen Macht auch nur im Ansatz nachvollziehen zu können. Wir würden uns viel größer machen als wir sind bzw. "Gott" - wer oder was auch immer das sein könnte - viel kleiner als er es sein würde.
Als ich noch geglaubt habe bzw. glauben wollte, da war ich dennoch nicht religiös. Ich bin davon ausgegangen, daß es da etwas wie einen "Gott" gibt, aber für mich stand auch fest, daß "er" viel zu groß wäre, als daß ich mir hätte vorstellen können, wer oder was "er" ist, geschweige denn daß ich seine Pläne und Absichten nachvollziehen könnte.

Natürlich bin ich froh, daß ich Augen, Arme und Beine habe. Aber Leid lässt sich nun mal nicht nur auf körperliche Aspekte beschränken. Was nützt es, wenn man körperlich topfit, aber dafür seelisch am Boden zerstört ist?


@ kereng

Ich glaube, mit dem jüngsten Tag meint meriem hier nicht das Ende der Welt sondern den persönlichen Todestag eines Menschen. So habe ich das jetzt jedenfalls verstanden.
Was die ganzen Spekulationen um den Termin des Weltuntergangs betrifft, kann man davon ausgehen, daß wenn unsere Sonne in 5 Milliarden Jahren ausgebrannt ist, hier definitiv Feierabend ist. Da wir das aber kaum noch miterleben werden, ist mir diese zeitliche Voraussage genau genug

"Der Tod ist etwas so unangenehmes, dass die Menschen ihn ungern als endgültig akzeptieren und irgendwelche Geschichten erfinden."

Diese Aussage würde ich so formulieren: Wenn so viele Menschen an ein Weiterleben nach dem Tod glauben, warum haben sie dann trotzdem Angst davor?

Was mich betrifft, die Vorstellung, daß nach dem Tod nichts mehr kommt, macht mir heute keine Angst mehr. Es ist eher umgekehrt der Gedanke, daß es eben doch NICHT das Ende sein könnte, der mir Angst einjagt. Nicht weil ich Angst vor dem Zorn irgend eines Gottes oder vor einer Bestrafung für was auch immer hätte, sondern deshalb, weil ich dort ganz einfach nicht mehr hin wollen würde und vielleicht keine Chance hätte, mich dagegen zu wehren.
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